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Stadtpfarrer Peter Demmelmair (li.) bekam zur Vereinsuaflösung noch einmal einen Scheck von den Vorstandsmitgliedern entgegen.

Vereinszweck erfüllt

Förderverein Stadtpfarrkirche: Glückliche Auflösung

Bad Tölz – Der Zweck ist erfüllt: Der Förderverein Stadtpfarrkirche Bad Tölz hat in einer außerordentlichen Sitzung seine Auflösung beschlossen.

Die Renovierung des Gotteshauses gilt als abgeschlossen. Der Verein brachte in zehn Jahren rund 385.000 Euro auf.

„Zwar sind die Altarkrippe und die Winzererkapelle noch nicht fertig renoviert, aber Spenden können von nun an ans Pfarrbüro gegeben werden“, erklärte Vorsitzender Claus Janßen am Dienstagabend im Pfarrsaal am Schulgraben. Als letzte Handlung übergaben er und die Vorstandsmitglieder Hugo Zimmert, Alois Filgertshofer und Bodo Dreisbach sen. einen Scheck über 200.000 Euro an die Kirchenstiftung. Den Scheck nahm Stadtpfarrer Peter Demmelmair sichtlich bewegt entgegen. „So etwas hatte ich noch nie“, gab der Geistliche Rat zu.

Das Geld muss laut Vereinssatzung weiterhin für die Renovierung verwendet werden. Von 2010 bis 2013 hatte der Förderverein vier Überweisungen zwischen 1800 und 70 000 Euro getätigt.

„Wir hatten für die Lebensdauer des Vereins fünf Jahre vorgesehen“, sagte Kassier Filgertshofer. „Deshalb ist besonders den Mitgliedern zu danken, die über diese Zeit hinaus bis 2016 dem Verein treu geblieben sind.“ In verschiedenen Grafiken stellte er das Vereinsvermögen dar. 55 Prozent waren einmalige Spenden, 30 Prozent regelmäßige. Fünf Prozent, sprich 20 000 Euro, flossen aus Zinsen ein, und zehn Prozent der Spendensumme erbrachten Veranstaltungen und besondere Anlässe. Interessant waren auch die Höhen der Spenden. Filgertshofer hatte als Kassier unzählige Quittungen ausgestellt und jede Buchung vorgenommen. Kassenprüfer Kurt Breiter lobte dessen stets einwandfreie Arbeit. Knapp 1400 Quittungen machten Beträge unter 100 Euro aus. „Das wurde von einem bemerkenswerten Anteil der Gläubigen getragen“, erklärte Filgertshofer. Für bis 1000 Euro verbuchte der Kassier 381 Eingänge. Der Großteil der Summe, rund 300.000 Euro sei bis 2010 zusammengekommen, so Filgertshofer.

Das erzbischöfliche Baureferat sei vor zehn Jahren von einer Kostenschätzung über 4,6 Millionen ausgegangen, erinnerte Janßen. Nach zehn Jahren lautet die endgültige Summe der Renovierung knapp 7,4 Millionen Euro. Den größten Anteil der Summe stemmte das Ordinariat mit über 71 Prozent. Die Stadt Bad Tölz beteiligte sich mit 400 000 Euro (5,4 Prozent), was Janßen und Demmelmair besonders würdigten. Es folgten die Kirchenstiftung und der Förderverein (5,4 und 5,2 Prozent). Ein Grundstücksverkauf auf der Flinthöhe erbrachte 620.000 Euro (8,4 Prozent). 3,8 Prozent flossen von Denkmalamt und Bezirk Oberbayern. Über 34.000 Euro leistete die Pfarrei an Eigenarbeit.

Qua Gesetz wurden die Vorstandsmitglieder zu Liquidatoren bestimmt, die den Verein noch ein Jahr lang vertreten, falls noch Forderungen gestellt würden. Nach Ablauf des Jahres erhält die Kirchenstiftung noch einmal über 2000 Euro, den Restbetrag des aufgelösten Fördervereins.

Demmelmair dankte mit einem „großen Vergelt’s Gott, denn anders kann eure Arbeit gar nicht entlohnt werden“. Dann wandte er sich an die Vereinsmitglieder und erinnerte auch an seinen Vorgänger Rupert Frania, unter welchem die Renovierung begonnen worden war. Ein Gebäude zu erhalten, sei eine immense Aufgabe, sagte Demmelmair. Das Gebäude aber von innen mit Leben zu füllen, werde die Zukunftsaufgabe der Kirche schlechthin.

Birgit Botzenhart

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