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Der Blombergblitz ist nur eine von vielen Attraktionen am Freizeitberg. 

Neue Attraktionen geplant

Flying Fox und Aussichtsplattform: Blomberg soll aufgemöbelt werden

Der Blomberg hat als Freizeitberg ein Riesenpotenzial. Nur arbeiten die verschiedenen Veranstalter eher nebeneinander als miteinander. Das soll sich ändern. Die Stadt Bad Tölz will das Marketing übernehmen und Infrastrukturprobleme wie fehlende WCs angehen.

Bad Tölz/Wackersberg – Für eine Bewertung des Standorts Blomberg hatte sich die Tourist-Info die Innsbrucker Firma „Idee Concept & Exhibition Engeneering GmbH“ eingekauft. Ihr Vertreter Norbert Span referierte in der jüngsten Stadtratssitzung über seine Ergebnisse. Die Sichtachse von urban (München) bis alpin (Karwendel) hielt Span am Blomberg für ein Riesenkapital. Auch machte der Experte viele „superspannende Aspekte“ am Berg aus. Er legte aber auch den Finger in die Wunde und enthüllte Schwächen.Nicht das Geringste darunter ist, dass die Blomberg-Betriebe und -Veranstalter oft nebeneinander statt miteinander agieren. Das soll sich ändern. Unter Federführung der Stadt Bad Tölz soll eine gemeinsame Marke Blomberg geschaffen werden, unter deren Dach alle zusammenarbeiten.

Der Blomberggipfel bietet einen wunderbaren Rundblick: Eine weithin sichtbare Aussichtsplattform soll neue Gäste auf den Freizeitberg locken.

Span hatte aber viele andere konkrete und schnell umsetzbare Vorschläge, die jeden Wanderer betreffen. Er kritisierte zum Beispiel die schlechte Beschilderung, mahnte dringend benötigte WC-Anlagen etwa an der Berg- und Mittelstation an. Er riet dringend dazu, sich mehr um die alten – und vielleicht neue – Wanderwege zu kümmern. „Für den Gast gibt es nichts Schlimmeres, als wenn die nicht gepflegt sind.“ Müllkübel müssten geleert sein, und Unterstandshäuschen dürften nicht verfallen. Und es muss natürlich welche geben. Genauso wie mehr Sitzmöglichkeiten. Als wichtige Leitlinie gab Span den Räten mit auf den Weg: „Der Einheimische muss hingehen, dann geht auch der Gast hin.“

Der Familien- und Freizeitberg wird an schönen Tagen förmlich überrollt und konzentriert den Naherholungsdruck – nicht unwichtig – an einem Standort. Die Parkplatzerweiterung ist und bleibt deshalb, so Span, ein großes Thema.

Das Problem sei freilich, wie man die Attraktivität des Berges unter der Woche oder bei nicht so schönem Wetter erhöhen könne. Neben der Ausmerzung der genannten Schwächen hat Span bei seinen Gesprächen mit den Freizeitveranstaltern am Blomberg viele Ideen gesammelt, die in den kommenden zehn Jahren verwirklicht werden sollen. Zum Beispiel für eine weithin sichtbare Aussichtsplattform am Blomberggipfel, die den Blick von München bis weit in die Alpen hinein ermöglicht. Auf Waldspielplätzen mit Baumhäusern oder Entdeckerpfaden sollen sich einmal kleine und große Kinder austoben können. Ein langfristiges Ziel ist ein „Flying Fox“, eine Seilrutsche, mit der Besucher von der Bergstation zum Blomberghaus „fliegen“ können.

Eine Idee: Waldspielplätze mit Baumhäusern.

Außerdem soll der etwas in die Jahre gekommene Kunstwanderweg reaktiviert werden. Und „wie schaut’s denn mit einer Downhill-Strecke aus?“ wollte Camilla Plöckl (SPD) wissen. Span riet genau wie Kämmerer Hermann Forster ab. Man dürfe sich nicht verzetteln. Ein Mountainbike-Konzept müsse hingegen erarbeitet werden.

„Wird die neue Beschilderung mit dem neuen Wanderwegekonzept im Landkreis kompatibel sein?“, fragte Willi Streicher (SPD) an. Daran habe man gedacht, erwiderte Kurdirektorin Brita Hohenreiter. Streichers Wunsch, die Formulierung „Tölzer Leuchtturmprojekt“ im Marketing etwas abzuschwächen, teilte auch René Mühlberger (CSU). Das sei einer von vielen Tölzer Leuchttürmen.

Einstimmig befürwortete der Stadtrat am Ende die erarbeitete Übersichtsplanung. Die Verwaltung soll die Ideenskizzen weiterentwickeln, Einzelprojektvorschläge erarbeiten und die jeweiligen Kostenträger ermitteln. Ab 2019 stehen fürs Marketing 40 000 Euro im Tölzer Haushalt zur Verfügung. Die Nachbargemeinden, vor allem Wackersberg, sind in den Prozess eingebunden.

Christoph Schnitzer

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