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„Keiner verliert sein Gesicht.“ Die alten und neuen Jailhouse-Wirte Peter Frech und Stephanie Hörmann.

Zukunft des "Jailhouse"

Frech bleibt im „Gefängnis“

Bad Tölz - Die Verhandlungen waren schwierig und dauerten über ein Jahr. Mitte der Woche wurden die Verträge unterzeichnet: Peter Frech und Stephanie Hörmann werden das beliebte „Jailhouse“ in Bad Tölz weitere fünf Jahre betreiben. Allerdings mit neuem Bier.

Rückschau: Im Frühjahr 2015 hatten Peter Frech und seine Partnerin Stephanie Hörmann den Pachtvertrag mit dem Besitzer des „Jailhouse“ (auf Deutsch: „Gefängnis“) gekündigt. Die beiden Tölzer Gastronomen hatten Sorge, zwischen den Mahlsteinen zweier konkurrierender Brauerei-Brüder zerrieben zu werden.

Der ehemalige Biertempel gehört Dietrich Sailer, der sich mit seinem Bruder und Mitgesellschafter vom Hofbräuhaus Traunstein zerstritten hat. Das Problem: Teile der Einrichtung gehören dem Hofbräuhaus, das unter diesen Umständen partout keiner Ablöse zustimmen wollte. Dietrich Sailer hingegen forderte einen Bierwechsel. Leidtragende des Streits waren die „Jailhouse“-Pächter, die schließlich auch einen Standortwechsel nicht mehr ausschlossen.

Das ist nun vom Tisch, wie Frech vermeldet, der froh ist, „auf die Steffi gehört zu haben. Ich habe schon keine Lust zum Weiterverhandeln mehr gehabt.“ Der Fünf-Jahres-Vertrag mit einer Verlängerungsoption wurde nun Mitte dieser Woche unterzeichnet.

Der Knackpunkt ist das Bierlieferrecht. Da hat sich Sailer durchgesetzt, der nach wie vor Pläne einer eigenen Brauerei verfolgt und geeignete Grundstücke sucht. Sailer war übrigens immer optimistisch, sich mit Frech/Hörmann zu einigen. „Ich bin ja froh, dass es solche Wirte gibt“, sagte er gestern auf Anfrage und kann die ganze Aufregung über das Objekt gar nicht verstehen. „Diskussionen gibt’s doch immer.“

Bis zur Realisierung der Sailerschen Brauerei bezieht das „Jailhouse“ mit seinen mehreren hundert Hektolitern Jahresverbrauch sein Bier hauptsächlich von der Schönramer Brauerei aus der Nähe von Traunstein. Einige Sorten (Weißbier) werden von Erdinger zugeliefert. „Budweiser“ und „Miller“ sorgen aber auch weiterhin für amerikanisches Flair im „Jailhouse“.

„Eine motivierte und engagierte Truppe“, urteilt Stephanie Hörmann nach mehreren Besuchen und Treffen über das „Schönramer“-Team. Das Bier schmecke ähnlich wie das Traunsteiner. „Ich glaube, wir werden gut zusammenarbeiten.“

Die 60-Mitarbeiter-Brauerei hat den Vorteil, dass sie sehr flexibel ist und beispielsweise Veranstaltungsbier mit eigenen Etiketten produzieren kann. Im April ist die Umstellung. In diesem Monat will sich das Brauer-Team auch irgendwann den Tölzer Kunden vorstellen.

Aber auch das Hofbräuhaus Traunstein ist nicht ganz draußen, sagt Stephanie Hörmann. Für die Festplatz-Aktivitäten Frechs will man auch weiterhin mit den Traunsteinern zusammenarbeiten. „Das war uns ganz wichtig“, sagt Hörmann, die hinter dem Macher Frech die Verwaltung schmeißt. „So verliert keiner sein Gesicht.“

Christoph Schnitzer

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