„Wer trösten kann, der tröste“: Die Karte von Erzbischof Reinhard Marx an Georg Schöppner. Der Kardinal ermutigt den Kochler ausdrücklich zur „Seelsorge“.

Blomberg-Kapelle 

Ermutigung vom Kardinal

Post aus dem Ordinariat hat Georg Schöppner neulich bekommen. Der Kochler wollte vom Kardinal wissen, wie er sich verhalten solle, wenn er als häufiger Betreuer der Blomberg-Kapelle angesprochen werde. Die Antwort: „Tun Sie, was der Hl. Geist Ihnen eingibt.“

Wackersberg/Bad Tölz – Zweieinhalb Jahre dauerte es, bis sich im Juni 2015 der Traum der Tölzerin Marlies Winterseel erfüllte. Damals wurde die Blomberg-Kapelle eingeweiht und entwickelte sich seitdem zu einem Ort mit großer Anziehungskraft. Weit über 90 Prozent der Besucher des benachbarten Blomberghauses gehen auch in das kleine Gotteshaus, sagt Georg Schöppner. Und er weiß, wovon er redet. Die Kapelle wird, um ihren Bestand langfristig zu sichern, als Immobilie der Stadt Bad Tölz geführt. Das Rathaus wiederum hat den Tölzer Veteranenverein dafür gewonnen, die Betreuung der Kapelle zu übernehmen. Vorsitzender Martin Bauer ist nach eigenen Worten regelmäßig oben, um sich um das kleine Gotteshaus zu kümmern. Und zwar immer gemeinsam mit Georg Schöppner aus Kochel, der eigens bei den Veteranen beigetreten ist, um helfen zu können. Putzen, Kerzen aufstellen, Opferstock leeren sind die Pflichtaufgaben, die es zu erledigen gilt.

Es gibt eine weitere, der sich Schöppner aus innerem Antrieb verpflichtet fühlt: die Betreuung der Kapellen-Besucher. Der 67-Jährige aus Mülheim an der Ruhr wird von Besuchern oft in Gespräche verwickelt. „Die Menschen suchen Trost und ein offenes Ohr.“ Schöppner selbst hat kein kirchliches Amt. Der tiefgläubige Schöppner, der vor einigen Jahren mit seiner Frau in den früheren gemeinsamen Ferienort Kochel gezogen ist, wollte sogar noch Diakon werden. Aber aufgrund des fortgeschrittenen Alters war ihm das nicht mehr möglich.

Auf die Gespräche und die Begegnung mit den Menschen in der Kapelle mochte er aber nicht verzichten und schrieb deshalb dem Oberhirten der Diözese München-Freising, Kardinal Reinhard Marx, mit der Bitte um Verhaltensregeln. Auch einen selbstgefertigten Fußschemel schickte der gelernte Schreiner und frühere Bestatter mit. Georg Schöppner hat auch den Altar und die Kirchenbänke für die Kapelle geschreinert.

„Wer trösten kann, der tröste“: Die Karte von Erzbischof Reinhard Marx an Georg Schöppner. Der Kardinal ermutigt den Kochler ausdrücklich zur „Seelsorge“.

Die Antwort kam prompt: „Herzlichen Dank für Ihren Brief und den Fußschemel“, schrieb Marx dem freudig überraschten Schöppner und dankte „für den Bericht über die Kapelle und Ihr Wirken darin. Tun Sie, was der Hl. Geist Ihnen eingibt: Wer trösten kann, der tröste.“

Das will Schöppner nun weiterhin tun. Wie er sich die große Anziehungskraft des Gotteshauses erklärt? Es sei ein Ort der Stille, in dem man gerade wegen seiner Schlichtheit zum Nachdenken komme, meint er. Und: „Viele gehen traurig rein und kommen lächelnd wieder heraus.“

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