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Feuerwehr schließt Zusammenhang zwischen Bränden aus

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In den vergangenen Wochen hat es nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich überdurchschnittlich oft im südlichen Landkreis gebrannt. Das bestätigt Hermann John auf Nachfrage. „Ich bin seit 44 Jahren im Amt“, sagt der Kreisbrandinspektor Süd. „Aber an so eine Häufung kann ich mich nicht erinnern.“

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wie berichtet, wurde die Feuerwehr seit dem Zweiten Weihnachtsfeiertag achtmal zu größeren Bränden mit zum Teil immensem Sachschaden gerufen. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 gab es insgesamt nur 39 Brandeinsätze. „Da haben wir jetzt schon einen guten Vorsprung“, sagt John mit Blick auf das noch junge Jahr.

Die ungewöhnlich vielen Brände sind auch innerhalb der Feuerwehr ein Thema. „Darüber wird viel diskutiert.“ Die Rettungskräfte sind sich laut dem Kreisbrandinspektor aber einig: Ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Fällen besteht nicht. „Das schließen wir aus“, betont John.

Schließlich seien die Unglücksursachen ganz unterschiedlich: Der verheerende Brand am Jochberg beispielsweise, bei dem mehrere 100 000 Euro Schaden entstanden sind, wurde vermutlich von zwei Münchnern ausgelöst, die in der Silversternacht das Feuerwerk von oben aus beobachten wollten. Dabei entfachten sie ein Lagerfeuer, das wohl außer Kontrolle geriet. Der Großbrand in Bichl, bei dem am Zweiten Weihnachtsfeiertag etwa 450 000 Euro Schaden entstanden sind, wurde durch einend technischen Defekt an einem Traktor ausgelöst. Die Ursache für den Brand in einem Mehrfamilienhaus im Tölzer Farchet mit etwa 50 000 Euro ist zwar unklar. Aber eines ist sicher: Das Feuer ist im Speicher ausgebrochen. „Da kommt kein Fremder hin“, sagt John in Anspielung auf einen möglichen Brandstifter.

Insofern schläft der Kreisbrandinspektor dieser Tage ohne die Sorge ein, dass im nächsten Moment schon wieder irgendwo ein Feuer ausbrechen könnte. „Das wäre anders, wenn wir Brandstiftung in Erwägung ziehen würden“, betont John. 1993 etwa habe er deutlich unruhiger geschlafen: Damals hatten zwei Tölzer Feuerteufel unter anderem das Alte Rathaus und ein Kino in Brand gesteckt. „Da habe ich regelrecht darauf gewartet, dass wieder etwas passiert“, erinnert sich John.

Dieser Tage sind es keine Brandstifter, die John Sorgen machen, sondern die „sehr dünne Personaldecke“, mit der die Feuerwehr zu kämpfen hat – vor allem, wenn es tagsüber brennt. Denn dann gehen die ehrenamtlichen Rettungskräfte ihrem eigentlichen Beruf nach, viele an weiter entfernten Orten wie München. „Wenn wir 20 Leute zusammen bekommen, sind wir schon froh“, betont John. Um diesem Problem zu begegnen, werden die Feuerwehren in der Region generell „sehr weiträumig alarmiert“. John hofft, dass das nicht so bald wieder nötig sein wird: „Jetzt darf es mal ruhiger werden.“

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