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Vor den versammelten Vertretern der 58 Landkreis-Feuerwehren sowie der Städte und Gemeinden ließ Kreisbrandrat Karl Murböck am Samstag im Tölzer Kurhaus das Jahr Revue passieren.

Dreikönigsversammlung

Feuerwehren ziehen Bilanz: 2333-mal Alarm

Der große Flächenbrand am Jochberg zu Neujahr war nur der Auftakt: 38 weitere Großbrände hielten 2017 die Feuerwehren im Landkreis auf Trab. Dementsprechend bewegt fiel der Rückblick beim traditionellen Dreikönigstreffen im Tölzer Kurhaus aus.

Bad Tölz – Ob unaufmerksame oder leichtsinnige Autofahrer, Hausbesitzer, die fahrlässig heiße Asche in die Tonne kippen, oder einfach nur Bürger, deren Häuser zu nahe am Wasser gebaut sind: Sie alle können froh sein, dass es die Freiwillige Feuerwehr gibt. Rund 3300 Frauen und Männer in 58 Feuerwehren sorgen im Landkreis für Sicherheit und damit auch Lebensqualität. Davon berichtete Kreisbrandrat Karl Murböck am Samstag in der Jahreshaupt- und Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands im Tölzer Kurhaus.

Kein Wunder, dass auch Landrat Josef Niedermaier als oberster Dienstherr und der Tölzer 2. Bürgermeister Andreas Wiedemann in ihren Grußworten die Feuerwehren als eine der größten Bürgerinitiativen bezeichneten. „Das verlässliche System schneller und kompetenter Hilfe“ müsse auch in Zukunft leistungsfähig erhalten bleiben, sagte Murböck. Er erinnerte an die 2333 Alarme, davon 480 Brände, 1256 Hilfeleistungen, 51 Sicherheitswachen sowie 468 First-Responder-Einsätze. In diesen Zahlen sind allerdings auch 245 Fehl-, böswillige oder Täuschungsalarme enthalten.

Nicht weniger als 38 Großbrände mussten in den vergangenen zwölf Monaten bekämpft werden. 43-mal waren es eher kleinere Feuer, und 24-mal waren die Flammen beim Eintreffen der Wehren bereits gelöscht.

Zu 38 Großbränden rückten die Feuerwehren im Landkreis 2017 aus – hier ein Feuer, das am Tölzer Kalvarienberg durch heiße Asche in einer Tonne ausgelöst wurde.

Am schlimmsten war der Brand am Graseck oberhalb des Kochelsees, der in der Neujahrsnacht 2016/17 von zwei Wanderern ausgelöst wurde und dessen Bekämpfung mit zehn Hubschraubern und 400 Einsatzkräften drei Tage dauerte. Für die unmittelbar Betroffenen weit schlimmer waren mehrere Hausbrände in Bad Tölz. Insgesamt gab es bei Brandeinsätzen und Unfällen im Vorjahr 27 Tote zu beklagen.

Um all diesen Aufgaben gerecht zu werden, mussten zahlreiche Übungen abgehalten, die Ausrüstung erneuert und die Alarmierung verbessert werden. Nachholbedarf sieht Murböck noch bei der Wasserrettung. „Die vielen Bade- und Schlauchbootunfälle zeigen die Notwendigkeit der Abstimmung“, so Murböck.

Eher unter „Kurioses“ einzuordnen ist der Aufhebungsbescheid der Werkfeuerwehr Moralt nach 73 Jahren. Sie war offiziell im Jahr 1944 in dem Tölzer Holzwerk an der Lenggrieser Straße gegründet worden und sollte 2013 aufgehoben werden, nachdem sie de facto nicht mehr existierte und auch kein Ansprechpartner mehr vorhanden war. Es dauerte aber, so Murböck, bis November 2017, bis die ehemalige Werkfeuerwehr auch auf dem Papier zu existieren aufhörte. Seither gibt es „nur“ noch 58 Wehren im Landkreis.

Heuer soll die sogenannte Tetra-Alarmierung im Oberland als Pilotprojekt eingeführt werden. Hierzu müsse aber an der Verbesserung der Netzabdeckung gearbeitet werden, vor allem im Tölzer Stadtbereich, so Murböck.

Auch davon berichtete der Kreisbrandrat: Als Helfer bei Naturkatastrophen ist die Feuerwehr auch selbst vor den Unbilden der Natur nicht gefeit. Um Nachwuchs zu generieren, machten die Jugendfeuerwehren im August einen Ausflug an den Achensee zu einem Zeltlager. Das musste allerdings wegen eines heftigen Sturms abgebrochen werden, die Jugendlichen übernachteten statt im Freien im Feuerwehrhaus Achenkirch und traten dann am nächsten Tag zwar trocken, aber etwas verfrüht die Heimreise an.

Einen erfolgreichen Einstand hatte der im vergangene Jahr neugewählte Kassier des Kreisfeuerwehrverbands, Stefan Kießkalt, der für 2017 einen kleinen Gewinn erwirtschaften konnte. Dies würdigte Kassenprüfer Hans Ostermünchner mit dem Wortspiel: „Der Kießkalt hat seinen Kies im Griff.“ Der Haushaltsplan für 2018 sieht allerdings Aufgaben in Höhe von 2000 Euro vor, so dass man vermutlich auf die Rücklagen in Höhe von 30 000 Euro zurückgreifen muss.

Auch heuer würdigte der scheidende Kreisbrandrat (siehe Bericht unten) das Engagement der Bevölkerung, wenn es um die Belange der Feuerwehren geht. So konnten wieder verschiedene Jubiläen gefeiert und neue Feuerwehr-Gerätehäuser und Fahrzeuge eingeweiht werden.

Karl Bock

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