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Auch der beste Käse lockte EM-Orakel EMilie nicht in Richtung eines der beiden Tore. Sportredakteur Nick Scheder, Redaktionsleiterin Veronika Ahn-Tauchnitz und Praktikant Leo Binelli verfolgten das Geschehen ratlos.

Halbfinale der Fußball-EM

Franzosen im Landkreis glauben an ihr Team - Doch was sagt EMilie?

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Halbfinale! Das Fußball-Spiel am Donnerstagabend zwischen EM-Gastgeber Frankreich und Deutschland beschäftigt auch die meisten im Landkreis lebenden Franzosen.

„Ich habe so ein Gefühl, dass Frankreich 2:1 gewinnen wird“, sagt Solange Jahn. Die Inhaberin der Crêperie an der Tölzer Hindenburgstraße ist begeistert vom Nationalteam ihres Heimatlandes. „Die Mannschaft ist mental sehr stark, die Spieler halten zusammen.“ Gerade der Schock nach den Anschlägen vom November vergangenen Jahres habe das Team zusammengeschweißt, glaubt sie. Auch in Hinblick auf die hohen Sicherheitsvorkehrungen und die Arbeit der Polizisten sagt sie: „Chapeau, welche Leistung alle bringen.“

Heute wird sie auf der Terrasse ihres Lokals zusammen mit Gästen und Freunden das Spiel verfolgen. „Ich bin dann wohl der einzige Frankreich-Fan“, sagt sie lachend. Große Rivalität ist bei Solange Jahn aber nicht vorhanden: „Ich habe ein Plakat aufgehängt, darauf steht auf Französisch: ,Möge der Bessere gewinnen.‘“

Genauso hält es Anaig Fux-Coupé aus Bad Heilbrunn – sie denkt aber ebenfalls, dass ihre Landsleute am Ende im Finale stehen. Sie sei nicht gegen die deutsche Fußballmannschaft, freue sich aber für Frankreich. „Natürlich tratzen mein Mann und ich uns ein bisschen.“ Aber es sei nur ein Spiel. „Ich freue mich auch für Deutschland. Ich wünsche mir eine gute, faire Partie.“ Fux-Coupé weiß noch nicht, ob sie das Spiel zu Hause oder vielleicht mit der Jugendgruppe aus Yffiniac, die derzeit in Wackersberg zu Gast ist, ansehen wird.

Sie freut sich, dass Frankreich zur Ruhe gekommen ist und dass es möglich ist, entspannt Fußball zu sehen. „Vorher war das ganze Land im Ausnahmezustand. Jetzt sieht man, dass alle nur feiern wollen.“

Auch Christelle Kiefersauer-Mercier aus Lenggries war zu Beginn angespannt, als es zu Tumulten in und um die Stadien kam. „Ich habe immer bei Facebook geschaut, ob gerade mein Cousin vor Ort ist.“ Das Thema Sicherheit stand im Mittelpunkt. Aber jetzt freue sie sich einfach über das große Event. „Es macht Spaß zuzusehen.“ Das Halbfinale werde sie zu Hause mit ihrem Mann und Freunden verfolgen. Zu Differenzen komme es nicht: „Es ist alles gut, ich feiere sowieso. Ich drücke beiden die Daumen“, sagt sie lachend.

Hautnah mitbekommen hat Kiefersauer-Mercier die Stimmung in ihrem Heimatland vor Kurzem bei der dreitägigen Bürgerfahrt in die Bretagne. „Es reden alle über Fußball, aber der Sport ist in Frankreich immer ein großes Thema.“ Auch nehme die parallel stattfindende „Tour de France“ sehr viel Platz im Leben der Franzosen ein.

Und wer wird das Spiel für sich entscheiden? „Ich hätte eigentlich gedacht, dass Deutschland siegt, aber mein Bauch sagt, dass Frankreich gewinnt und dann auch Europameister wird.“

Der einzige Mann in der Runde übrigens interessiert sich nicht wirklich für Fußball. „Vielleicht schaue ich das Spiel an“, sagt Patrick Vogt aus Lenggries. „Aber ich bin kein großer Fan und gar nicht zu Hause.“ Freilich habe er aber ein wenig das Geschehen in seinem Heimatland verfolgt.

Maus EMiliem das EM-Orakel des Tölzer Kurier, zeigt sich übrigens unentschlossen. Ihr zielloses Verhalten auf dem Spielfeld könnte darauf hindeuten, dass es nach der regulären Spielzeit plus Verlängerung 0:0 steht.

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