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Kino-Team (v. li.): Betreiber Roland Wolf, die Theaterleiter Sabine und Oliver Sohnius (hinten), Marketingchefin Katharina Sohnius, Berater Michael Spiegel, Ausstatter Dirk Heckmann und Raumausstatter Peter Walherr vor einem Jahr im renovierten Saal des „Capitol“ .

Tölzer Capitol

Flößer und Opern als Kino-Kassenschlager

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Vor etwa einem Jahr startete das Tölzer Capitol-Kino am Amortplatz mit einem neuen Konzept: Nischenfilmen sollte eine Heimat gegeben werden. Die Neuausrichtung schlägt sich beriets in den Besucherzahlen nieder, wie Michael Spiegel, der das Programm plant, im Interview berichtet.

-Herr Spiegel, wurde das neue Konzept des Capitol-Kino von den Menschen in der Region angenommen?

Michael Spiegel: Ja, das wurde es, auch wenn wir weiterhin auf den „Rumsprecheffekt“ setzen. Von den meisten Besuchern bekommen wir positives Feedback auf unsere neue Ausrichtung. Auch von der Stadt wird sie akzeptiert. Wir haben unsere Besucherzahlen im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016 um etwa 15 Prozent gesteigert.

-Welcher Film ist bislang am besten angekommen? Bei welchem war das Interesse eher gering?

Michael Spiegel: Nach wie vor spielen regionale Themen die größte Rolle. Der Film „Fahr ma obi am Wasser“ von Walter Steffen über die Flößerei war in Tölz ein Riesenerfolg. Aber auch die französische Familiengeschichte „Der Wein und der Wind“ kam sehr gut an. Weniger Resonanz hatten wir bisher allgemein bei US-amerikanischen Independent-Filmen.

-Immer wieder laden Sie auch Regisseure ein, die mit dem Publikum über ihre Filme plaudern. Wie wird das angenommen?

Michael Spiegel: In der Regel sehr gut. Die ungewöhnlichste Veranstaltung war hier sicher die zum Dokumentarfilm „Wer war Hitler?“. Das Kino war ausverkauft, hinterher gab es eine gute wie kontroverse Diskussion mit dem Regisseur, die über eine Stunde ging.

-Sie übertragen auch live aus der Metropolitan Opera in New York. Wie groß ist da der Zuspruch?

Michael Spiegel: Auch hier bekommen wir viel Lob. Bei den großen Met-Klassikern von Verdi, Puccini oder auch Mozart sind auch mal 200 Opernfans im Kino.

-Wie sind allgemein die Rückmeldungen?

Michael Spiegel: Viele sagen, dass es toll ist, dass sie für viele Filme nun nicht mehr aus Tölz rausfahren müssen. Früher mussten sie oft nach München.

-Welche Altersgruppen kommen besonders gern, und gibt es „Wiederholungstäter“?

Michael Spiegel: Zu uns kommen alle Altersstufen. Allerdings zieht ein anspruchsvolles Kinoprogramm tendenziell eher älteres Publikum an. Das ist bei Filmkunst völlig normal. Auch Stammgäste spielen bei uns eine wichtige Rolle. Ich schätze deren Anteil bei uns auf wenigstens 30 Prozent. Und dann gibt es noch einen bislang eher kleinen Kreis an Interessierten, die die Originalfassungen mit deutschen Untertiteln schätzen, die wir immer mittwochs zeigen.

-Wie sieht die nahe und ferne Zukunft im Capitol-Kino aus?

Michael Spiegel: Wir möchten versuchen, immer mehr Tölzer und Kinofans aus der Region mit unseren anspruchsvollen Filmen und Sonderveranstaltungen zu erreichen. In unserem nächsten Kino-Programm haben wir beispielsweise einen Stummfilm-Abend mit Live-Musik am 8. April vorgesehen. Und am 28. März veranstalten wir ein „Benefiz-Kino“ zu „Joy in Iran“, dem neuen Film von Regisseur Walter Steffen („Fahr ma obi am Wasser“), der an diesem Abend erneut bei uns anwesend sein wird.

Weitere Informationen  auf capitol-kino.de

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