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Speisen am Fluss: Das Bild gehört wohl bald der Vergangenheit an. Das „Alte Fährhaus“ an der Isar soll zu Wohnungen umgebaut werden.

Bauausschuss

„Fährhaus“: Wohnen statt Speisen

Bad Tölz - Mehrfamilienhaus statt Gasthaus: Am „Alten Fährhaus“ steht eine Nutzungsänderung bevor.

Ist das „Alte Fährhaus“ am Fuße des Kalvarienbergs ein die Kulturlandschaft prägendes Gebäude? Die Mehrheit im Tölzer Bauausschuss sah dies so und stimmte für eine Nutzungsänderung des traditionsreichen Restaurants, das wunderschön an der Isar gelegen ist. Die Eigentümerin Else Reißer-Kluge möchte die Gaststätte und Gastzimmer gerne zu einem Mehrfamilienhaus umbauen. Das ist im Außenbereich möglich, wenn das Gebäude nicht abgerissen und neu gebaut wird, sondern im Bestand erhalten bleibt. Und es muss, wie die Bayerische Bauordnung vorsieht, als ein für die Kulturlandschaft prägendes Gebäude und damit erhaltenswert eingestuft werden.

„Das Fährhaus gehört ganz klar zur Geschichte von Tölz“, meinte Michael Lindmair (FWG) und erinnerte sich als „Badeteiler“ gerne daran, wie man früher mit einem kleinen Fährboot vom Muchgaragen-Parkplatz hinüber zur anderen Seite geschippert sei. 50 Pfennig kostete die Überfahrt. Auch Margot Kirste (FWG) sprach der Bauwerberin das Wort. Die wolle halt nicht warten, bis das alte Haus zusammenbricht. Und es sei schwer, einen Nachfolger für den Gastrobetrieb zu finden.

Mehner (CSU) fordert Bebauungsplan

Ingo Mehner (CSU) wollte all das gar nicht bestreiten. Er zweifelte allerdings daran, dass das „Alte Fährhaus“ wirklich prägend für die Kulturlandschaft ist. Statt die gewünschte Wohnnutzung in das Gesetz hineinzupressen, verlangte er die Aufstellung eines Bebauungsplans. „Das wäre korrekt, wenn wir das wirklich wollen.“ Prägend sei die alte Gaststätte mit Terrasse, pflichtete ihm Franz Mayer (Grüne) bei. „Wohnnutzung ist halt der einfachere Weg.“ Das Landratsamt werde die städtische Sicht der Dinge beurteilen, erwiderte Stadtbaumeister Hannes Strunz.

Der Vorbescheid wurde mit 10:3 Stimmen befürwortet. Die Bauwerberin muss freilich noch die nicht durch entsprechende Dienstbarkeiten gesicherte Erschließung des Hauses nachweisen. Die Zufahrt erfolgt zum Teil über ein privates Nachbargrundstück. 

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