Ein großer Tag ist für viele Mädchen und Buben die Feier der Erstkommunion. Statt wie üblich im Mai wird das Sakrament heuer erst im Herbst gespendet.
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Ein großer Tag ist für viele Mädchen und Buben die Feier der Erstkommunion. Statt wie üblich im Mai wird das Sakrament heuer erst im Herbst gespendet.

Kommunion und Konfirmation 

Kommunion in Lenggries: Sakrament in acht Teilen

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Normalerweise schmücken im Frühling viele schöne Bilder von Mädchen im weißen Kleid und Buben im festlichen Anzug den Tölzer Kurier. Doch wegen der CoronaPandemie ist der Mai vorübergegangen, ohne dass die Kinder die Erstkommunion empfangen hätten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Dass wochenlang öffentlich keine Gottesdienste gefeiert werden konnten, wirkte sich freilich auch auf die großen kirchlichen Feste wie Erstkommunion und Konfirmation aus. Auch in der evangelische Kirche fiel die übliche Saison der Konfirmationsfeiern bisher weitestgehend aus. Vieles davon soll im Herbst nachgeholt werden. In Lenggries allerdings beginnt nun ein kleiner „Erstkommunions-Marathon“.

„Wir werden vor der Sommerpause acht Erstkommunionen feiern“, kündigt Pastoralreferent Christoph Freundl an. Los geht es am Wochenende, 27./28. Juni. Jeweils am Samstag und Sonntag dürfen dann immer sechs bis zehn Mädchen und Buben in St. Jakob an den Tisch des Herrn treten. Insgesamt sind es 62 Kinder. In der Kirche dürfen ihre Eltern und Geschwister anwesend sein, dazu pro Familie bis zu sieben geladene Besucher. „Die Familien schicken uns vorab die Gästeliste“, sagt Freundl.

„Kinder sitzen schon in den Startlöchern“

Über die Entscheidung, wann und in welcher Form die Erstkommunion gefeiert wird, „haben wir sehr viel nachgedacht“, erklärt der Pastoralreferent. Es habe in Videokonferenzen Beratungen in großer Runde mit dem pastoralen Team und allen Gruppenleitern der Kommunionvorbereitung gegeben.

Für den Entschluss, nicht länger zu warten, sei schließlich ausschlaggebend gewesen, „dass die Kinder schon lange in den Startlöchern sitzen“. Die Kommunionvorbereitung laufe seit Dezember. Bis Herbst könne von den Inhalten vieles schon wieder „verpufft“ sein, meint Freundl. Und das neue Schuljahr setze für die dann Viertklässler mit der Übertrittsvorbereitung auch schon wieder „neue Akzente“.

Auch in Kochel wird noch vor den Sommerferien Erstkommunion gefeiert: Dort dürfen am 16. Juli sechs Kinder erstmals die Kommunion empfangen, wie Pfarrer Heiner Heim informiert. Für die 40 angemeldeten Mädchen und Buben in Benediktbeuern und Bichl habe die Pfarrei St. Benedikt den 11. Oktober anberaumt. Wie die Corona-Regeln für Gottesdienste bis dahin aussehen, ist ungewiss. „Mittlerweile sind wir das Improvisieren ja fast schon gewöhnt“, meint Pfarrer Heim.

Konfirmation wurde im Freien begangen

Eine noch weitere Verschiebung hält der Geistliche nicht für vertretbar. „Die Kinder haben sich vorbereitet und warten darauf. Und die Eltern weisen darauf hin, dass nächstes Jahr ja die Kleider gar nicht mehr passen.“

In der Jachenau sollen die 16 Kinder, bei denen heuer der Empfang des Sakraments ansteht, das Ereignis nach Möglichkeit alle zusammen begehen. „Deswegen planen wir, die Erstkommunion im Oktober zu feiern“, erklärt Pfarrer Gracious – in der Hoffnung, dass die Vorschriften bis dahin gelockert sind. Im Notfall werde man die Gruppe eventuell doch aufteilen müssen.

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45 Kinder sollen heuer in der Tölzer Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt die Erstkommunion empfangen. „Wir haben es auf Ende September verschoben“, informiert Gemeindereferentin Brigitte Blösl. Aktuell seien dafür zwei Gottesdienste geplant. Brigitte Blösl ist wichtig, dass die Kinder das Sakrament in der Gemeinschaft feiern und dass auch möglichst viele Angehörige dabei sein können.

Doch noch lässt sich nicht absehen, welche Regeln für Gottesdienste im Herbst gelten werden, es gibt immer wieder Änderungen. Seit Montag zum Beispiel müssen Gottesdienstbesucher nur noch 1,50 statt 2 Meter voneinander Abstand halten. Brigitte Blösl wartet derzeit noch bis Juli ab, bis sie den Eltern Konkreteres mitteilt. „Aber irgendwann wollen die Familie natürlich auch planen.“ Eines steht für Blösl freilich fest: „Von einer ganz normalen Erstkommunion kann keine Rede sein.“

Für 25 Jugendliche hängt Konfirmationsplanung in der Schwebe 

In der evangelischen Gemeinde in Bad Tölz wurde im Mai bereits Konformation gefeiert: für fünf Jugendliche. „Sie wollten in dieser Hinsicht einen Abschluss haben – egal, ob die Familie vollzählig erscheinen kann oder nicht“, berichtet Dekan Martin Steinbach. „Sie haben gesagt, dass sie ja später immer noch eine Nachfeier im größeren Kreis machen können.“ Die Konformation fand unter freiem Himmel im Garten des Kindergartens Arche Noah statt. Pro Familie durften zehn Gäste anwesend sein. Die Ausnahmegenehmigung für eine Veranstaltung mit 60 Personen statt der sonst erlaubten 50 hatte Pfarrer Johannes Schultheiß beim Landratsamt eingeholt.

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Nun bleiben in der Gemeinde aber noch immer 25 Jugendliche, bei denen die Konfirmation aussteht. Für sie hängen die Planungen in der Schwebe. „Es gibt noch keinen Ausweichtermin – ob es im Herbst oder nächstes Jahr sein wird, ist unklar“, sagt Steinbach. Da er nicht davon ausgeht, dass sich an den Abstandsregeln auf absehbare Zeit etwas ändert und wieder mehr als 50 Personen in die Johanneskirche dürfen, denkt der Dekan an Konfirmationen in fünf Fünfergruppen. Um die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, sei ein Vorabendgottesdienst für alle 25 zusammen – ohne weitere Gäste – denkbar.

Info für die Gemeinde

In der Lenggrieser Pfarrkirche St. Jakob feiern die ersten Kinder dieses Jahrgangs am Samstag, 27., und Sonntag, 28. Juni, jeweils um 9.30 Uhr den Empfang ihrer ersten Heiligen Kommunion. Die Pfarrei bittet die Kirchenbesucher dringend zu beachten, dass diese Gottesdienste geschlossene Veranstaltungen sind und in diesem Jahr nicht als Gemeindegottesdienste gefeiert werden können. Daher wird versucht, auf die Gottesdienste am Samstag und Sonntag um 19 Uhr auszuweichen.

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