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Vegetarierbund

Fleischlos glücklich in der Gruppe

Bad Tölz-Wolfratshausen –  Veganer sind heute längst keine Einzelkämpfer mehr. Jetzt schließen sich Gleichgesinnte zu einer neuen Regionalgruppe des Vegetarierbunds zusammen.

Vegan zu leben wird immer populärer. Viele Menschen verzichten auf Tierisches in der Nahrung – und damit ist nicht nur Fleisch gemeint. Eier, Milchprodukte oder Honig sind ebenfalls vom Speisezettel gestrichen. Sich über Rezepte und mehr auszutauschen, wird für Veganer im Landkreis jetzt einfacher: Es gibt eine neu gegründete Regionalgruppe des Vegetarierbunds Deutschland (Vebu).

Katharina MeixnerGründer derVebu-Regionalgruppe

Der Vebu informiert bundesweit über die vegetarisch-vegane Lebensweise. Katharina Meixner aus Benediktbeuern ist die Gründerin der Regionalgruppe. Beim ersten Treffen am Donnerstag „wünsche ich mir viele neue Gesichter und interessante Gespräche“, sagt sie. „Und vielleicht können wir gemeinsam auch etwas bewegen.“

Die aktive Tierschützerin lebt seit 13 Jahren vegan – sie stellte ihre Ernährung also bereits als Teenager um. „Damals kannten das noch ziemlich wenige. Meine Eltern haben sich Sorgen gemacht, dass es ungesund für mich sein könnte, und es gab viele Witze darüber.“

Fleisch hat Meixner nie gern gegessen. Als Kind bekam sie mit, wie ihr Vater Schafe und Hasen schlachtete, denen sie vorher Namen gegeben hatte. „Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt, und je mehr Information ich bekommen habe, desto klarer wurde mir: Es ist egal, ob ich Fleisch esse oder Milch trinke – das Tier wird durch diesen Konsum immer wie Ware behandelt“, sagt Meixner. Bioprodukte sind in ihren Augen auch keine Lösung.

„Die vegane Küche ist wahnsinnig abwechslungsreich“, betont die Benediktbeurerin. Von Ersatzprodukten wie Ei-Ersatzpulver oder dergleichen ist sie nicht besonders begeistert. „Alte Getreidesorten, regionales Gemüse, Nudeln, Reis, Quinoa oder Amaranth – damit kann man schon viel machen.“ Dass ihre Lebensweise nicht zwingend teuer sein muss, empfindet sie als sehr angenehm. „In jedem Supermarkt gibt es inzwischen Veggie-Produkte.“

Ihr Wissen mit anderen zu teilen beziehungsweise neue Anregungen zu bekommen, das verspreche sie sich von der Gruppe. Kommen kann jeder, der sich für die vegane Lebensweise interessiert. Es sind offene Treffen in unterschiedlichen Lokalitäten des Landkreises, bei denen man gemeinsam essen, sich über Rezepte und weiteres austauschen und die neuesten Veggie-Restaurants erkunden kann. „Darüber hinaus soll die Öffentlichkeit bei Veranstaltungen über die Zusammenhänge von Fleischkonsum und Klima-, Tier- und Umweltschutz informiert werden“, so Meixner. „Auf Dauer ist es einfach besser, in Kontakt mit Gleichgesinnten zu sein.“ Denn als Veganer müsse man sich trotz aller Aufklärung oft für seine Lebensweise rechtfertigen. „Ich bin nicht missionarisch unterwegs. Die Gründe, warum man kein Fleisch essen sollte, kennt schließlich jeder.“

Das erste Treffen

der Vebu-Gruppe findet am Donnerstag, 25. Februar, um 19 Uhr im Lenggrieser „Hirschbachstüberl“ statt.

Ines Gokus

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