Fahnenweihe der Tölzer Schützenkompanie

„Mehr als ein Quadratmeter Stoff“

Eine Fahnenweihe ist immer etwas Besonderes. Am Sonntag war der Tölzer Schützenkompanie so ein besonderes Ereignis beschieden: Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Marktstraße wurde ihr neues Banner gesegnet und damit offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Bad Tölz – Der Altar am Marienbrunnen war vorbereitet und würdig geschmückt, als sich am Morgen die Tölzer Kompanie, angeführt von Spielmannszug und Stadtkapelle, am Schlossplatz im Marschschritt auf den Weg zur Zeremonie machte. Mit dabei war die Lenggrieser Antlassschützenkompanie mit Tambours in ihrer Funktion als Patenkompanie, die Fahnenabordnungen der Isargau-Kompanien und der örtlichen Vereine. Das Stifter-Ehepaar Katharina und Martin Listle wurde in einer Kutsche chauffiert. Als Ehrengäste waren stellvertretender Landeshauptmann Martin Haberfellner und eine Abordnung der Schützenkompanie Dorf Tirol nach Tölz gekommen. Sechs Miedermadln trugen die Fahne, die auf einer Trage ausgebreitet und von einer Girlande aus Granten und Rosen umrahmt war.

Was macht nun den Wert und Zweck einer Fahne aus? Sie ist äußerliches Symbol für die innerliche Gesinnung derer, die sie mit sich führen, sagte Stadtpfarrer Peter Demmelmair in seiner Predigt. Mit Äußerlichkeiten allein sei es längst nicht getan, betonte Demmelmair und setzte demonstrativ einen Schützenhut auf, um zu zeigen: Ein Stopselhut mit Goldschnur und Spielhahnfeder macht noch lange keinen Schützen. Vielmehr sei die innere Einstellung, die geistige Ausrichtung kennzeichnend und wegweisend. Für die Schützen gehöre dazu die Liebe zu Heimat, Dialekt, Liedgut, Tradition, Gemeinschaft, Landschaft, Bergen und nicht zuletzt die Liebe zur Schöpfung und zu Jesus. Sich für all dies einzubringen, dafür stehe die Fahne – „sie ist mehr als ein Quadratmeter Stoff“.

Von Fähnrich Michael Nebel an der Fahnenstange aufgenommen, zeigte sich das neue Schmuckstück mit dem Bildnis der Muttergottes von der alten Tölzer Fahne auf der einen und dem Marienmonogramm von der Mühlfeldkirche auf der anderen Seite, mit Stadtwappen und der Jahreszahl 1705 als markantes „Aushängeschild“ der Tölzer Kompanie. Dem Sinn von Demmelmairs Ausführungen folgten auch die Verszeilen von Fahnenmutter Katharina Listle und Fahnenbraut Heidi Bechteler, die der Tradition gemäß ihre Fahnenbänder anhefteten. Franziska Sappl überreichte das von der Stadt gestiftete Trauerband, „auf dass es euch ermahne, denn auch das ist der Sinn dieser Fahne“. Mit dem „Fahnengruß“, der Übergabe von Erinnerungsbändern an alle anwesenden Fahnen und der Bayernhymne endete die Feier, die von der Tölzer Stadtkapelle musikalisch begleitet worden war.

Damit ging auch eine Feier zu Ende, die für das engagierte Kompaniemitglied Martin Listle und seine Ehefrau Katharina eine Herzensangelegenheit war. Schützenhauptmann Helmut Ginhart sprach den Beiden vor Beginn des Gottesdienstes seinen Dank für ihre Spende aus. Zum geselligen Beisammensein ging es im Marschschritt zum Kurpark, wo man den Tag noch bei angenehmer Witterung ausklingen lassen konnte.

Fahnenweihe der Tölzer Schützenkompanie in Bildern

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tour des Lächelns
Marina Bauer (20) aus Gaißach spielte bayernweit Konzerte für Kinder mit schweren Krankheiten und Schicksalen.
Tour des Lächelns
Bub (7) bricht sich Unterschenkel
Ein Kind aus dem Landkreis ist am Samstag beim Skifahren so unglücklich gestürzt, dass es sich den Unterschenkel gebrochen hat. 
Bub (7) bricht sich Unterschenkel

Kommentare