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Personalien: Kreisbrandrat Karl Murböck (li.) und Landrat Josef Niedermaier (re.) verabschiedeten bei der Dienstversammlung Kreisbrandinspektor Hermann John (2. v. li.) und ernannten ihn zum Ehren-Kreisbrandinspektor. Johns Nachfolge tritt Alfred Schmeide (Mi.) an. Seine Position als Kreisbrandmeister für Lenggries/Jachenau übernimmt Anton Leeb. 

Feuerwehr-Dienstversammlung

Wenn Facebook die  Todesnachricht überbringt

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Eine große Palette an Themen stand in der Frühjahrsdienstversammlung der Feuerwehren im Landkreis auf der Tagesordnung. Unter anderem ging es um den Umgang mit Facebook & Co.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Die Führungsebene der Feuerwehren im Landkreis ist eindeutig in Männerhand. Kaum eine Frau hatte sich zur Frühjahrsdienstversammlung in die Benediktbeurer „Post“ verirrt. Eine der wenigen war 3. Bürgermeisterin Margarete Steffens, die neben Kreisbrandrat Karl Murböck die Begrüßung übernahm. Sie freue sich über „diese Dichte an Elite hier“, sagte sie. Die Feuerwehr sei neben der Bergwacht das Ehrenamt, „das das höchste Ansehen genießt“. Vor allem, weil die Mitglieder rund um die Uhr für die Allgemeinheit im Einsatz sind, so Steffens.

Die Palette der Themen war groß: Neben dem Sachstan

d zur Einführung der digitalen beziehungsweise Tetra-Alarmierung gab es Vorträge über den Einsatz der Flughelfergruppe beim Brand am Graseck/Jochberg und die Arbeit der Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter.

In der Pause konnten sich die Aktiven die neuen Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften anschauen. Besonderes Prunkstück ist die neue Drehleiter der Lenggrieser Feuerwehr für 661 000 Euro. Das 16-Tonnen-Fahrzeug, dessen Leiter auf rund 30 Meter ausfahrbar ist, wurde erst vor wenigen Tagen ausgeliefert. „Ich glaube, ich brauche drei Stunden, wenn ich jetzt aufzähle, was das alles hat“, scherzte Kreisbrandmeister Robert Schmid, der die neuen Fahrzeuge vorstellte. Neben der Drehleiter gibt es in St. Heinrich ein neues Löschfahrzeug (MLF/219 000 Euro) und in Weidach einen Anhänger samt einem „Rüstsatz Bahn“ (knapp 14 000 Euro). Zu diesem gehört beispielsweise eine Rettungsplattform, über die Passagiere evakuiert werden können, wenn der Zug auf freier Strecke halten muss.

Mit dem Thema Soziale Medien befasste sich Kreisbrandmeister Georg Lettner in seinem Vortrag. Der Heilbrunner, der an der Geretsrieder Feuerwehrschule den Lehrgang zum Thema Öffentlichkeitsarbeit betreut, warnte vor einem zu unbedachten Umgang. Lettner hatte abschreckende Beispiele mitgebracht. So hatten Eltern in Nordrhein-Westfalen durch einen Facebookpost vom Tod ihrer Söhne erfahren. „So etwas darf nicht passieren. Todesnachrichten überbringt die Polizei. Sie müssen sich immer vorstellen, wie es Ihnen gehen würde, wenn Sie dieser Angehörige gewesen wären und so die Todesnachricht erfahren hätten“, mahnte Lettner. Einen ähnlichen Fall habe es auch bereits im Landkreis gegeben.

Der Heilbrunner warnte zudem davor, Bilder von Einsatzstellen in vermeintlich Feuerwehr-internen Whatsapp- oder Facebook-Gruppen zu verschicken. „Man kann nie sicher sein, dass nicht doch jemand dieses Bild nach außen weitergibt.“

Natürlich sei die Dokumentation vor Ort wichtig. Anstatt aber dass alle mit ihren Handys knipsen, sei es besser, einen zu bestimmen, der Fotos macht – und zwar mit einer richtigen Kamera, das wirke professioneller. „Mir hat einmal ein Opfer gesagt, dass es schon schlimm war, dass er da lag und ständig ein Handy über ihm geklickt hat“, schilderte Lettner. Fotografiert hätten an der Einsatzstelle aber keine Journalisten, sondern ausschließlich Einsatzkräfte. „Die Opfer dürfen durch unsere Berichterstattung nicht zum zweiten Mal zu Opfern werden“, plädierte Lettner und forderte „Respekt vor dem Leid der Opfer“ und Angehörigen. 

Kreisbrandrat Karl Murböck hatte zum Abschluss noch zahlreiche Informationen aus den jüngsten Fachtagungen mitgebracht. Dabei ging es beispielsweise um die geplante Anhebung der Altersgrenze für den aktiven Dienst von 63 auf 65 Jahre. Die kommt für Hermann John zu spät: Nach seinem 63. Geburtstag am 10. März wurde der langjährige Kreisbrandinspektor Süd nun unter lang anhaltendem Applaus verabschiedet (siehe Kasten unten).

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