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Ex-AfD-Kreischef „im Auftrag CIA-naher Organisationen“?

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Der Ex-AfD-Kreischef Mario Buchner berichtet auf Facebook von Anschuldigungen aus der eigenen Partei.

Dem Rücktritt des AfD-Kreisvorsitzenden Mario Buchner (wir berichteten) ist offenbar ein größeres Zerwürfnis im Vorstand vorausgegangen. Ein Schlaglicht darauf wirft ein ungewöhnlicher Facebook-Post, den Buchner am Montag veröffentlicht hat. Demzufolge geht es bei dem Streit nicht um inhaltliche Fragen, sondern um Intrigen und abstrus wirkende persönliche Beschuldigungen.

Fühlt sich Intrigen ausgesetzt: Mario Buchner, der kürzlich als AfD-Kreisvorsitzender zurücktrat.

Buchner zeigt auf seiner Facebook-Seite ein Foto seines zerschnittenen Parteiausweises. Dazu erklärt er, dass über Wochen anonyme E-Mails an seine Freunde und Geschäftspartner sowie an AfD-Mitglieder versandt worden seien. „Das Ziel war es, mich persönlich, beruflich und politisch zu diskreditieren“, schreibt er. Er sei der Korruption beschuldigt worden – beziehungsweise diese zu planen, falls er in den Bundestag einziehe. Wie berichtet, wollte Buchner Bundestags-Direktkandidat für die AfD im Wahlkreis werden.

Weiter berichtet der 48-jährige Königsdorfer, jemand habe eine ebenfalls anonyme E-Mail an den Buchautor Udo Ulfkotte („Gekaufte Journalisten“) geschrieben, in der er, Buchner, beschuldigt werde, „über einen Geschäftspartner Beziehungen zur Atlantik-Brücke und dem Aspen-Institut zu unterhalten“. Buchner weiter: „Von Mitgliedern der AfD wurde mir unterstellt, ich unterwandere im Auftrag dieser CIA-nahen amerikanischen Organisationen die AfD.“ Auf Rückfrage des Tölzer Kurier erklärt Buchner, dass er zu keiner der genannten Einrichtungen Kontakt habe – andererseits aber auch nicht verstehe, was daran schlimm wäre. Buchner zufolge wurde die E-Mail an Ulfkotte von der Adresse des AfD-Kreisvorstands Oberbayern-Süd aus versandt.

Sowohl Bezirks- als auch Landesvorstand der AfD waren laut Buchner über „weitere sehr unappetitliche Informationen im Zusammenhang mit den gegen mich stattfindenden anonymen Angriffen“ informiert – ebenso wie über „geplante Handlungen eines Vorstandsmitglieds weit über die Grenzen des politisch und gesetzlich Zulässigen hinaus“. Ein „sofortiges Eingreifen der Vorstände“ sei „dringlich geboten“ gewesen. „Doch nichts ist geschehen!“.

Seine AfD-Mitgliedskarte hat Buchner zerschnitten, fotografiert und auf Facebook-gepostet. 

Auf eine Bitte um Stellungnahme hat der Kreisvorstand bis Redaktionsschluss nicht reagiert. Gerade am Sonntag wurde offenbar Constantin Prinz von Anhalt-Dessau zum neuen Vorsitzenden gewählt – die Öffentlichkeit war zur Mitgliederversammlung nicht eingeladen. 

Florian Jäger, der Bezirksvorsitzende der AfD, teilt auf Anfrage schriftlich mit: „Ich bedauere Herrn Buchners Austritt aus unserer Partei und bin ihm für die bisher geleistete Arbeit als Kreisvorsitzender sehr dankbar. Da ich allerdings nur dazu spekulieren kann, in welcher dem Bezirksvorstand gemeldeten Angelegenheit laut Herrn Buchners Aussagen ,nichts geschehen‘ sein soll, ist mir eine konkrete Antwort nicht möglich.“

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