1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

EM-Radrennen durchs Tölzer Land: „Das war super, ein einmaliges Erlebnis“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

Kommentare

Der Schweizer Silvan Dillier und Lukas Pöstlberger aus Österreich passierten als erste die Tölzer Marktstraße.
Der Schweizer Silvan Dillier und Lukas Pöstlberger aus Österreich passierten als erste die Tölzer Marktstraße. © Sebastian Tauchnitz

Auf rund 100 Kilometern führte das EM-Straßenradrennen der Herren am Sonntag durchs Tölzer Land. In der Tölzer Marktstraße feuerten hunderte Menschen die Fahrer an. Dazu gab es Fernsehbilder, die beste Werbung für die Region machten.

Bad Tölz - Gestartet worden war das Rennen im Rahmen der „European Championships“ pünktlich um 10.15 Uhr in Murnau. Da das etwa 140-köpfige Fahrerfeld die neutrale Zone bis zum eigentlich Rennbeginn schneller als erwartet passiert hatte, verschoben sich die Durchfahrtszeiten im Landkreis um knapp zehn Minuten nach vorne.

An vielen Stellen stehen Zuschauer, um das Feld anzufeuern

An der ganze Strecke waren die Zuschauer aber frühzeitig gekommen, um die Fahrer anzufeuern. Selbst am Kesselberg, der ab 8.30 Uhr für den Verkehr gesperrt worden war, standen Radsportbegeisterte. „Eine Traumkulisse, diese Kesselbergstraße“, schwärmte der ARD-Moderator in der TV-Übertragung. Und der Kommentator auf Eurosport versicherte immer wieder, dass die Hubschrauberbilder vom türkisschimmernden Walchensee nicht mit Photoshop bearbeitet worden seien.

Chef von Tölzer Land Tourismus freut sich über die spektakulären Bilder

Genau das hatte sich Andreas Wüstefeld, Chef von Tölzer Land Tourismus (TLT), im Vorfeld gewünscht. „Die Medienbilder, die insbesondere in die großen Radsportnationen Benelux, Spanien, Frankreich, Italien und neuerdings auch UK, Dänemark und Slowenien übertragen wurden, sind von unschätzbarem Wert für unsere Tourismusregion.“ So sei die wunderschöne Landschaft zu sehen gewesen, aber auch die Begeisterungsfähigkeit der Menschen. „Ähnlich wie 2006 bei der Fußball-WM strahlten wir ein sympathisches Bild Bayerns und Deutschlands aus, sei es durch den mit jungen Menschen besetzten Traktor, der entlang des Radwegs von Schlehdorf nach Kochel fuhr und lange im Fernsehbild zu sehen war, oder sei es durch die spontan vom Balkon mit großer Herzlichkeit winkende Dame in Walchensee. Wollte man einen Imagefilm über das Tölzer Land drehen – so müsste er aussehen.“

Viele Informationen über die Region während der TV-Übertragung

Im Vorfeld hatte das TLT-Team viele Infos für die Fernsehübertragung zusammengetragen. Die Zuschauer erfuhren beispielsweise, dass der WSV Schlehdorf bis in die 70er-Jahre internationale Rodelmeisterschaften ausgetragen hatte, dass Kochel die Heimat der ehemaligen Rennrodlerin Elisabeth Demleitner ist, wie viel die Maut- und Parkgebühren am Walchensee kosten oder auch, dass „Lenggries eines der schönsten Skigebiete Deutschlands“ beheimatet.

In Lenggries selbst – die Gemeinde hatte im Dorf eine Radlmeile organisiert – jubelten zahlreiche Zuschauer am Straßenrand, als die beiden Spitzenfahrer und knapp zwei Minuten dahinter das Feld über Bahnhofstraße und Isarbrücke Richtung Schlegldorf fuhren.

