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Erfolg für die Grünen: Mehr Busse zwischen den Städten – auch am Wochenende

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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© arp

Am Ende hat sie sich durchgesetzt, die Grüne Jugend: Der Kreistag votierte am Mittwoch dafür, mehr Busse zwischen Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz einzurichten.

Bad Tölz-Wolfratshausen –  Der Kreistag votierte in seiner Sitzung am Mittwoch mehrheitlich für die Ausweitung der Busverbindungen zwischen den drei Städten – und zwar für den ursprünglichen Antrag, den die Grünen eingebracht hatten. Damit gibt es nun nicht nur unter der Woche deutlich mehr Busse, die zwischen Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz fahren, sondern auch am Wochenende. Letzteres sah vor allem die CSU skeptisch und hatte die zusätzlichen Wochenendfahrten im Kreisausschuss abgelehnt.

Fraktionschef Martin Bachhuber erklärte das am Mittwoch. Die zusätzlichen Verbindungen seien damit begründet worden, dass das Tölzer Schulzentrum besser angebunden werden müsse. Das brauche es am Wochenende nicht. „Deshalb wollen wir es zu dieser Zeit bei der bisherigen Vertaktung belassen.“ Nachverdichten könne man immer noch.

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Grünen-Fraktionschef Klaus Koch plädierte vehement für den Ursprungsantrag. Die Bevölkerung im Landkreis wachse stetig. Schon jetzt sei die Verkehrssituation oft unerträglich – vor allem rund um die Städte. Um das zu verbessern, brauche es einen attraktiveren Nahverkehr – auch am Wochenende. „Busse werden nur dann angenommen, wenn sie immer fahren und nicht nur ab und an“, warb Koch für einen verlässlichen Stundentakt. Das betonte auch Landrat Josef Niedermaier (FW). Nur ein verlässlicher Takt sorge für so viel Attraktivität, dass die Leute vom Auto auf den Bus umsteigen. Schützenhilfe gab es von den Fraktionschefs Reiner Berchtold (SPD) und Hans Sappl (FW). Das flammendste Plädoyer hielt allerdings Cornelia Irmer (FW): Der Kreistag habe das Integrierte Klimaschutzkonzept verabschiedet. Darin werde der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) als „ganz wichtig erachtet“. Genau dasselbe sagt auch das Strukturgutachten für die Region aus, das ebenfalls am Mittwoch vorgestellt wurde. Man könne überall sehen, was der Klimawandel anrichte. „Es ist wichtig, dass wir endlich gegensteuern. Die Frage der Finanzen darf dabei nicht die wichtigste sein.“ Natürlich würden die zusätzlichen Busse etwas kosten, und vermutlich brauche man einen längeren Atem, bis sich die Akzeptanz des neuen Angebots zeige, „denn der Mensch ist ein schwerfälliges Wesen. Aber der Weg ist der richtige.“ Je mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen, desto besser sei das für die Umwelt. „Jeder einzelne zählt.“

Dieser Einstellung folgte am Ende die Mehrheit – einige Stimmen kamen auch aus der CSU. Mit 35:17 votierte der Kreistag für die tägliche Ausweitung der Verbindungen. Rund 390 000 Euro kostet das pro Jahr – zumindest in der Theorie. Denn jede Einnahme aus einem verkauften Ticket reduziert dieses Defizit.  va

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