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Experten aus der Praxis waren jetzt zur Auftaktveranstaltung für den „Energienutzungsplan“ in die Räume der Tölzer Stadtwerke eingeladen.

Energienutzungsplan wird erstellt

Wie viel Strom verbraucht Bad Tölz?

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Wie viel Strom und Gas verbraucht ganz Bad Tölz in einem Jahr? Diese Frage soll nun im Rahmen des „Energienutzungsplans“ beantwortet werden. Am Ende des Prozesses, der nun mit einer „Akteursversammlung“ begonnen hat, sollen Handlungsempfehlungen stehen, damit die Stadt ihrem Ziel näherkommt, sich selbst vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Bad Tölz– „Das Klima werden wir allein in Bad Tölz nicht retten“, räumt Walter Huber ein. Trotzdem findet der Stadtwerke-Chef: Ein nachhaltiger Umgang mit Energie stehe der Stadt sehr gut zu Gesicht. „Das gilt gerade für einen Kurort, der großen Wert auf seine Bezeichnung ,Bad‘ legt. Denn es ist ein wichtiger Bestandteil für eine zukunftsträchtige und lebenswerte Umgebung.“ Und wo anders als vor Ort sollte die Energiewende auch beginnen? Die Stadt hat deswegen das Kompetenzzentrum der Energiewende Oberland mit Sitz in Penzberg mit dem Energienutzungsplan beauftragt. 65 Prozent der Kosten trägt das bayerische Wirtschaftsministerium.

Am Anfang steht dabei die Aufnahme des Ist-Zustands, nämlich die Ermittlung des Tölzer Energieumsatzes. Wie viele Kilowattstunden dabei für Strom und Heizung verbraucht werden, lässt sich über die Daten der Tölzer Stadtwerke relativ problemlos ermitteln. Außen vor bleibt bei der Berechnung allerdings die Energie, die für Mobilität draufgeht. „Das ist natürlich deutlich schwieriger herauszufinden, weil man nicht weiß, wer mit dem Auto wohin fährt“, erklärt Huber. Ein rechnerischer Wert lasse sich allenfalls über den Flottenbestand kalkulieren, sagt Andreas Scharli vom EWO-Kompetenzzentrum. Ein Erfahrungswert sei, dass Strom, Heizung und Verkehr jeweils etwa ein Drittel des Energieumsatzes ausmachen, meint Huber. Der Stadtwerke-Geschäftsführer vermutet, dass Tölz beim Energieverbrauch pro Einwohner in etwa im Durchschnitt liegt. „Von den Häusern her haben wir hier eine ganz normale Mischung an Altbestand, einigen recht großen Häusern und Geschoßwohnungsbau.“

Ist die Energiebilanz ermittelt, dann hat man einen Ausgangspunkt, von dem aus man sich Ziele zur Reduzierung des Verbrauchs setzen kann. Rein was die Änderung des Nutzerverhaltens angeht, sieht Scharli hier einen gewissen Tölz-spezifischen Nachteil. „Hier haben wir eine Sondersituation mit vielen Kurhäusern und Hotels.“ Weil die Gäste dort oft auf bestimmte Standards bestünden, sei das Stromsparen nur begrenzt möglich. Trotzdem: Einiges lässt sich natürlich machen. Huber verweist stolz darauf, dass die Stadt in den vergangenen fünf Jahren bei der Straßenbeleuchtung den Stromverbrauch um 30 Prozent gesenkt habe – „obwohl es mehr Leuchten geworden sind“. Der Grund war die Umstellung auf LED.

Wie sich der private Verbraucher verhält, darauf hat die Stadt freilich allenfalls indirekt Einfluss. „Wir können nur mit gutem Beispiel vorangehen.“ Einen Teil zur Senkung des Verbrauchs werde allein schon ein neues Bundesgesetz beitragen. „Ab nächstem Jahr muss jeder Neubau luftdicht sein“, sagt Huber.

Auf der anderen Seite geht es beim Energienutzungsplan auch um die Erschließung weiterer regenerativer Energiequellen. „Wir werden darstellen, welches theoretische Potenzial es in Bad Tölz gibt und was davon wirtschaftlich sinnvoll ist“, so Scharli. Hier sei die Ausgangslage in Bad Tölz besonders gut und historisch verankert: durch die lange Nutzung der Wasserkraft an der Isar.

Den Auftakt des Energienutzungsplan-Prozesses bildete nun ein Treffen bei den Stadtwerken. Neben Bürgermeister Josef Janker nahmen auch einige Stadträte teil, außerdem Ingenieure, Heizungsbauer, Elektriker, Energieberater und Architekten. „Sie haben viel Erfahrung, was in Tölz schon gemacht wird und was sich noch umsetzen lässt“, sagt Scharli. Demnächst soll das Projekt in der Bürgerversammlung vorgestellt werden. Bis Herbst soll der Energienutzungsplan dann stehen.

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