+
Setzen sich für das HaLT-Projekt ein (v. li.): Andreas Richter (Praktikant der Jugendpflege im Landratsamt), Maximiliane Limmer vom Amt für Jugend und Familie, Bernadette Sappl vom Gesundheitsamt, Herbert Peters von der Caritas-Fachambulanz für Suchtkranke und Kreisjugendring-Geschäftsführerin Kerstin Barth.

Projekt "Hart am Limit"

Erfolg im Kampf gegen Alkohol-Missbrauch

  • schließen

Bad Tölz-Wolfratshausen - Es gab eine Zeit, da war Komasaufen fast eine Art Freizeitsport unter Jugendlichen. Dieses Verhalten hat sich geändert. Dazu beigetragen hat das HaLT-Projekt, das seit 2008 im Landkreis existiert. Nun gibt es eine erneuerte Infomappe, die für Vereine hilfreich ist, und einen Preis für vorbildliche Projekte zur Alkoholprävention.

HaLT, das steht für „Hart am Limit“. Landratsamt, Caritas-Jugendsuchtberatung und Kreisjugendring kooperieren hier miteinander. „Ziel ist es nicht, Alkohol zu verpönen. Es geht um den verantwortungsvollen Umgang damit“, erklärte Bernadette Sappl vom Gesundheitsamt bei einem Pressegespräch. Das Alkoholpräventionsprojekt ruht auf zwei Säulen: der proaktiven und der reaktiven. Bei der Ersteren geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dazu gehören die Schulungen von Verkaufspersonal genauso wie Informationsveranstaltungen an Schulen. Außerdem gibt es seit 2012 eine Mappe für Veranstalter. „Fest geplant“ ist gerade in der dritten Auflage erschienen. „Die ist wirklich gelungen und fasst viele Tipps zusammen“, warb Sappl. Die reichen vom Thema Gema-Anmeldung über Jugendschutzrichtlinien bis hin zu Hygienevorschriften und Haftungsfragen – kurz: alles, was man als Festveranstalter wissen muss. Bei vier Terminen im Süd- und Nordlandkreis wird die Mappe vorgestellt. Dabei können sich die Vereine auch gleich zwei Exemplare sichern.

Bei der reaktiven Säule kommt die Caritas-Jugendsuchtberatung ins Spiel. Wird ein Jugendlicher nach zu viel Alkoholkonsum ins Krankenhaus eingeliefert, verständigen die Ärzte Herbert Peters und sein Team – natürlich erst nach Rücksprache mit dem Patienten. Die HaLT-Mitarbeiter reden dann mit dem Jugendlichen über den Vorfall und den persönlichen Umgang mit Alkohol. „Es geht auch darum, ob es ein einmaliger Vorfall ist oder ob es öfter passiert ist“, erklärt Peters. Auch ein Elterngespräch wird angeboten. Bei Bedarf können zudem weitergehende Hilfsangebote der Suchtberatung vermittelt werden.

Die Fälle seien in den vergangenen Jahren zurückgegangen, sagt Peters. Zum Höhepunkt 2013 wurden die HaLT-Mitarbeiter zwölfmal ins Krankenhaus gerufen. „Vergangenes Jahr waren es fünf Fälle.“ Aber für jeden einzelnen Jugendlichen sei das Hilfsangebot wichtig, betont der Caritas-Vertreter.

Um für noch verantwortungsvolleren Umgang mit dem Thema Alkohol zu motivieren, wird heuer erstmals ein Preis ausgelobt. „Wir wollen vorbildhafte Ideen von Vereinen auszeichnen“, sagte Kerstin Barth, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings. Das müssten keine „Riesenprojekte“ sein, auch kleine Ansätze würden reichen. Das könne beispielsweise der Verzicht auf Alkohol sein, solange man ein Sporttrikot trage, oder auch die Bereitschaft, während Jugendveranstaltungen keinen Alkohol auszuschenken. Bewerben können sich Vereine bis 31. Oktober im Landratsamt. Zu gewinnen gibt es Sachpreise im Wert von 300, 200 und 100 Euro. „Welche Sachpreise es sind, kann der Verein selbst entscheiden“, sagte Barth.

Die neue Infomappe steht im Broschürencenter auf der Seite www.lra-toelz.de zum Download bereit. Vorgestellt werden die Mappen an folgenden Terminen: 21. Juli, 19.30 Uhr im Landratsamt; 28. Juli, 19.30 Uhr, Eglinger Feuerwehrhaus; 6. Oktober, 19.30 Uhr, Bichler Rathaus; 19. Oktober, 18.30 Uhr, Geretsrieder Rathaus (Beginn des Jugendleiterforums). Im Gesundheitsamt gibt es zudem Plakate zum Thema Jugendschutz und Alkohol.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Montagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Montagabend
Nach Maibaum-Diebstahl: Weißwurst-Essen im Seniorenheim
Nach Maibaum-Diebstahl: Weißwurst-Essen im Seniorenheim
Ein Leben nach dem Kreißsaal
Nach dem Aus der Tölzer Geburtshilfeabteilung: Hebammen kümmern sich  nun vorwiegend um Vor- und Nachsorge.
Ein Leben nach dem Kreißsaal

Kommentare