In der Marktstraße wird das Jubeln geübt

Viel los war auch in der Tölzer Marktstraße. Schon am Morgen waren Sperrgitter aufgestellt worden, um die Fahrer rechts vorbei am Marienbrunnen und links vorbei am Winzerer zu lotsen. Die Danzlmusi der Tölzer Stadtkapelle spielte am Denkmal, und auf den Stufen hatte Moderator Johannes Kahra Stellung bezogen. Er hielt die Zuschauer auf dem Laufenden, wo das Feld gerade unterwegs war. Aber auch Jubeln wurde geübt. „Das hört sich gut an und schaut gut aus“, befand er.

Stadt macht auch auf Naturschutzkampagne aufmerksam

Kurdirektorin Brita Hohenreiter war auch unter den Zuschauern. Die Landschaftsbilder, die während des Rennens gezeigt wurden, „sind für uns unbezahlbar“, sagte sie. Es war aber auch eine Gelegenheit, auf die Kampagne „Naturschutz beginnt mit Dir“ aufmerksam zu machen. „Wir haben auf der Wiese vor dem Café Love Banner ausgelegt für Hubschrauberbilder“, sagte Hohenreiter.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region rund um Bad Tölz finden Sie auf bei Merkur.de/Bad Tölz.

Schöne Bilder aus dem Tölzer Land in der ganzen Welt zu sehen

Im Live-Stream von Eurosport checkte Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair auf dem Handy immer wieder, wie weit die Fahrer schon waren. „Ich finde es schön, dass über das Rennen heute in der ganzen Welt berichtet wird und schöne Bilder aus unserer Heimat zu sehen sind“, sagte er. „Das sind Bilder für die Ewigkeit“, pflichtete ihm Stadtratskollege Willi Streicher bei. Am Vortag war Lindmair bereits beim Kletterwettbewerb auf dem Münchner Königsplatz und beim Turnen - auch beides im Rahmen der European Championships. „Es ist ein tolles Event, bei dem die Bevölkerung gut eingebunden ist“, findet Lindmair. An der Strecke stand auch Stadtrat René Mühlberger. „Es ist ein spannendes Ereignis, bei dem man dabei sein muss. Und man sieht, dass es die Menschen mobilisiert.“

La Ola mit dem Beifahrer des Rettungswagens

Um 12.05 Uhr ist es dann soweit. „Jetzt, jetzt kommen sie“, ruft eine Frau, die von den Treppen am Winzerer einen guten Blick hat. Der Schweizer Silvan Dillier und Lukas Pöstlberger aus Österreich haben die Marktstraße erreicht. Jubel brandet auf, Anfeuerungsrufe sind zu hören, die Danzlmusi spielt einen Tusch - und schon sind die beiden vorbei. „Sie haben aber nur 1:20 Minuten Vorsprung“, sagt Moderator Kahra. Einige Begleitfahrzeuge brausen durch die Marktstraße, dann kommt das dicht zusammenfahrende Feld. Applaus gibt es für alle – auch für den Allerletzten, der ein gutes Stück hinter den anderen unterwegs ist. Der französische Fahrer Rudy Barbier hatte kurz zuvor für einen Schreckmoment gesorgt, weil er bei der Ausfahrt aus dem Kreisel am Amortplatz gestürzt war. 

Aber nicht nur für die Radfahrer wird gejubelt, sondern auch für die Teams in den Begleitfahrzeugen Die revanchieren sich: Der Beifahrer eines Rettungswagens macht aus dem offenen Seitenfenster mit dem Publikum eine La Ola..

„Das war super, ein einmaliges Erlebnis“

Nach nur drei, vier Minuten ist alles vorbei. Das Feld ist auf dem Weg nach Geretsried und von dort weiter nach Münsing. Ziel wird später am Münchner Odeonsplatz sein. Die Zuschauer in der Tölzer Marktstraße zerstreuen sich. „Das war super, ein einmaliges Erlebnis“, sagt Beppi aus Greiling. „Es war fast wie an Leonhardi und eine Superwerbung für die ganze Region“, sagt er, steigt auf sein Radl und fährt davon.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare