Sandra Gern hält lächelnd den Deutschen Radiopreis in die Kamera.
+
Ausgezeichnet mit dem Radiopreis: Sandra Gern bei der Verleihung in Hamburg. Foto: Deutscher Radiopreis

Alles bloß kein Mainstream

Moderatorin mit Tölzer Wurzeln gewinnt Deutschen Radiopreis

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
    schließen

Toller Erfolg für Sandra Gern: Die Moderatorin mit Tölzer Wurzeln hat den Deutschen Radiopreis in der Kategorie „Beste Sendung" gewonnen.

  • In Hamburg wurde vor Kurzem der Deutsche Radiopreis verliehen.
  • Ex-Tölzerin Sandra Gern bekam Preis für ihre Musiksendung „Chelsea Hotel“.
  • Früher im Tölzer „Subraum“ aufgelegt.

Bad Tölz/München – Große Auszeichnung für eine erfolgreiche Ex-Tölzerin: Sandra Gern hat den Deutschen Radiopreis in der Kategorie „Beste Sendung“ erhalten. Sie wurde in Hamburg für das von ihr moderierte Musikmagazin „Chelsea Hotel“ ausgezeichnet, das wöchentlich auf dem Privatsender egoFM zu hören ist. Die Feier fand coronabedingt im kleinen Kreis statt – im Gegensatz zur Verleihung im Vorjahr, als fast 1000 Gäste in die Elbphilharmonie kamen.

Lesen Sie auch: Coronavirus im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Infektionsgeschehen deutlich geringer als in München

„Es war eine sehr schöne Veranstaltung“, schwärmt Sandra Gern, die sich ein paar Tage Urlaub genommen hat. „Danach wollen wir überlegen, wie wir das mit dem Team des Senders feiern können“, sagt sie. Die junge Moderatorin hat die Jury „mit dem besonderen Flair ihrer Musiksendung Chelsea Hotel überzeugt“, heißt es in der Begründung. Die vom Grimme-Institut berufene Jury ist der Meinung, dass das Format ein „Kleinod unter den Musiksendungen ist“. Wörtlich heißt es: „Abseits des Mainstreams gibt Moderatorin Sandra Gern auch Stilrichtungen Raum, die sonst selten im Radio laufen.“ Die Preisträgerin zeige, „dass Musikmoderation lässig und zugleich faktenbasiert sein kann“. Die Laudatio hielt Volker Bruch, der 2018 als bester deutscher Schauspieler mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde.

Ihre Leidenschaft für Musik hat Wurzeln in Bad Tölz, so die Radiomacherin. „Während der Abizeit habe ich damals im Subraum aufgelegt“, erinnert sich Sandra Gern. Das habe sie auch während des anschließenden Studiums und bei TV-Praktika in Salzburg und München gerne gemacht. Die Bewerbung beim Radiosender egoFM war dann ein Volltreffer. „Ich wurde gleich genommen.“ Schon nach zwei Jahren bekam sie ihre eigene Sendung, die jeden Donnerstag um 20 Uhr läuft. Inzwischen ist sie nicht nur Chefin vom Dienst (CvD) sondern auch stellvertretende Programmchefin.

„Tölz war cool“

Ihren ersten Radio-Kontakt hatte Sandra Gern mit 13. „Damals habe ich eine E-Mail an einen bayerischen Sender geschrieben, ob sie nicht mal was anderes spielen könnten.“ Der Teenager schickte dazu gleich ein Dutzend Musik-Vorschläge mit. „Ich habe eine sehr nette Antwort bekommen, in der es hieß, meine Musik entspreche nicht der Zielgruppe des Senders.“ Die Stammhörer von egoFM sind – wie sollte es anders sein – junge Leute. „Unsere Hauptzielgruppe sind die 20- bis 40-Jährigen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Maskenpflicht: Marktleiterin in Kochel enttarnt gefälschtes Attest

Sie erinnert sich noch gern an die damalige Szene in der Kleinstadt. „Tölz war cool“, sagt sie. Das Gymnasium habe Musik, Chor, Tanz und Theater gefördert. Das habe viele kreative Leute angesprochen, so Gern. „Und wenn ich mich so umschaue: Ich kenne ganz viele ehemalige Mitschüler aus dem Tölzer Raum, die inzwischen in der Medienbranche tätig sind.“

Ihre Sendung bezeichnet sie selbst als „ihr kleines Baby“. „Chelsea Hotel“ lebe davon, „dass ich für diese Musik brenne“.

Auch interessant: Jachenauer Oktoberfest-Kellner: „Komisch, im Urlaub tatsächlich frei zu haben“

Auch interessant

Kommentare