+
Alles wieder in Ordnung: Nachdem die Dichtmasse mühsam entfernt und ein neuer Kleber aufgetragen worden ist, sieht man der Autoscheibe keinen Kratzer mehr an. Stephan Scharfe aus Lenggries freut’s. 

Streit um Autoreparatur

Falscher Beratung auf den Leim gegangen?

Bad Tölz/Lenggries – 120 Euro Reparaturkosten musste Stephan Scharfe bezahlen, nachdem er angeblich bei A.T.U. eine Dichtmasse statt eines Scheibenklebers verkauft bekommen hat. Das Unternehmen bestreitet das, zahlt aber trotzdem.

Scheibenkleber oder nicht, das war hier die Frage, als Stephan Scharfe vor wenigen Wochen bei A.T.U. in Bad Tölz ein Produkt kaufen wollte, um damit die Frontscheibe seines Autos zu reparieren. Da aus dem Text auf der Verpackung laut dem Lenggrieser nicht eindeutig hervorging, ob es sich wirklich um Scheibenkleber handelt oder nicht, habe er sich an einen Mitarbeiter der „Nr.1-Meisterwerkstatt“, wie sich A.T.U. selbst bewirbt, gewandt. „Ich habe dreimal nachgefragt“, betont Scharfe. Ebenso oft habe ihm der Berater versichert, dass es sich tatsächlich um Scheibenkleber handle.

Markus Meißner bestreitet das: „Nach Aussage unserer Filialmitarbeiter hat der Kunde das Produkt ohne vorherige Beratung gekauft“, betont der Leiter der Unternehmenskommunikation in einer schriftlichen Stellungnahme. „Ansonsten wäre er darauf hingewiesen worden, dass eine Scheibendichtmasse nicht als Scheibenkleber verwendet werden kann.“

Was stimmt, wissen nur die Beteiligten selbst. Fakt ist aber, dass der vermeintliche Scheibenkleber nie fest geworden ist. „Ich habe mich natürlich gewundert und mir nochmal die Packung angesehen“, erzählt Scharfe. „Da habe ich entdeckt, dass das Produkt bereits seit fünf Jahren abgelaufen ist.“ Auch das bestreitet Meißner im Namen von A.T.U.: „Eine Angabe zur maximalen Haltbarkeit ist auf dem Produkt nicht angegeben.“ Der Pressesprecher vermutet, dass Scharfe das Produktionsdatum meint, das fünf Jahre zurück liegen könnte.

Der 33-Jährige ärgert sich über die Haltung von A.T.U. „Die reden sich jetzt raus.“ Durch die falsche Kaufempfehlung habe er einen bekannten Kfz-Mechaniker bitten müssen, den vermeintlichen Kleber zu entfernen. „Er hat die Dichtmasse eine Stunde lang mühsam von der Scheibe gekratzt“, sagt Scharfe. Eine weitere Stunde Arbeitszeit habe es gekostet, die Scheibe mit einem geeigneten Kleber zu reparieren. 120 Euro habe ihm sein Bekannter dafür in Rechnung gestellt – Geld, dass der Lenggrieser von A.T.U. zurückfordert.

Entsprechende Anrufe in der Tölzer A.T.U.-Filiale und beim Hauptsitz in Weiden blieben bislang allerdings ohne Erfolg.

Pressesprecher Meißner lenkt nun auf Anfrage des Tölzer Kurier ein: „Auch wenn ein fachkundiger Mechaniker diese Dichtmasse gar nicht erst hätte einsetzen dürfen, bedauern wir dennoch die Unannehmlichkeiten für den Kunden. Aus Kulanz sind wir daher bereit, die Kosten in Höhe von 120 Euro für die Reinigung der Scheibe nach Vorlage der entsprechenden Rechnung zu übernehmen.“  sis

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eine Hochgarage für die Berufsschule?
Der Zustand der Gymnasiums-Tiefgarage ist verheerend. Ein Neubau neben der Berufsschule könnte Abhilfe schaffen.
Eine Hochgarage für die Berufsschule?
„Für Euch werden jetzt die Weichen neu gestellt“
Endlich geschafft! 65 Absolventen der Südschule erhielten am Freitag ihre Abschlusszeugnisse. Diese sind laut Schuldirektor Christian Müller „die verdienten Ergebnisse …
„Für Euch werden jetzt die Weichen neu gestellt“
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Montagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Montagabend
Zwei fleißige „Kümmerer“
Zwar steht im September erst einmal die Abstimmung über den Bundestag an. Die CSU ist aber bereits für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2018 gerüstet. Am Freitagabend …
Zwei fleißige „Kümmerer“

Kommentare