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(v. li.) Felix Thormann und Hannah Melichar sowie Roland und Heide Melichar von der Firma Rollo Solar.

Firma Rollo Solar aus Bad Tölz erhält einen der beiden Wirtschaftspreises des Landkreises

Garagen-Firma reift zum Top-Unternehmen

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Bei der Firma Rollo Solar läuft es rund. Das Geschäftsmodell Schwimmbad-Abdeckungen brummt, der Standort Bad Tölz ist optimal, und die Nachfolge im Familienunternehmen ist auch gesichert. Der Wirtschaftspreis des Landkreises ist 2018 das Sahnehäubchen obendrauf.

Bad Tölz– „Ja, wirklich“, bestätigt Hannah Melichar lächelnd, „meine Eltern Roland und Heide Melichar haben 1983 tatsächlich in einer Geretsrieder Garage mit ihrer Firma angefangen.“ Die Idee: Schwimmbad-Abdeckungen aus Polycarbonat-Elementen. Sie bringen bis zu 30 Prozent Energieersparnis, reduzieren den Chemieeinsatz und schonen damit die Umwelt.

Schwimm-Abdeckungen stellen auch andere Firmen her. Das Besondere am Tölzer Produkt sind die deutlich höheren Wandstärken der Solarprofile. Das sorgt für Sicherheit. Erwachsene bis zu 100 Kilo können sogar darüber gehen. Und kleine Kinder können nicht mehr in den Pool fallen und ertrinken. Volksmusik-Star Ernst Mosch legte sich eine Rollo-Solar-Abdeckung gar für seinen Hund zu. Apropos Edelkunden: Die Liste ist namhaft. Wladimir Putin, Mehmet Scholl, Oliver Kahn, Susanne Klatten und Hansi Hinterseer haben Rollo Solar geordert.

Privatkunden machen etwa 25 Prozent des Geschäfts aus. Wichtigste Zielgruppe ist mit rund 65 Prozent die Hotellerie. Auch in Schloss Elmau etwa arbeitet eine Schwimmbad-Abdeckung aus Tölzer Produktion. Dafür konstruierte Rollo Solar sogar eine versenkbare Hubanlage. Maßgeschneiderte Lösungen sind ohnehin eine Spezialität des Hauses. Unzufrieden mit der anfälligen Motorentechnik der Zulieferer, entwickelte einer der Tölzer Ingenieure einen robusten Rohrmotor als Antrieb der Schwimmbad-Abdeckungen. „Den ordert jetzt sogar die Konkurrenz. Rohrmotoren sind miitlerweile unser zweites Standbein“, sagt Melichar.

Im Jahr 2008 zog das prosperierende Unternehmen Rollo Solar ins Tölzer Gewerbegebiet Farchet. Der Standort, sagt Hannah Melichar, sei optimal. Man befinde sich in der Nähe der Kundschaft – etwa am Starnberger See oder in der Schweiz und Österreich. Das Russland-Geschäft ist aufgrund der politischen Entwicklungen zurückgegangen. Doch haben sich überraschend seit Anfang des Jahres neue Märkte in Norwegen, Dänemark und Großbritannien aufgetan. Auf „17 bis 19 Prozent“, schätzt Hannah Melichar die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr. Und: „Der Brexit wird spannend.“

Maschinen sind nicht alles. Rund 50 Mitarbeiter sorgen dafür, dass der hohe Service-Anspruch des Unternehmensgründers umgesetzt wird. Das Unternehmen tut viel, damit das Betriebsklima stimmt. Die Biokiste kommt ins Haus am Josef-Janker-Ring 18, Tankgutscheine und Handys sind weitere „fringe benefits“, also freiwillige Leistungen.

Umso erstaunlicher ist es, dass Rollo Solar seit geraumer Zeit vergeblich auf der Suche nach Schlossern ist. „Das ist ein Trauerspiel“, meint Hannah Melichar. Die Lösung: „Wir müssen die Schlosser selbst ausbilden.“ Die Betriebsnachfolge ist für viele Mittelständler ein großes Problem. Rollo Solar ist die Ausnahme. Hannah Melichar, die in München und London internationales Management studierte, ist seit 2014 langsam in die Firma hineingewachsen. „Meine Eltern haben mich nie dazu gedrängt“, empfiehlt sie allen Unternehmer-Eltern ein probates Mittel. Heute weiß sie: „Büro, Marketing und Teamarbeit ist genau mein Ding.“ – Unser Ding, meint sie eigentlich. Auch ihr Lebensgefährte Felix Thormann hat das kleine, aber feine Unternehmen im Tölzer Farchet schätzen gelernt. Gelebt wird in München, gearbeitet im Tölzer Gewerbegebiet.

Der von der Mittelstandsunion und dem Tölzer Bürgermeister Josef Janker initiierte Wirtschaftspreis des Kreises ist das Sahnehäubchen auf einem ohnehin höchst erfolgreiches Jahr. Da passe es genau, „dass der neue Image-Film des Unternehmens an dem Tag fertig wurde, als wir vor dem Preis erfuhren“, sagt Hannah Melichar. Und was bedeutet die Auszeichnung für sie? „Das zeigt uns, dass wir etwas richtig machen und als Unternehmen und Arbeitgeber in der Region geschätzt werden.“

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