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Nur wenige kamen zur Mahnwache von Initiatorin Jenny Valenti (2. v. re.) in die Tölzer Marktstraße

Für ein neues Rentensystem

„Fridays gegen Altersarmut“: Schwach besuchte Mahnwache in der Marktstraße 

Bad Tölz war einer von bundesweit rund 200 Standorten, wo die Bewegung „Fridays gegen Altersarmut“ am Freitag eine Mahnwache abgehalten hat. Die Resonanz allerdings fiel dürftig aus.

Bad Tölz – Es war der Freitag des Protests in Bad Tölz: Am Vormittag hatten sich dutzende Aktivisten von „Fridays for Future“ vor dem Rathaus zum Protestmarsch getroffen, um für einen Wandel in der Klimapolitik zu demonstrieren. Am Nachmittag war eine Mahnwache der „Fridays gegen Altersarmut“-Bewegung am Marienbrunnen angesetzt -  zu der allerdings nur wenige kamen.

Keine rechte Gesinnung

Organisatorin Jenny Valenti aus Bad Tölz hatte im Vorfeld betont, dass sie und ihre  Mitstreiter nicht rechts orientiert seien – ein Vorwurf, mit dem sich die „Fridays gegen Altersarmut“-Bewegung immer wieder konfrontiert sieht.

„Wir sind keine Schummelgruppe und gehören keiner Partei an“, sagte Valenti. Ihr und den anderen gehe es ausschließlich darum, so viele Menschen wie möglich auf das Thema Altersarmut aufmerksam zu machen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, damit sich in unserem Rentensystem schleunigst etwas ändert.“ Es könne nicht sein, dass ein Mensch 45 Jahre lang hart gearbeitet habe und dann von nur 800 Euro Rente leben müsse. „Das ist eine Katastrophe.“

Mit ihren 27 Jahren könnte Jenny Valenti diese Problematik egal sein. Aus zwei Gründen ist sie das nicht: Zum einen ist Valentis Großmutter selbst von Altersarmut betroffen. Zum anderen gehe das Thema früher oder später jeden etwas an. Mit Plakaten und Flyern wollen Valenti und ihre Mitstreiter die Passanten in der Marktstraße für das Thema sensibilisieren.

Forderung nach einem solidarischen Rentensystem

Aktuell gehören der Gruppierung nach eigenen Angaben über 300 000 Mitglieder an. Den Aktivisten geht es vor allem um die Durchsetzung eines Forderungskatalogs. Dieser umfasst zehn Ideen zur Verbesserung der aktuellen Lage. Auf Platz eins fordern die Aktivisten zum Beispiel die sofortige Einführung eines solidarischen Rentensystems, in das ausnahmslos alle einzahlen müssen – also auch Politiker, Beamte und Selbstständige. Außerdem solle beispielsweise eine Reichensteuer eingeführt und die Agenda 2010 zurückgenommen werden. Das neue Gesetz zur Grundrente ist aus Sicht der Gruppe „menschenunwürdig“.

Der Sozialverband VdK zeigt sich dennoch skeptisch. „Fridays gegen Altersarmut“ segle unter falscher Flagge, betont die bayerische VdK-Vorsitzende Ulrike Mascher gegenüber dem BR. Und auch der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bayern warnt: Es gebe „immer mehr Hinweise darauf, dass Akteure der extremen Rechten die Gruppe unterwandert haben und das Thema instrumentalisieren wollen“, zitiert der BR die Verbands-Vorsitzende Margit Berndl. 

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