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In der Tölzer „Eichmühle“ wurde diesen Sommer nicht nur gebadet, es gab auch stimmungsvolle und erfolgreiche Open-Air-Konzerte. 

Es wurde nicht nur gebadet

Freibäder ziehen nach wechselhaftem Sommer Bilanz: „Die Saison war kurz, aber heftig“

Im Mai gab‘s noch Frost, in den Ferien regnete es viel: Dazwischen aber kam die Saison in den Freibädern in Bad Tölz-Wolfratshausen so richtig auf Touren. 

Bad Tölz-Wolfratshausen Die Schule hat begonnen, der Herbst hält Einzug: Damit neigt sich die Freibadsaison im Landkreis dem Ende zu. Das Alpenwarmbad in Benediktbeuern und das Naturfreibad in Lenggries zum Beispiel haben geschlossen, die Tölzer „Eichmühle“ hat nur noch diese Woche offen. Auch wenn die Rekorde des Vorjahres ausbleiben: Die Sommerbilanz der Betreiber fällt positiv aus. Das Wichtigste, da sind sich alle einig: Unfälle gabe es keine.

Von einem „ganz normalen Sommer“ spricht Lorenz Demmel, der zusammen mir seinem Bruder als Badeaufseher im Naturfreibad Lenggries tätig ist. „Das Bad war gut besucht, und wir sind mit den 60 Betriebstagen zufrieden“, berichtet er. Das seien zwar weniger als im vergangenen Jahr, aber dennoch eine gute Anzahl. In den kommenden Tagen setzt sich Demmel mit der Gemeinde zusammen und berät über die kommende Saison.

In der Eichmühle in Tölz wird es wieder Konzerte geben - Public Viewing aber nicht

Positiv fällt auch die Bilanz aus, die die Stadtwerke Bad Tölz als Betreiber des Naturfreibads Eichmühle ziehen. „Die Saison war insgesamt gut. Mit den Besucherzahlen bin ich sehr zufrieden“, sagt Bäderchef Reinhard Oberleitner. „Die vielen heißen Tage vom vergangenen Jahr haben wir zwar nicht ganz erreicht, im Großen und Ganzen war es aber kein schlechter Sommer.“

Das zweitägige Open-Air-Festival in der „Oach“ sei ein voller Erfolg gewesen. Er habe von den Besuchern durchwegs positive Resonanz bekommen, sagt Oberleitner. „Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder Konzerte organisieren.“ Oberleitner spricht dafür bereits mit einigen Bands. „Public Viewing“ dagegen wird es aller Voraussicht nach nicht mehr geben. Das habe bei der WM 2018 „nicht gut funktioniert und wurde kaum angenommen“, sagt Oberleitner. Das habe freilich auch am schlechten Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft gelegen. Doch bei der EM 2020 wolle man das Risiko nicht noch einmal eingehen.

„Vor allem für Kinder gehört gutes Essen zu Besuch im Freibad dazu“

Das Alpenwarmbad Benediktbeuern erhielt in diesem Jahr eine Auszeichnung. Das „Deutsche Seminar für Tourismus“ verlieh dem Freibad das Prädikat „Barrierefreiheit geprüft“ für Menschen mit Gehbehinderung. Die Hauptarbeit geschah dafür bereits beim Umbau im Jahr 2016.

Mit der Saison ist Sabine Rauscher, Leiterin der Gästeinformation, sehr zufrieden. „Es war kein Rekordjahr, das lag an der Witterung, aber insgesamt war es gut“, sagt sie. Erstaunlich sei, „dass die Besucherzahlen unter der Woche enorm gestiegen sind“. Früher seien die Wochenenden die Hauptbesuchszeit gewesen. „Das hat sich ein wenig verändert.“

Die Erhöhung der Eintrittspreise hatte für Gesprächsstoff gesorgt, sei aber „okay“, meint Bürgermeister Toni Ortlieb. Das habe er sich von Gästen bestätigen lassen.

Im Alpenbad Arzbach steht immer mehr die Gastronomie im Vordergrund. „Die Leute wollen nicht mehr nur in der Sonne im Gras liegen. Vor allem für Kinder gehört ein gutes Essen zum Freibadbesuch dazu“, sagt Georg Willibald. Mit seinem Bruder Hans Willibald und seiner Nichte Brigitte Pirchmoser arbeitet er schon seit vielen Jahren im Freibad in Arzbach. Heuer feierte das Alpenbad sein 85-jähriges Bestehen.

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Durch die Kombination aus Freibad, Tennisplatz und Gastronomie kann sich der Familienbetrieb auch heute noch halten. „Das hängt alles sehr eng zusammen“, sagt Brigitte Pirchmoser. Sie leitet das Freibad seit zehn Jahren. Die diesjährigen Ferienpassaktionen, bei denen die Kinder Tennis spielten und badeten, waren ausgebucht. „Die extrem heißen Tage im Juni und die verregneten im August machten diese Saison kurz, aber heftig“, sagt Pirchmoser. Bis Ende Mai dagegen sei noch mit Frost zu kämpfen gewesen.

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Auch Bichl schließt sich dem Tenor der anderen Freibäder an. „Es war a scheener Sommer“, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. Die Besucher hätten nur Positives von ihrem Aufenthalt im Naturbad berichtet.

Anton Böhm

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