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Auf dieser Grünfläche nahe dem Denkmal für die Opfer des KZ-Todesmarschs soll am Waldfriedhof der Tölzer Friedwald entstehen. 

Ergänzung auf dem Waldfriedhof geplant

Letzte Ruhe unter Bäumen: Tölz plant einen Friedwald

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So genannte Friedwälder oder naturnahe Bestattungen sind immer mehr gefragt. Diesem Wunsch kommt nun die Stadt Bad Tölz nach und wird im Waldfriedhof einen kleinen Friedwald einrichten. Ihre letzte Ruhe finden Verstorbene dann unter zwei großen stattlichen Bäumen.

Bad Tölz – Bei einem klassischen Friedwald werden die eingeäscherten Toten außerhalb der traditionellen Friedhöfe in einem Wald in Urnen beigesetzt. Die Grabstellen sind in der Regel nicht erkennbar. Solche Flächen müssen dafür rechtlich als Friedhöfe gewidmet sein. Friedwälder gibt es einige im Schwäbischen. Im Oberland „ist der nächste Friedwald in Bad Feilnbach“, sagt Christine Held von der Tölzer Friedhofsverwaltung.Die Nachfrage nach naturnahen Bestattungsformen nehme aber auch hierzulande stark zu. Grund: Es gibt vor Ort oft keine Angehörigen mehr. Auch entfällt so die aufwendige Grabpflege.

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Deshalb hat die Tölzer Friedhofsverwaltung die Idee entwickelt, einen Friedwald in Tölz anzulegen. „Wir haben einen Waldfriedhof mit großen Bäumen“, sagt Held. Da sei es naheliegend gewesen, ein Gräberfeld mit vorerst 40 Plätzen im Waldfriedhof dafür anzulegen. Dort ist eine Freifläche mit einem Ahorn und einer Linde. Sozusagen in deren Schatten werden die Urnen mit der Asche der Verstorbenen um eine Stele herum bestattet. Auf der Stele wird eine Ranke mit Bronzeblättern gestaltet sein, auf denen einheitlich Name, Geburts- und Sterbetag vermerkt sind. Im Unterschied zu den Urnen-Ruhegemeinschaften, die es zum Beispiel am Eingang des Friedhofs schon gibt, ist der exakte Bestattungsplatz der Urnen nicht erkennbar. „Das weiß nur die Friedhofsverwaltung“, sagte Kämmerer Hermann Forster, der das neue Bestattungsmodell im Finanzausschuss vorstellte und sich von den Räten die (einstimmige) Genehmigung für die Ausgaben in Höhe von 10 000 Euro erteilen ließ.

Zur Verwendung kommen ausschließlich sogenannte Bio-Urnen, die sich im Laufe der Zeit zersetzen. Es sei also auch nicht möglich, dass Urnen bei einem Umdenken der Angehörigen später wieder herausgeholt und umgebettet werden, sagt Held. Geplant ist, dass der Tölzer Friedwald spätestens im Frühjahr in Betrieb geht. Bis dahin muss auch noch eine Gebührenordnung erarbeitet werden.

„Eine prima Sache“, lobte Camilla Plöckl im Ausschuss, „das wird sicher gut angenommen.“ Ulrike Bomhard (FWG) fragte nach, „ob das Feld erweitert werden kann?“ Das bejahte der Kämmerer und erinnerte sich zurück, wie sich die Bestattungsformen im Laufe der Zeit geändert hätten. Als er angefangen habe, sei er noch mit Forderungen aus der Friedhofsverwaltung zu Erweiterung des Tölzer Friedhofs konfrontiert worden. Das sei längst nicht mehr nötig.

Heutzutage würden Gräber viel schneller zurückgegeben, oft schon nach der in Tölz vorgeschriebenen Ruhefrist von zehn Jahren. „Das Aufstiften ist weniger geworden.“ Früher, berichtete Forster, seien zwei Drittel der Verstorbenen beerdigt worden, nur ein Drittel wurde eingeäschert. Forster: „Das Verhältnis hat sich genau umgedreht.“

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