"Interne unterschwellige Kritik"

Nach Aus bei der FDP: Ex-Chef redet Klartext

Bad Tölz-Wolfratshausen - Nach nur einem Jahr gibt der Chef der Kreis-FDP, der Wolfratshauser Robert Weiß (35), sein Amt ab. Wir haben mit ihm über die Hintergründe gesprochen.

Herr Weiß, was sind die Beweggründe für Ihren Abschied?

Es gab interne unterschwellige Kritik am Umfang meiner Parteiarbeit. Ich habe zwei Kinder und arbeite in München, wohin ich täglich mit der S-Bahn pendle. Da ist nun einmal erst am Abend oder am Wochenende Zeit für die Arbeit als Vorsitzender. Als ich festgestellt habe, dass das nicht nebenbei gemacht werden kann und ich das notwendige Engagement zeitlich nicht aufbringen kann, habe ich mich entschlossen, nicht erneut zu kandidieren.

Haben Sie das Amt unterschätzt?

Robert Weiß, noch Kreisvorsitzender der Kreis-FDP.

Nein. Ich wusste, dass viel Arbeit ansteht. Es ging allerdings bei der letzten Vorstandswahl um das nackte Überleben des Kreisverbandes. Nach dem Rückzug meines Vorgängers, Daniel Reuter, haben wir einen neuen Obmann gebraucht. Ich wollte meiner Partei helfen und habe mich als Kandidat zur Verfügung gestellt.

Sind Sie im Rückblick zufrieden mit ihrer Arbeit?

Wir haben eine neue Homepage eingerichtet, die in den nächsten Wochen fertig gestellt wird. Das ist eine tolle Sache. Außerdem richtet unser Kreisverband im April den Landesparteitag der FDP in der Wolfratshauser Loisachhalle aus. Ich denke, da werden wir viel Engagement hineinstecken und eine lebendige FDP präsentieren.

Hat die FDP nach der letzten Kreistagswahl mit 1,7 Prozent überhaupt Gestaltungsmöglichkeiten?

Es ist für uns natürlich schwerer als für andere Parteien. Mit Ausnahme von Günther Fuhrmann (einziger Kreisrat der FDP und Stadtrat in Geretsried, Anmerkung der Redaktion) können alle Mitglieder nur außerparlamentarisch auf sich aufmerksam machen und ihre Meinungen vertreten. Die Aufgabe unserer Partei muss sein, wieder mehr Sitze zu gewinnen.

Haben die Mitglieder dafür Verständnis?

Es gibt manche, die sich mit dieser Realität schwer tun. Einigen Mitgliedern scheint nicht klar zu sein, was in unserer Situation möglich ist und was eben nicht. Das muss manchen erst noch bewusst werden.

Gibt es bereits einen Nachfolger für Ihr Amt?

Nein. Wir befinden uns in einigen Gesprächen. Ich bin sicher, dass wir zur Wahl einen Kandidaten präsentieren werden.

Das Gespräch führte Dominik Stallein

Rubriklistenbild: © dpa

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