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Felix Kempter (34) ging in Bad Tölz aufs Gymnasium und arbeitet jetzt als Filmproduzent. 

Tölzer produziert Kinofilm

Leidenschaft für die Leinwand

Die Leidenschaft fürs Filmemachen hat er bei der „Komischen Gesellschaft“ und bei der „Lust“ entdeckt. Jetzt kommt sein Film „Die Maßnahme“ ins Kino – produziert vom Tölzer Felix Kempter.

Bad TölzWie alle ehemaligen „KGler“, kam Felix Kempter zunächst im Tölzer Gymnasium mit der Theaterarbeit in Kontakt. Daraus gründete sich die junge Theatertruppe „Komische Gesellschaft“, die viele Jahre sehr rührig das Tölzer Kulturleben aufmischte – und auch heute noch regelmäßig auf der Bühne steht.

Bei einem Kurzfilmwettbewerb gewann Kempter den ersten Preis, „und auch sonst war ich immer mit der Kamera unterwegs“ erinnert sich der 34-Jährige, der inzwischen in München lebt. Im Rahmen eines Abschlussfilms bei der Hochschule für Fernsehen und Film in München (HFF) produzierte er nun den Thriller „Die Maßnahme“. Regisseur des spannenden Psychodramas ist sein Studienkollege Alexander Costea.

Der Streifen hat bereits 2015 auf dem Filmfest in München Premiere gefeiert und den „Studio Hamburg Award Nachwuchspreis 2016“ gewonnen. Es geht um einen verdeckten Ermittler, der in die Provinz geschickt wird, um einem Mord aufzuklären. Er soll sich im Zuge einer polizeitaktischen Maßnahme mit dem Verdächtigen – einem misstrauischen Einsiedler – anfreunden und ihn zu einem Geständnis verleiten. Doch dann stellt er fest, dass er den scheuen Mann wirklich mag, und gerät in Gewissenskonflikte.

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. „Das Faszinierende an dem Thema ist diese eigentlich unmögliche Freundschaft und letztendlich die Frage, wem man vertrauen kann“, erzählt Kempter. Der Film entstand an nur 25 Drehtagen, das Budget war knapp. Immerhin gab es Unterstützung von der HFF und dem Bayerischen Rundfunk. „Es ist die Aufgabe des Produzenten, die Idee umzusetzen und die Finanzierung zu sichern. Man sucht sich sein Team, erledigt Organisatorisches und bereitet den Film mit Regisseur und Autor inhaltlich vor, bestimmt die Machart und kümmert sich um Besetzung und die Location“, erklärt Kempter seinen Beruf. „Man fährt tatsächlich in der Gegend rum und sucht einen passenden Ort für die Geschichte.“ In diesem Fall war das ein alter, abgelegener Bauernhof. „Das war viel Arbeit“, erinnert sich Kempter. „Das ist wirklich kein Geschäft, das schnell geht. Alles braucht sehr viel Zeit“.

Zeit, in der junge Filmemacher oft wenig Geld verdienen, deshalb braucht man eine echte Passion fürs Metier. Auch die Schauspieler verdienen an so einem Abschlussfilm wenig. Mit dabei sind Hauptdarsteller Max Wagner, Schauspieler am Volkstheater München, und Aljoscha Stadelmann, der so von der Geschichte überzeugt war, dass er dafür sogar eine große Rolle in einem Kinofilm abgesagt hat. „Ich sag’ jetzt nicht, welcher“, sagt Kempter augenzwinkernd, „aber das war eine sehr bekannte Sache“.

Neues Projekt schon in Arbeit

Außerdem war es nicht leicht, einen Verleih zu finden. Der Film, sagt Kempter, ziehe „vielleicht nicht die breite Masse an“. Allerdings gab es in den vergangenen Jahren schon viele gute Rückmeldungen vom Publikum und von Filmjurys. Deshalb bringt das Team um Felix Kempter den Film in Form einer Kinotour raus, und dabei kommen sie auch nach Tölz. „Es ist schon was Besonderes, den Film in meiner Heimatstadt zu zeigen“, sagte Kempter. „Das Publikum wird mich bestimmt anders wahrnehmen.“ Doch „nach dem Film“ ist vor dem Film: Im Moment arbeitet er an einer fiktionalen historischen Serie, die in der Zeit der Weimarer Republik angesiedelt ist.

(Ines Gokus)

Vorstellung in Tölz

Der Film „Die Maßnahme“ wird am Mittwoch, 31. Mai, um 20.15 Uhr im Capitol Theater in Bad Tölz aufgeführt. Felix Kempter und Alexander Costea freuen sich auf viele Besucher.

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