Herbert Rehmer steht an den Ausdauergeräten seines Tölzer Fitness-Studios. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen dem Unternehmer nach wie vor zu schaffen.
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Herbert Rehmer steht an den Ausdauergeräten seines Tölzer Fitness-Studios. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen dem Unternehmer nach wie vor zu schaffen.

Corona Auswirkungen 

Nicht mehr so unbeschwert im Fitnessstudio

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Seit mehr als einem Monat sind die Fitnessstudios wieder offen für ihre Mitglieder. Während es in manchen Unternehmen beinahe wieder normal zugeht, kämpfen andere mit Kündigungen und geringer Frequenz. Die Zielgruppe scheint entscheidend zu sein.

Bad Tölz – Nach wie vor sind die Zeiten in den Fitnessstudios von Herbert Rehmer schwierig. Der Unternehmer betreibt drei Studios im Oberland. Eines davon in der Isarstadt. „Im Tölzer Studio geht es noch am besten. Platzbedingt musste ich hier nicht so viele Geräte sperren, wie in Gmund“, sagt er. Von Normalbetrieb könne aber auch dort bisher nicht die Rede sein, antwortet er auf Nachfrage unserer Zeitung. Bei Gruppenkursen könnten beispielsweise nur die Hälfte der Mitglieder teilnehmen wie vor Corona-Zeiten.

Rehmer merkt deutlich, dass viele seiner Kunden noch verunsichert sind. „Es kommen bis zu 30 Prozent weniger Mitglieder als üblich, Neuanmeldungen gibt es wenige, dafür einige Kündigungen“, berichtet der Inhaber. Als Hauptgrund für den zähen Start sieht Rehmer die Zielgruppe, die seine Studios ansprechen. „Wir haben viele Mitglieder, die zur Risikogruppe gehören. Die sind sehr zurückhaltend.“ Die größte Herausforderung sei, dass „viele Mitglieder mit Reha-Rezept bei uns sind. Gerade diese Menschen sollten aber regelmäßig ihr Training absolvieren.“

Mehr Kündigungen als vor Corona 

Rehmer versuche alles, dass sich die Mitglieder so sicher wie möglich in seinen Studios fühlen. Aber das bringe auch Probleme mit sich: „Ein paar jüngere Kunden zeigen sich uneinsichtig, was die Einhaltung der Hygieneregeln betrifft“, klagt er. Viele seien aber froh über die jüngsten Lockerungen, was die Nutzung der Sauna, Umkleiden und Duschen, betrifft. Nun hoffe er, dass „gesundheitsorientierter Sport bald wieder einen Aufschwung bekommt“.

Ähnlich ist die Situation im Sportstudio Hirsch. Inhaber Karl Hirsch hat seine Türen erst vor gut zwei Wochen wieder geöffnet. „Die Leute sind zwar dankbar, dass sie wieder kommen dürfen, sind aber nach wie vor zurückhaltend, was das Training angeht“, berichtet er. Viele Mitglieder gehören zur Risikogruppe.

Trotz der neusten Lockerungen hat Hirsch die Saunen noch nicht in Betrieb genommen. „Es können mit dem gebotenen Abstand nur wenige in die Sauna gehen. Ich will vermeiden, dass die einen Mitglieder reingehen können, und die anderen nicht. Das würde mich als Kunde auch stören“, erklärt er seine Entscheidung.

Viele Mitglieder gehören zur Risikogruppe 

Insgesamt merke er, dass die früher gewohnte Unbeschwertheit im Studio zurückgegangen sei. „Aber so ist es ja leider überall“, sagt Hirsch und fügt hinzu: „Wir hoffen aktuell auf weitere Lockerungen.“

Ein Stück weiter in Richtung Normalität fühlen sich Bernd und Barbara Bachfischer, Inhaber der Tölzer Balance-Schmiede. „Wir haben von Grund auf nie mehr als acht Leute in den Räumen gehabt. Momentan ist der Betrieb mit sechs Leuten möglich. Und auch die Anmeldungen liefen schon vor Corona online.“ Insofern sei die Balance-Schmiede durch die Auflagen nicht drastisch eingeschränkt.

Einen Mehraufwand gab es zu Beginn der Wiederöffnung. „Viele unserer Kunden kommen mit einem speziellen Problem. Daher mussten wir die meisten Trainingspläne nach der langen Pause umschreiben und individuell anpassen“, berichtet der Inhaber. Doch mittlerweile pendele sich auch das wieder ein.

Muskelshirts wieder erlaubt

Der Studioleiter der Tölzer Fit-Lounge, Aaron Fritz, sagt: „Der Anfang lief schleppend, aber mittlerweile ist alles wieder recht normal, und es macht allen Spaß.“ Die Trainingsdauer sei nach wie vor noch auf eine Stunde begrenzt. Maximal zwölf Mitglieder können gleichzeitig sporteln. Dass die Umkleiden wieder genutzt werden können, sei zwar eine Erleichterung, doch Fritz fällt auf, dass „die meisten es beibehalten haben, in Sportkleidung zu kommen“.

Die Erfahrung hat auch die Studioleiterin vom Tölzer Clever Fit, Anastasia Strathmann, gemacht: „Die Duschen und Umkleiden sind begrenzt wieder nutzbar, aber die Nachfrage ist recht gering.“ Mittlerweile habe sich laut Strathmann der Betrieb wieder relativ normalisiert. „Natürlich gelten ähnliche Hygieneauflagen, wie überall sonst auch. Aber die meisten haben sich daran gewöhnt.“

Etwa zehn Prozent der durchschnittlich recht jungen Mitglieder seien bis dato noch nicht zum Trainieren gekommen. „Worüber ich aber froh bin, ist, dass seit 8. Juli das Verbot von Muskelshirts aufgehoben worden ist.“ Einige junge Männer hätten sich quer gestellt, ein die Schultern bedeckendes Oberteil zu tragen.

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