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Nicht zu übersehen ist der Sitz des Frischzellenzentrums am Tölzer Kogel. Bis ein zweites Haus zur Unterbringung von Gästen gebaut wird, dauert es laut Betreiber aber noch zwei bis drei Jahre.

Badeteil

Frischzellen bringen Tölz noch keine Gäste

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Bad Tölz - Der Bau ist imposant, das Geschäftsfeld außergewöhnlich. Seit zwei Jahren ist das Deutsche Zentrum für Frischzellentherapie im Badeteil ansässig. Die erhofften Gäste aus China und Russland bringt es bisher aber nicht nach Bad Tölz.

Impulse für den Tölzer Tourismus: Das hatte sich die Stadt vom Frischzellenzentrum im Badeteil erhofft. Der Betrieb an der Stefanie-von-Strechine-Straße läuft seit zwei Jahren. Doch die Erwartung, dass dadurch neue Gäste nach Bad Tölz kommen, hat sich bislang nicht erfüllt. Der angekündigte Bau von Gästeappartements lässt auf sich warten. Stattdessen logieren die Patienten des Frischzellenzentrums am Tegernsee.

Zwei Jahre ist es her, dass das Frischzellenzentrum den großen Neubau am Kogel bezogen hat. Laut Unternehmer Klaus Dieter Burkhart sind dort rund 20 Mitarbeiter beschäftigt. Es gibt ein Labor, in dem aus Lämmern Frischzellen gewonnen werden, welche die Patienten dann in Form eines aufbereiteten Zellenxtrakts injiziert bekommen. Ein laut Burkhart „EU-zertifizierter Schlachtraum“ steht ebenfalls vor Ort zur Verfügung. Zudem sind am Kogel Lager und Vertrieb angesiedelt, wobei man als Zielgruppen insbesondere Kunden aus Fernost und aus Russland ins Visier nimmt. Die Gäste aber sind nicht in Bad Tölz untergebracht. Vielmehr stellt die Homepage des Frischzellenzentrums das Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern als Quartier vor, preist die Schönheit des „Tegernsees und Umgebung“ und empfiehlt einen Ausflug nach München.

Kurdirektorin Brita Hohenreiter muss einräumen, dass Bad Tölz über keine passenden Unterkünfte verfügt. „Die Gäste des Frischzellenzentrums haben hohe Ansprüche“, sagt sie. In Bad Tölz gebe es zwar „hochwertige Unterkünfte“, aber nur „im kleingliedrigen Bereich“. Das Frischzellenzentrum aber benötige die Option, dass bestimmte Zimmer für das Unternehmen geblockt, bei Nicht-Inanspruchnahme aber auch wieder freigegeben werden. Für kleine Häuser sei das organisatorisch nicht machbar.

Burkhart hatte ursprünglich vor, an der Stefanie-von-Strechine-Straße noch ein zusätzliches Haus mit etwa einem Dutzend Gäste-Appartements zu bauen. Die Baugenehmigung liegt vor, sie wurde für beide Häuser zusammen erteilt. Bis der zweite Bauabschnitt umgesetzt wird, dauere es aber noch „zwei bis drei Jahre“, erklärt Burkhart nun auf Anfrage des Tölzer Kurier. Wird das Appartementhaus denn überhaupt noch errichtet? „Das ist sicher“, bekräftigt der Inhaber des Frischzellenzentrums. Sinnvoll seien die Appartements aber aus Unternehmenssicht erst dann, wenn in Bad Tölz parallel dazu ein hochklassiges Hotel zur Verfügung stehe. Seine Erwartungen richten sich auf die Umsetzung der Hotelbau-Pläne an der Arzacher Straße.

Während einige Nachbarn das vorläufig gar nicht so touristische Projekt im Badeteil argwöhnisch beäugen, sieht man in der Stadtverwaltung keinen Grund zur Nervosität. Vor Ort informieren wollten sich Bürgermeister Josef Janker und einige Amtsleiter vergangenen Herbst trotzdem und statteten dem Frischzellenzentrum einen Besuch ab. Jankers Eindruck: „Das Unternehmen ist super aufgestellt und hochinteressant, es läuft und funktioniert.“ Dass das Appartementhaus noch gebaut wird, daran hegt der Bürgermeister keinen Zweifel. „Durch die Baugenehmigung ist schließlich festgelegt, was kommt. Wann er es umsetzt, dass muss man dem Bauherrn aber schon selbst überlassen.“ Bei dem Termin im Herbst habe Burkhart angekündigt, das zweite Gebäude solle noch 2016 errichtet werden. In jedem Fall aber hält Janker das Frischzellenzentrum nicht etwa für eine reine Produktionsstätte, sondern für eine „Einrichtung, die der Gesundheit dient“ und somit bestens ins Badeteil passe.

Kurdirektorin Hohenreiter bekräftigt aber auch, dass die Ansiedlung des Frischzellenzentrums von Seiten der Stadt klar mit der Erwartung verknüpft war, „etwas nach Bad Tölz zu holen, was Gäste bringt“. Würden die Patienten dauerhaft außerhalb der Stadt einquartiert, „dann hätten wir unser Anliegen verfehlt“.

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