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Fürs bloße Auge schwer zu erkennen, ist der Flussregenpfeifer, wenn er auf Kiesflächen seine Eier ausbrütet.

Flussregenpfeifer

Ein seltener Vogel mitten in Tölz

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Auf einer Kiesinsel in der Isar, nahe des Parkhauses, unternimmt ein Brutpaar des Flussregenpfeiefers gerade den dritten Anlauf, Nachwuchs auszubrüten.

Bad Tölz – Mitten in Bad Tölz fühlt sich ein seltener Vogel wohl: Auf der Kiesinsel in der Isar auf Höhe des Parkhauses brütet wieder der Flussregenpfeifer. Schilder weisen darauf hin, dass Menschen die Insel nicht betreten sollten – und Hunde schon gar nicht –, um die Fortpflanzung der gefährdeten Art nicht zu behindern. Achim Rücker, Ortssprecher des Bund Naturschutz und auch im Landesbund für Vogelschutz (LBV) aktiv, hat die Schilder aufgestellt und behält die Brutstellen im Auge. Wie er auf Anfrage des Tölzer Kurier berichtet, hapert es heuer allerdings noch mit dem Bruterfolg.

Wie Rücker erläutert, hat der Flussregenpfeifer auf der Roten Liste die Kategorie 3. „Das bedeutet, dass er im Bestand gefährdet ist.“ In Bayern gibt es laut der Internetseite des LBV 950 bis 1300 Brutpaare. Zum Brüten braucht der Vogel freie Kiesflächen. Auf denen sind der Vogel und sein Nest so gut getarnt, dass sie nur schwerlich zu sehen sind.

Als die Stadtwerke im Winter aus Hochwasserschutzgründen tonnenweise Isarkies aus der Tölzer Stadtmitte in Richtung Leitzinger Au abtransportierten (wir berichteten), ließen die Arbeiter etwas südlich vom Parkhaus eigens eine Kiesinsel übrig, da sich der Flussregenpfeifer an dieser Stelle gern niederlässt. Wie Rücker berichtet, wurde die Insel sogar eigens ein wenig höher aufgeschüttet, damit mögliche Nester nicht gleich beim ersten kleineren Hochwasser weggeschwemmt werden.

Auf der Insel nahe der Tölzer Isarbrücke weisen deshalb Schilder auf einen Brutplatz hin, von dem sich Menschen und Hunde bitte fernhalten sollten.

Bei allem guten Willen: Tatsächlich hat sich die jetzige Insel nicht als ideal erwiesen. „Sie ist oben etwas zu flach, man hätte sie wohl noch ein wenig aufrauhen müssen, so dass mehr Steine hervorstehen, zwischen denen sich der Flussregenpfeifer verstecken kann.“ So aber habe das Nest ganz oben auf der Insel wie auf dem Präsentierteller gelegen – ein gefundenes Fressen für Krähen. Auf diese Weise habe das Paar „schon zum zweiten Mal die Eier verloren“. Ein zweites Brutpaar, das Rücker anfangs ebenfalls auf der Insel gesichtet hatte, ist ohnehin längst verschwunden. „Die Insel ist zu klein für zwei Paare.“

Doch ein Brutpaar ist nach wie vor da und steckt nicht auf: Gerade dieser Tage hat Rücker beobachtet, dass das Paar nun einen dritten Anlauf startet. „Das Nest ist jetzt sehr weit unten“, so Rücker. Da sei es zwar sicherer vor Krähen, dafür aber hochwassergefährdeter. Jetzt, Mitte Juni, sei freilich auch der letzte Termin, zu dem der Flussregenpfeifer noch einmal zu brüten anfange. Wenn alles gut geht, könnten die Flussregenpfeifer jetzt noch rund drei Wochen brüten, weitere drei Wochen seien die Küken anschließend flugunfähig.

Noch etwa eineinhalb Monate brauche die Vogelfamilie daher Ruhe auf der Insel. Menschen sollten sie nicht betreten. Vor allem aber Hunde jagen den Vögeln Angst ein, so dass sie das Weite suchen und die Eier vorübergehend allein lassen – für die es dann entweder zu kalt oder zu heiß werde, so Rücker. Halbwegs abgehärtet seien die Vögel zumindest im städtischen Bereich gegenüber den Bootsfahrern, die sie „relativ nah“ an sich vorbeiziehen ließen, ohne sich beeindrucken zu lassen.

Allgemein haben sich dem Biologen zufolge die Lebensbedingungen für den Flussregenpfeifer in den vergangenen Jahren an der Isar verschlechtert. Der Grund: Es gab schon länger kein Hochwasser mehr.

Das kann der Flussregenpfeifer zwar während der Brutzeit im Frühjahr und Sommer gar nicht brauchen, wenn es sein Gelege fortreißt. Ganz ohne Hochwasser aber verbuschen die Kiesflächen zunehmend – und werden damit als Platz zum Brüten ungeeignet. „Denn“, so erklärt Rücker, „der Flussregenpfeifer hat gern freie Sicht.“

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