Nach Stationen an verschiedenen oberbayerischen Forstämtern übernahm Georg Rockelmann 1982 die Leitung des Forstamtes Fall, und nach der Fusionierung mit dem Forstamt Bad Tölz war er ab 1997 auch dessen Chef.
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Nach Stationen an verschiedenen oberbayerischen Forstämtern übernahm Georg Rockelmann 1982 die Leitung des Forstamtes Fall, und nach der Fusionierung mit dem Forstamt Bad Tölz war er ab 1997 auch dessen Chef.

Nachruf

Trauer um Georg Rockelmann

Im Alter von 82 Jahren ist der frühere Leiter der Forstämter von Fall und Bad Tölz, Georg Rockelmann, gestorben. In seinem langjährigen Wirken im Südlandkreis gab es viele Berührungspunkte mit den Belangen von Almwirtschaft, Naturschutz und Jagd.

Bad Tölz - Der gebürtige Tölzer hat hier die Schule besucht, nach dem Abitur ein Studium der Forstwissenschaften an der Uni München absolviert und 1965 die Staatsprüfung als Jahrgangsbester abgeschlossen. Nach Stationen an verschiedenen oberbayerischen Forstämtern übernahm Rockelmann 1982 die Leitung des Forstamtes Fall. Nach der Fusionierung mit dem Forstamt Bad Tölz war er ab 1997 auch dessen Chef. Sein Aufgabenfeld als Forstdirektor war überaus komplex: Es ging um die Bewirtschaftung und Pflege der ausgedehnten Staatswälder, die Förderung und Beratung der privaten Waldbesitzer, um die Erschließung der Bergwälder mit Fahrwegen, um Bergwaldverjüngung, um die komplizierte Trennung von Wald und Almweide sowie auch um die Jagd. Da habe Georg Rockelmann in seiner Zeit Maßstäbe gesetzt, betont der zuständige Bereichsleiter Christian Webert am Amt für Ernährung, Landwirtschaft, und Forsten (AELF) in Holzkirchen.

Speziell die Almbauern in unserem Landkreis waren häufig mit Georg Rockelmann im Gespräch bei den überaus schwierigen und über Jahrzehnte sich hinziehenden Verhandlungen um die Ablöse von uralten Waldweiderechten. „Wir haben mit ihm gute, tragfähige Lösungen gefunden“, lobt der frühere Almbauernsprecher Georg Mair die Empathie und das Verhandlungsgeschick Rockelmanns.

Aufgrund seiner bewussten Abkehr vom alten hoheitlichen Gebaren habe sich das „einstmals recht distanzierte Verhältnis sehr entspannt“. Mit seiner wohltuend umgänglichen und partnerschaftlichen Art habe er das Eis gebrochen und die Zusammenarbeit sei beinahe freundschaftlich geworden, betont Mair.

Ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz und Jagd besteht bekanntermaßen auch hinsichtlich der komplexen Zusammenhänge von Waldzustand und -verjüngung, Wilddichte und Verbissbelastung. Auch hier habe sich Georg Rockelmann immer pragmatisch für sachgerechte gute Lösungen eingesetzt, heißt es beim Kreisjagdverband und bei der Hochwildhegegemeinschaft Isarwinkel. „Wir haben uns immer ohne Streit einigen können“, betont Anton Krinner.

Georg Rockelmann war auch Gründungsmitglied und Aktiver beim Tölzer Rotary Club, der humanitäre, soziale und ökologische Dienste und Projekte fördert. Neben einer Schulpatenschaft ist da etwa auch ein regelmäßig stattfindender Ausflug mit Betreuten der Caritas-Kontaktstelle „Alt und Selbstständig“ hervorzuheben, den Rockelmann persönlich maßgeblich mitinitiiert hat, wofür Rotary ihn für „besondere Verdienste“ ausgezeichnet hat. (Rainer Bannier)

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