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Im Juni 2003 besuchte Marie-Luise Schultze-Jahn die Förderschule. Nun wird sie nach ihr benannt.

Termin am 23. Oktober

Schule in Bad Tölz bekommt den Namen einer Widerstandskämpferin

Sie gehörte zum Umfeld der Weißen Rose: Am 23. Oktober wird das Förderzentrum Bad Tölz nach Marie-Luise Schultze-Jahn benannt.

Bad Tölz – „Am Anfang haben wir mit dem Schulnamen Marie-Luise Schultze-Jahn schon etwas gefremdelt“, sagt Schulleiter Klaus Koch und denkt einige Jahre zurück. Erst durch die intensive Beschäftigung mit der Widerstandskämpferin im Dritten Reich sei deutlich geworden, wie ideal Persönlichkeit und Leben der Tölzerin als Motto für die Schülerschaft des Förderzentrums passen: Stark machen fürs Leben, auch wenn die Startchancen nicht die besten sind.

Vor wenigen Tagen war der zehnte Todestag von Marie-Luise Schultze-Jahn. Am 23. Oktober, das steht nun fest, soll die Schule – so Corona will – nach ihr benannt werden. Als ein Ehrengast ist der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel im Gespräch.

Förderzentrum in Bad Tölz trägt künftig den Namen von Marie-Luise Schultze-Jahn

Viele Jahre sucht das Förderzentrum am Alten Bahnhof schon einen passenden Namen. Ein „schwieriger Prozess“, sagt Koch. Ein wichtiges Argument für die 2010 im Alter von 92 Jahren gestorbene Schultze-Jahn: Sie war noch persönlich an der Schule und hat Vorträge vor den Mädchen und Buben gehalten. „Was für eine Bedeutung das hatte, haben wir damals noch gar nicht realisiert“, sagt Konrektor Bernd Daiberl, der damals als Oberlehrer dabei war. Er betreut das Projekt Schulumbenennung heute in der Praxis. Und es ist ein Langzeitprojekt. Eines, das über viele Jahre Lehr- und Diskussionsstoff an der Schule sein soll, nicht nur am Tag der Benennung, wie Koch und Daiberl überzeugt sind.

„Marie-Luise Schultze-Jahn ist das ideale Vorbild für unsere Schüler“: Der Leiter des Förderzentrums, Klaus Koch (li.), und Konrektor Bernd Daiberl.

Dafür wird jetzt schon einiges getan, was man etwa an der großen Seitenwand der Aula sehen kann. Dort haben sich Schüler dem Thema Widerstand in der NS-Zeit und der Biografie Schultze-Jahns angenähert und versucht, Parallelen zu ihrer Lebenswirklichkeit zu finden. „Achtsam sein“ in dem Sinn, dass man aufpasst, was um einen herum passiert, ist einer der Schlüsselbegriffe. Sodann Mut zu haben, um etwas zu tun, sind zwei weitere. Ob das nun beim Thema Mobbing am Schulhof, im Kampf für die Umwelt oder auch politisch gemeint ist. Marie-Luise Schultze-Jahn habe mit ihrem Leben mit großen Tiefs das ideale Vorbild abgegeben, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren und für etwas einzutreten, erklärt Koch und übersetzt die zentrale Botschaft für seine Schüler einmal mehr so: „Auch wenn Ihr die schlechteren Startchancen habt, Ihr könnt es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen. Nicht aufgeben, durchbeißen“, laute die Parole, für die Schultze-Jahns Leben unglaublich viel Material und Denkanstöße biete.

Umbenennung des Förderzentrums Bad Tölz wird von Projektwoche begleitet

Wenn die Schule im Oktober umbenannt wird, wird es auch eine Projektwoche mit Arbeiten der einzelnen Schulklassen geben. Gearbeitet wird an einer Dauerausstellung, einem Film und an schulgerechten Biografietafeln von Marie-Luise Schultze-Jahn und ihrem Verlobten Hans Leipelt. Um das Thema besser eingängig und fassbar für die Schüler zu machen, wird es eine Art Schnitzeljagd geben.

Im Büro Daiberls hängt bereits der Entwurf einer Karte, die wichtige Lebensstationen Schultze-Jahns (etwa Wohnung, Praxis, Mahnmal) zeigt. Kurz vor der Vollendung ist auch das neue Logo der Schule, der Namenszug von Marie-Luise Schultze-Jahn. Wichtig zu erwähnen, ist es Koch wie Daiberl, dass sie für ihr Vorhaben viel Rückenwind bekommen. Etwa seitens der Stadt, die eigentlich gar nicht Träger der Schule ist. Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart hatte aber sogar die Idee für die Umbenennung. Auch der Landkreis zieht mit.

Schließlich stehe auch das „Weiße Rose Institut“ München der Umbenennung „wohlwollend“ gegenüber, sagt Daiberl. „Die helfen uns wirklich sehr und nehmen dafür auch Geld in die Hand.“

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