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Festessen zu Hause statt in der Wirtschaft

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Von: Christiane Mühlbauer, Melina Staar

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Der Weihnachtsklassiker Gänsebraten wird heuer gern nach Hause bestellt. In vielen Gasthäusern bleiben die Tische vor Ort hingegen leerer als gewohnt.
Der Weihnachtsklassiker Gänsebraten wird heuer gern nach Hause bestellt. In vielen Gasthäusern bleiben die Tische vor Ort hingegen leerer als gewohnt. © DPA

In der Gastronomie im Tölzer Land ist die Lage an Weihnachten heuer durchwachsen. Viele Menschen holten den Festtagsbraten lieber ab.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Zwar gibt es heuer keinen Lockdown über die Festtage, doch die Lage in der Gastronomie an den hohen Feiertagen ist durchwachsen. Das berichten Gastronomie-Betriebe, die unsere Zeitung in den vergangenen Tagen kontaktiert hat. Nicht jeder Wirt hat geöffnet – manche haben Betriebsruhe bis Jahresende.

Gasthäuser, die geöffnet haben, bieten ihre Speisen in der Regel auch zum Mitnehmen an („to go“), vereinzelt gibt es auch „to cook“-Angebote: In vorbereiteten Kartons ist einiges schon so weit zubereitet, dass man es in wenigen Schritten zu Hause fertig kochen kann.

Keine Weihnachtsfeiern, kein Umsatz

Viele Familien bevorzugen auch heuer das Weihnachtsessen zu Hause. „Man spürt schon, dass die Leute sehr zurückhaltend sind“, sagt Tino Kellner vom „Gasthaus“ in Bad Tölz. Viele würden Essen zum Abholen bestellen. Dennoch: „Am Zweiten Weihnachtsfeiertag und an Silvester mittags sind wir ausgebucht“, sagt Kellner. Das bedeute aber keinesfalls Einnahmen wie in Zeiten vor Corona: „Davon sind wir weit entfernt. Sonst machen wir doppelt so viel Umsatz.“ Auch die ausgefallenen Weihnachtsfeiern würden schmerzen.

Wer hingegen noch einen Platz sucht, findet ihn zum Beispiel im „Altwirt“ in Wackersberg. „Unsere Auslastung beträgt noch nicht mal die Hälfe wie üblich“, sagt Wirtin Katharina Goldner. Auch sie beobachtet, dass viele Menschen „sich nicht trauen, essen zu gehen“. Man verzeichne jedoch viele Vorbestellungen fürs Abholen. „Klassiker wie Ente, Gans und Braten sind gefragt“, berichtet Goldner.

Auf den Tisch kommen Klassiker

Auch Marianne Steingruber vom Gasthaus Fischbach hat für die Weihnachtsfeiertage einige Speisen zum Abholen auf der Karte. „Es gibt Geflügelspezialitäten von Ente und Gans, Wild aus den heimischen Wäldern.“ Beispielsweise Hirschlende und Rehbraten, aber auch Fisch und vegetarische Gerichte. Als Vorspeise empfiehlt sie eine Maronenschaumsuppe. Auch die Nachspeise ist weihnachtlich: Bratapfel-Tiramisu und ein weihnachtliches Schokomousse. Auch das Angebot, Speisen abzuholen, die man zuhause nur noch schnell selber fertig kochen muss, wurde wieder sehr gut angenommen. „Wir haben das letztes Jahr schon gemacht und wegen des Erfolgs jetzt wiederholt.“ Zwar sei der Aufwand eher hoch, weil schließlich alles gut verpackt werden müsse. „Aber es macht auch Spaß, wir machen das gerne.“ Insgesamt sind die Reservierungen im Lokal selbst eher verhalten. Dagegen werde das Angebot, Speisen abzuholen, vermehrt angenommen.

Ähnliches berichtet Sepp Reßl vom Gasthof Herzogstand in Benediktbeuern. „Die Belegung in der Wirtschaft ist nicht so gut wie sonst, die Leute sind einfach unsicher“, sagt Reßl. Auch bei ihm haben die Bürger für die Feiertage schon Festessen vorbestellt: „Gänse, Enten, Hirsch, Wild und Fisch wird gut nachgefragt“, berichtet Reßl. Wer kurzfristig noch einen Platz im Lokal wolle, habe gute Chancen, einen zu bekommen.    

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