Im Durchschlupf beim Jachenauer Wasserfall: Autorin Ursula Weber.
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Im Durchschlupf beim Jachenauer Wasserfall: Autorin Ursula Weber.

„Wandern auf kraftvollen Wegen“

Energie aus der Natur schöpfen: Neues Buch mit Wandertipps von Ursula Weber

Geheimnisvolle Wälder, rauschende Flüsse und verwunschene Seen: Die Natur bietet viele Möglichkeiten zu entspannen, der Hektik des Alltags zu entkommen und die Seele baumeln zu lassen. Ideen, wo das möglich ist, finden sich im neu erschienenen Wanderbuch „Wandern auf kraftvollen Wegen“ von der Tölzer Erzählerin und Rednerin Ursula Weber.

Bad Tölz - Den Anstoß für ihr neues Buch hat sie während Stadtführungen in Bad Tölz bekommen, bei denen sie als Erzählerin unterwegs war. „Mir ist aufgefallen, dass die meisten Gäste teilgenommen haben, um neue Kraft zu sammeln und Energie zu tanken“, sagt Weber. Herausgekommen ist schließlich ihr zweites Wanderbuch, in dem insgesamt 15 Touren aus dem südlichen Oberland und 30 dazu passende Geschichten Platz gefunden haben. „Mein Buch soll eine Ermunterung sein, bewusster in die Natur zu gehen und sich von ihr stärken zu lassen“, erklärt die Autorin. Es gehe darum, neue Energie zu tanken und die Natur zu entdecken. Außerdem sei ihr Buch auch eine Anregung, neue Wege zu gehen, so Weber.

Abseits breiter Pfade und stattdessen rein in die Wildnis, laute die Devise. Jede der 15 Touren hat sie selbst ausgewählt und ist jede drei bis vier Mal abgegangen, um jeweils die schönste Route zu finden. Begeistert war die Autorin vor allem vom Felsenweg in Kochel. Dieser ist Teil einer Tour rund um den Kochelsee und beginnt hinter Raut. Etwa eineinhalb Kilometer windet sich ein schmaler Waldpfad an Felsenwänden vorbei. Das dichte Blätterdach zusammen mit dem teilweise steil abfallende Gelände Richtung Ufer schaffen eine besondere Atmosphäre. „Es war, als würde ich ein Fantasiereich betreten“, beschreibt Weber ihre Eindrücke.

Auch den Aufstieg zum Grasleitenkopf bei Lenggries hat die Autorin noch in guter Erinnerung. Der Weg sei ziemlich anstrengend und kräftezehrend gewesen. Doch die Mühe habe sich gelohnt: Auf dem Gipfel des Grasleitenkopfs auf über 1400 Metern erwartete sie eine „bezaubernd schöne Aussicht“.

Das Besondere an „Wandern auf kraftvollen Wegen“ liegt nicht nur in der Tourenauswahl, die den Wanderer auf Routen abseits der breiten und altbekannten Wege hinein in die noch unberührte Natur führt. Was Webers Werk von anderen Wanderbüchern unterscheidet, sind die 30 Geschichten, die sie zu ihren Touren erzählt. „Mein Buch ist damit definitiv kein Mainstream“, so die Tölzerin. Zu jeder Tour finden sich eine bis drei passende Geschichten, die den Leser in die Sagenwelt entführen und die Erlebnisse beim Wandern in der Natur noch intensiver gestalten. So zum Beispiel wird die Tour zum Jachenauer Wasserfall nördlich der Lainl-Alm durch die Sage von der Goldquelle ergänzt.

Im Gegensatz zu ihrem ersten Buch hat Weber diesmal als erstes „kraftvolle Wege“ im Oberland ausgesucht und erst im zweiten Schritt geeignete Sagen dazugestellt. „Mein Ansatz lautete: Vom Weg zur Sage“, erklärt Weber. Bei der Auswahl der Touren habe sie im Allgemeinen darauf geachtet, eher weniger stark besuchte Routen auszuwählen, so dass man in den meisten Fällen „trotzdem noch für sich“ ist.

Außerdem ging es der Tölzerin in ihrem Buch darum, den Leser zu den besonderen, schönen Flecken in der Natur zu führen. „Es ist für jede Jahreszeit, jede Witterung und jeden Einzelnen was dabei“, verspricht Weber.

Vom Schwierigkeitsgrad her seien grundsätzlich alle Touren gut zu bewältigen. Darüber hinaus lassen sich die Wanderrouten bei Bedarf auch verkürzen und somit an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Beispielsweise kann der Benediktbeurer Loisach- und Mühlenweg auch auf zwei Etappen aufgeteilt werden.

Neben Angaben zur Schwierigkeit und Variation gibt Weber auch Freizeit- und Einkehrtipps und weist auf Besonderheiten der Tour hin. Als Zusatz finden sich in der Mitte des Buches noch ein paar nützliche Hinweise zum Thema Heilkräuter. Falls man sich beim Wandern kleinere Verletzungen zuzieht oder man von Insekten gestochen wird, könne man auf die „Erste-Hilfe-Apotheke am Wegesrand“ zurückgreifen, so Weber.

Zum Beispiel wirke Spitzwegerich hervorragend gegen Insektenstiche, wie Weber aus eigener Erfahrung berichtet. Aber auch Schafgarbe und Gänseblümchen können sich bei kleineren Wunden als wirksam erweisen. Trotzdem gelte: „Bei größeren Touren sollte man immer ein Erste-Hilfe-Set dabeihaben“, rät die Autorin. (Franziska Selter)

Das Buch: „Wandern auf kraftvollen Wegen“ von Ursula Weber, erschienen im Volkverlag, 199 Seiten, 16,90 Euro

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