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Die Zusammensetzung des neuen Kreistags im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Kommunalwahl 2020

Zehn Gruppierungen ziehen in den Kreistag ein

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    Andreas Steppan
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Das vorläufige Ergebnis der Kreistagswahl wurde nun bekannt gegeben. Dabei gibt es einige Neuerungen: Die Grünen gewinnen hinzu, CSU und FW büßen je zwei Sitze ein und drei weitere Parteien ziehen neu ins Gremium ein.  

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nachdem es wegen technischer Probleme zu Verzögerungen gekommen war, hat das Landratsamt am Donnerstagnachmittag das vorläufige Ergebnis der Kreistagswahl veröffentlicht. Am stärksten dazugewonnen haben die Grünen: Sie sind künftig mit 13 statt bisher 9 Mandatsträgern im Kreistag vertreten. CSU und Freie Wähler büßen im Gegenzug je zwei Sitze ein, wobei die CSU die stärkste Fraktion bleibt und die Freien Wähler – knapp – die zweitstärkste. Die Fraktion der SPD schrumpft von sieben auf vier Sitze zusammen. Mit der AfD, der Linken und der ÖDP ziehen drei Parteien neu beziehungsweise wieder in den Kreistag ein, sodass dort künftig insgesamt zehn verschiedene Gruppierungen vertreten sind.

CSU trotz Einbüßen noch stärkste Fraktion

AfD und ÖDP schaffen beide aus dem Stand 3,9 Prozent und erhalten je zwei Sitze. Für die AfD ziehen zwei Wolfratshauser in das Gremium ein: der Unternehmensberater Michael Kilian und der Arzt Timo Klitzsch. Dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden und Pressesprecher Axel Zamzow fällt es dennoch schwer, von einem Erfolg zu sprechen. „Trotz Gegenwind sind unsere Leute rausgegangen an die Infostände, und das rechne ich ihnen hoch an“, sagt er. Die beiden AfD-Mandatsträger betrachtet er als „Schüler“, die nun „einige Jahre Lehre vor sich“ hätten.

Was sich durch den Einzug der AfD im Kreistag ändern wird? „Sie ist dabei“, antwortet Zamzow. „Unsere Vertreter können jetzt beobachten, wie Entscheidungen fallen und das weitergeben, und wir ziehen unsere Schlüsse daraus“, kündigt er an.

Achermann-Weinert in Sorge wegen Einzug der AFD 

„Das ist ein guter Anfang.“ Mit diesen Worten kommentiert Monika Achermann-Weinert den Einzug der ÖDP in den Kreistag. „Dafür, dass wir in der letzten Periode gar keinen Sitz hatten, sind wir sehr zufrieden.“ Neben der 47-jährigen Wolfratshauserin selbst zieht Max Korntheuer aus Münsing in das Gremium ein. Spitzenkandidat Manuel Tessun geht dagegen leer aus. Monika Achermann-Weinert erfüllt das gute Abschneiden der AfD in Geretsried mit Sorge: „Wir müssen jetzt genau hinschauen, was die Leute brauchen, nachdem so viele die AfD gewählt haben.“

Die Verhandlungen für die Fraktionsbildung haben derweil bereits begonnen. Bei Franz Hartmann von den Freien Unabhängigen Wählern und Sebastian Englich von der Linken hat Monika Achermann-Weinert schon angefragt, ob man sich zusammentun wolle, um als Fraktion im Kreisausschuss mitarbeiten zu können.

Ihr eigenes gutes Ergebnis führt die neue Kreisrätin auf mehrere Faktoren zurück. In Waldram aufgewachsen, kenne sie viele Menschen von klein auf. Früher als Hebamme und nun als Beraterin im Bereich frühkindliche Bindung und Stillen habe sie ebenfalls viele Kontakte. Und als passionierte Musikern (Geige) sei sie ebenfalls vielen Einheimischen ein Begriff. Die zweifache Mutter ist seit über 15 Jahren ÖDP-Mitglied, aber erst seit Oktober aktiv.

Zum ersten Mal ein Vertreter der Linken im Kreistag 

Der Tölzer Sebastian Englich ist der erste Vertreter, der es für die Linke in den Kreistag schafft. Für eine Stellungnahme war er am Donnerstag nicht zu erreichen.

Und es wird noch drei weitere Einzelkämpfer im Kreistag geben: Für die Bayernpartei hält Wolfgang Morlang, der in Lenggries in die Bürgermeister-Stichwahl geht, als nunmehr einziger Vertreter die Fahnen hoch. Franz Hartmann ist der letzte verbliebene Kreisrat der Freien Unabhängigen Wähler. Und der Geretsrieder Bürgermeisterkandidat Larry Terwey löst Günther Fuhrmann als einzigen FDP-Kreisrat ab.

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