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Die Mütter und Schwangeren wollen für die Tölzer Geburtshilfe kämpfen.

Geburtshilfe

Nicht kampflos aufgeben

Auch nach der Ankündigung, dass die Entbindungsstation zum 28. März schließt, geben die Mitglieder der Facebook-Gruppe „Rettet die Geburtshilfe“ nicht auf. Eine Diskussionsrunde soll noch einmal überregionale Aufmerksamkeit bringen. Inzwischen stehen auch die Experten fest, die am 17. März im Kreisausschuss sprechen.

Bad Tölz– Nachdem bereits das Bayerische Fernsehen und unsere Zeitung darauf aufmerksam gemacht haben, soll nun die „Taz“ dafür sorgen, dass jeder in Deutschland erfährt: Die Tölzer geben ihre Entbindungsstation nicht kampflos auf. Nanett Nordhausen, Eva Frühholz und Jana Kießling von der Facebook-Gruppe „Rettet die Geburtshilfe“ konnten die Tageszeitung mit Sitz in Berlin für eine Zusammenarbeit gewinnen. „Sie sind sofort auf das Thema angesprungen“, freut sich Nordhausen.

Geplant ist eine Diskussionsrunde am Donnerstag, 23. März, ab 18 Uhr im Pfarrheim „Heilige Familie“. Neben Nordhausen und den Hebammen sollen auch Mütter und Väter zu Wort kommen, die sich für den Erhalt der Geburtshilfe einsetzen. Außerdem hoffen Nordhausen und ihre Mitstreiter, den Geschäftsführer der Asklepios-Stadtklinik Bad Tölz, Joachim Ramming, gewinnen zu können. „Ich haben ihm gestern per E-Mail eine Einladung geschickt“, sagt Nordhausen.

Wie berichtet, wird die Entbindungsstation am 28. März um 0 Uhr geschlossen, weil der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden kann, nachdem zwei Ärzte ihren Hut nehmen. Die einzige Möglichkeit, die Geburtshilfe zu sichern, wäre eine gemeinsame Hauptabteilung mit einer der umliegenden Kliniken. Laut Asklepios müsste sich der Landkreis aber dauerhaft finanziell an einer solchen Kooperation beteiligen. Der Kreisrat soll am 24. März in einer Sondersitzung über diese Möglichkeit entscheiden. „Deshalb wollten wir die Diskussionsrunde unbedingt noch vorher machen, auch wenn es knapp ist“, betont Nordhausen.

Eine Woche vorher wollen die Gegner einer Schließung bei der Expertenanhörung im Kreisausschuss Präsenz zeigen. „Wir werden klar machen, dass wir nicht kampflos aufgeben“, betont Nordhausen. Sie hofft, dass so viele Mitstreiter kommen, dass der Sitzungssaal „überquillt“.

Inzwischen steht auch ein Großteil der Redner fest, die am 17. März ab 14 Uhr im Kreisausschuss sprechen werden. Wie das Landratsamt gestern am späten Nachmittag mitteilte, werden neben lokalen Experten wie dem Tölzer Belegarzt Dr. Stephan Krone, dem Wolfratshauser Belegarzt Dr. Manfred Stumpfe und Martina Winkler als Sprecherin der örtlichen Hebammen folgende überregionale Experten erwartet: Professor Günter Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomie, Professor Matthias Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Astrid Giesen, Vorsitzende des Bayerischen Hebammen-Landesverbandes, sowie der Geschäftsführer des Städtischen Klinikums München, Dr. Thomas Krössin. Sie alle sollen über die bundesweiten Entwicklungen in der Geburtshilfe referieren.

Eine Zu- oder Absage aus dem Gesundheitsministerium steht noch aus.

sis

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