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Weil sie vom Eschentriebsterben betroffen waren, mussten an der Tölzer Isarpromenade mehrere Bäume gefällt werden.

Bäume waren krank

Fällarbeiten: Stadt um 30 Eschen ärmer

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Winter ist Baumfällzeit – was derzeit in größerem Umfang im Tölzer Stadtgebiet zu beobachten ist. Wegen des Eschentriebsterbens werden etliche Bäume entfernt, etwa am Isarufer. Die Ausholzaktionen sorgen immer wieder für Diskussionen.

Bad Tölz– Tölz wird um gut 30 Bäume ärmer. Wie Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach auf Anfrage mitteilt, entfernen dieser Tage Betriebshof-Mitarbeiter in erster Linie Eschen, die vom Eschentriebsterben befallen waren, darunter fünf bis sechs Bäume an der Isarpromenade. Der Pilzbefall, der die Ursache der Schäden ist, hat schon an etlichen Stellen im Landkreis das Landschaftsbild verändert (siehe Kasten).

„Es ist zu befürchten, dass es in ein paar Jahren gar keine Eschen mehr geben wird“, sagt Richard Hoch. Der Tölzer Grünen-Stadtrat ist Mitglied der Baumschutzkommission, die die Eschen an der Isarpromenade vorab begutachtete und der Fällung zustimmte. „Bäume, die befallen sind, könnte man vielleicht noch ein paar Jahre erhalten – aber gesund wird da keiner mehr.“ An der Isarpromenade sei die Sicherheit der Wanderer gefährdet gewesen, erklärt Otterbach.

Weitere Baumfällarbeiten laufen ihr zufolge im Gebiet rund um den Isarleitenweg, die Bockschützstraße und den Klosterweg. „Hier wurde die Entscheidung aufgrund der Empfehlung von Christian Mark getroffen.“ Mark arbeite im Auftrag der Stadt ein Baum-Kataster aus, in dem nach und nach der gesamte Baumbestand sowie der Zustand der einzelnen Bäume aufgenommen würden.

In besagtem Gebiet seien 370 Bäume erfasst – 25 davon werden jetzt beseitigt. Auch hier handele es sich in der Mehrzahl um Eschen, auch wenige Buchen seien dabei. „An den anderen Bäumen führt der Bauhof Baumpflegemaßnahmen durch, wie Entfernung von Totholz oder Kronenpflege“, so Otterbach.

Die Arbeiten würden gerade jetzt durchgeführt, weil Fällungen überhaupt nur im Herbst und Winter erlaubt sind – bevor im März die Brutzeit der Vögel beginnt. An der Isarpromenade sind laut Otterbach Neupflanzungen vorgesehen. Anders am Isarleitenweg. „Dieses Gebiet ist ohnehin dicht bewaldet, die vorhandenen Bäume haben jetzt mehr Platz.“

Auch wenn Grünen-Stadtrat Richard Hoch gegen die aktuellen Fällungen nichts einzuwenden hat – generell wünscht er sich mehr Sensibilität bei diesem Thema. „In den vergangenen Jahren hat das Stadtbild gelitten, weil an einigen Stellen ohne Not ausgeholzt wurde“, sagt er. Bestes Beispiel sei die Fällung einer 100 Jahre alten Linde an der Kohlstattstraße vor gut einem Jahr – damals gegen Hochs Votum. „Das war ein kerngesunder und schöner Baum“, bedauert er noch heute. Und die damalige Eile habe sich als unbegründet erwiesen. Denn bis heute gibt es keinen Baubeginn für das geplante Wohnhaus der Lenggrieser Baugenossenschaft, dem die Linde weichen musste.

Hoch regt Veränderungen bei der Baumschutzkommission an, der Vertreter von Verwaltung und Stadtratsfraktionen angehören. Die Kommission soll nach Hochs Wunsch nicht nur einmal im Jahr zusammentreten, sondern bei Akutfällen auch zwischendurch gehört werden. Zudem sei es sinnvoller, die betroffenen Bäume nicht erst im Herbst zu begutachten, sondern wenn sie noch Laub tragen. „Dann kann man besser unterscheiden, ob ein Baum gesund oder krank ist.“ Hoch regt zudem an, dass der bislang nur beratende Vertreter des Bund Naturschutz ein Stimmrecht bekommt.

Mitreden kann die Kommission ohnehin nur bei Bäumen, die auf städtischem Grund stehen. Hoch wünscht sich darüber hinaus eine Baumschutzverordnung. „Die könnte verhindern, dass bei Neubau-Plänen mit altem Baumbestand Tabula rasa gemacht wird.“ Eine Stadtratsmehrheit sieht Hoch dafür aber nicht. „Viele befürchten einen zu starken Eingriff ins Eigentumsrecht.“

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