Das neue Dreigestirn an der Spitze von Tölz im gebotenen Sicherheitsabstand: (v. li.) Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair, Stadtoberhaupt Ingo Mehner und Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart. 
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Das neue Dreigestirn an der Spitze von Tölz im gebotenen Sicherheitsabstand: (v. li.) Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair, Stadtoberhaupt Ingo Mehner und Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart. 

Kommunalwahl 2020

Bad Tölz: Wahlklatsche für die grünen Wahlsieger

Es war eine mit Spannung erwartete, aber letztlich glasklare Angelegenheit: Mit 18:7 Stimmen wurden Michael Lindmair (FWG) und Christof Botzenhart (CSU) als Zweiter und Dritter Bürgermeister der Stadt Bad Tölz gewählt. Die Wahlsieger vom 15. März, die Grünen, gingen mit ihren zwei Kandidaten leer aus.

Bad Tölz – Erwartet hatten sie eine Niederlage. Aufgrund der Deutlichkeit des Ergebnisses rangen die sieben Vertreter der Grünen-Fraktion in der konstituierenden Sitzung des Tölzer Stadtrats am Dienstag im Kurhaus dann doch um Fassung. Versteinerte Mienen. Nicht nur die altgedienten Stadträte, auch alle neu gewählten Mitglieder der anderen drei Fraktionen stimmten bei der Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters geschlossen gegen sie. Die Sieger vom 15. März, die als einzige Tölzer Gruppierung Mandate dazugewonnen und auch das zweitbeste Einzelstimmenergebnis erzielt hatten (Franz Mayer), mussten eine herbe Wahlklatsche einstecken. „Das sind klare Fronten“, fasste die neue Grünen-Sprecherin Johanna Pfund das Ergebnis knapp zusammen.

Grüne gingen mit ihren zwei Kandidaten leer aus 

Gründe wurden am Dienstag nicht benannt. Das war auch nicht nötig. Der neue FWG-Sprecher Peter von der Wippel hatte schon eine Woche vorher in der Abschlusssitzung des alten Stadtrats die Marschrichtung vorgegeben, als er seine Stimme zornig gegen die erhob, die „mit populistischer Meinungsmache demokratisch gefasste Stadtratsbeschlüsse torpedieren und zu Fall bringen“. Gemeint war der Bürgerentscheid Bichler Hof. Die dafür Verantwortlichen dürften nicht in höhere politische Verantwortung kommen, so von der Wippel. Da half es auch nichts, dass die neue Grünen-Sprecherin Pfund sieben Tage später auf die Erfahrung des Fraktionskandidaten Franz Mayer für das Amt des Zweiten Bürgermeisters hinwies und darauf, dass ein Drittel der Tölzer Wähler für ihn votiert habe.

Der 60-Jährige ergriff anders als die anderen Kandidaten selbst das Wort und verteidigte erneut den Bürgerentscheid als legitimes und demokratisches Instrument. Seine Wahl zum Vize würde die Meinungsvielfalt in der Rathausspitze deutlich verbreitern. Für Michael Lindmair, der beim Urnengang am 15. März eine klare Niederlage hatte einstecken müssen, warb von der Wippel. Der FWG-Kandidat habe sich in den vergangenen sechs Jahren intensiv mit den städtischen Themen auseinandergesetzt. „Er ist gut vernetzt, kennt die Verwaltung und wäre eine verlässliche Stütze des Bürgermeisters.“

Michael Lindmair (FWG) und Christof Botzenhart (CSU) sind Zweiter und Dritter Bürgermeister 

Nach Lage der Dinge stimmte die CSU (9 Sitze plus Bürgermeister), die FWG (6) und die SPD (2) geschlossen für Lindmair. Dieser schaute, am Ziel seiner Wünsche angelangt, gelöst in die Runde. Beifall brandete auf im Kurhaus, wo auch die Öffentlichkeit zugelassen war, mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand natürlich.

Das gleiche Bild dann bei der Wahl zum Dritten Bürgermeister. Die Grünen hatten Doris Bigos vorgeschlagen. Sie ist zwar Stadtratsneuling, aber kommunalpolitisch beschlagen. Die CSU wollte Dritten Bürgermeister Christof Botzenhart unbedingt behalten. Und so kam es dann auch. Ebenfalls mit 18:7 Stimmen wurde Botzenhart im Amt bestätigt.

Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) will seine Vertreter in Stadtratsarbeit einbinden 

Der neue Bürgermeister Ingo Mehner hatte schon vorab in seiner Antrittsrede (siehe unten) Stellung bezogen und vorgebaut. Die zwei weiteren Bürgermeister bildeten mit ihm keine Regierung von Tölz, sondern verträten ihn. Für ihn mache es keinen Unterschied, ob eine Fraktion einen Bürgermeister stellt oder nicht. Er biete allen eine gute Zusammenarbeit an. Mehner zog aber auch eine Grenze als er zu dem Satz „Ich habe den Anspruch, alle in die Stadtratsarbeit einzubinden“ hinzufügte: „… wenn sie dies möchten“.

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