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Ab in die Freiheit ging es für eine Vielzahl von Huchen entlang der Isar. Exemplare des Fischs setzten (v. li.) Michael Gilgenreier (Gewässerwart Bezirksfischereiverein Bad Tölz), Andi Pfirstinger (Alpine Angler), Max Härtl (Jugenwart BFV), Philipp Zechmeister (Fischwirtschaftsmeister) und Manfred Haff (Vorsitzender BFV) unterhalb des Tölzer Stausees aus. 

FISCHEREIVEREIN

Hilfe für den Huchen

Bad Tölz – Der Fisch des Jahres 2015 ist „gleich mehrfach gefährdet“. Der Fischereiverein hat nun mehrere Huchen-Exemplare in der Isar ausgewildert.

Zunächst etwas zaghaft, dann aber immer munterer geht es aus der großen Plastikwanne ins große Gewässer. Ein paar kräftige Bewegungen, und schon ist der Fisch in den Fluten der Isar unterhalb des Tölzer Stausees verschwunden. Zum Jahresausklang hat der Bezirksfischereiverein Bad Tölz mehrere prachtvolle Huchen-Exemplare ausgewildert. Es ist ein Beitrag zum Erhalt des größten heimischen Fischs der Lachsfamilie, der zugleich Fisch des Jahres 2015 ist.

Die Huchen-Bestände sind stark bedroht. Damit diese besondere Fischart in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wieder Fuß fasst, werden die knapp 70 Zentimeter langen und drei Jahre alten Jungtiere sowohl in der Donau auch als auch in deren Zuflüssen von Wertach bis Regen freigelassen. Obwohl der Huchen an der Spitze der Nahrungskette der heimischen Fischarten steht und bis zu 1,50 Meter lang wird, ist er weitgehend unbekannt. Er ernährt sich von kleineren Fischen wie Barbe und Nase.

„Der Huchen ist gleich mehrfach gefährdet“, sagt Manfred Haff, Vorsitzender des Bezirksfischereivereins Bad Tölz. „Gerade in der Isar setzt ihm die immer stärker werdende Nutzung des Gewässers durch den Menschen für Sport und Freizeit besonders zu.“ Haff sieht deshalb die Ämter und Behörden in der Pflicht: „Bestimmte Gewässerabschnitte müssen durch Verbote und Kontrollen wesentlich besser geschützt werden.“ Eigentlich seien nämlich alle Flussfischarten hier in Gefahr. „Beim Huchen zeigt sich die ganze Misere besonders deutlich. Kleinfischarten werden selten, und er findet nicht mehr genug Nahrung. Außerdem gibt es kaum noch geeignete Plätze zur Fortpflanzung.“

Die fleißigen Helfer beim Aussetzen hoffen nun auf einen Erfolg ihrer Bemühungen. Haff rechnet allerdings damit, dass nur die Hälfte der Exemplare auf Dauer überlebt. Neben Erholungssuchenden machen dem Huchen auch der Kormoran sowie der Gewässerverbau das (Über-)Leben schwer. Daher soll die Öffentlichkeit für die Lebensweise des Huchen, seinen Lebensraum und seine Gefährdung sensibilisiert werden. Zum Aufbau selbstreproduzierender Bestände sei es zwingend notwendig, so Haff, die letzten natürlichen Gewässerabschnitte zu erhalten und verloren gegangenen Lebensraum wiederzugewinnen.  dh

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