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Ein Osterfeuer zu entzünden, ist in vielen kirchlichen Gemeinden Tradition.

Zeitumstellung 

Frühe Osternacht und weniger Milch

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Bad Tölz-Wolfratshausen – In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird wieder an der Uhr gedreht. Für Gläubige, die eine der Osternächte im südlichen Landkreis besuchen wollen, heißt das: Eine Stunde früher aufstehen. Dem menschlichen Körper schadet die Zeitumstellung nicht. Kühen macht das aber schon zu schaffen.

In der Osternacht ist es still, Gläubige versammeln sich im Dunkeln, der Pfarrer liest die Schöpfungsgeschichte und entzündet das Osterfeuer. Knisternd wird es heller und heller, bis schließlich die ersten Sonnenstrahlen den Tag ankündigen. „Wir feiern ins Licht rein“, erklärt Dekan Martin Steinbach, „als Symbol dafür, dass es in jeder aussichtslosen Situation einen Hoffnungsschimmer gibt.“

Dieser traditionelle Gottesdienst wird in einigen Gemeinden gefeiert und beginnt meist um fünf Uhr – damit beginnt Ostern für die Gläubigen jedes Jahr früh, heuer ist die Nacht aber besonders kurz. Wie üblich wird am letzten Sonntag im März die Uhr von zwei auf drei Uhr vorgestellt. Und Ostern fällt diesmal auf diesen „kurzen“ Sonntag. „Das gibt es immer wieder mal, erstaunlich oft, leider Gottes“, sagt Steinbach. Auf die Zahl der Gottesdienstbesucher habe das aber keinen Einfluss. „Wir sind immer genügend, die Atmosphäre ist besonders.“

Das Osterfeuer später anzuzünden ginge nicht, weil es während des Gottesdienstes hell werden soll. „Wenn die Sonne am blauen Himmel blitzt, macht das was mit einem“, sagt Steinbach. Wie er es so früh aus dem Bett schafft? „Mit dem Wecker.“ Und beim anschließenden Osterfrühstück sei man froh, dass man es geschafft hat. „Es ist eine Herausforderung.“

Der Körper steckt die fehlende Stunde ohnehin locker weg, sagt Dr. Franz Hartmann, Leiter des Gesundheitsamts. „Wenn ich aus Amerika zurückkomme, meistert der Körper pro Tag eine Stunde des Jetlags.“ Heißt: Die Zeitumstellung von einer Stunde zu verarbeiten, dauert genau einen Tag. „Am besten, man beachtet das gar nicht“, rät Hartmann.

Kühe haben es hingegen nicht so leicht. „Sie brauchen acht bis zehn Tage, bis sie sich darauf eingestellt haben“ sagt Kreisbäuerin Ursula Fiechtner. Am Sonntag wird sie ihre Tiere liegend im Stall antreffen und aufscheuchen müssen, weiß sie aus Erfahrung. „Sie haben ja keinen Wecker, ihr Rhythmus sorgt dafür, dass sie morgens schon an der Melkstation stehen, wenn ich komme“, sagt Fiechtner. Aber von der Zeitumstellung weiß der Rhythmus nichts. Für Fiechtner bringt das Stress mit sich. „Ich muss mehr Zeit einplanen, bis die Tiere an der Station sind. Um 6.45 kommt der Tankwagen, da muss alles fertig sein.“

Dennoch wird im Tankwagen weniger Milch landen als sonst, weiß Peter Fichtner, Kreisobmann im Bayerischen Bauernverband. „Die Kühe werden alle zwölf Stunden gemolken, die Nacht ist kürzer, also haben sie nach elf Stunden nicht die Milch.“ Da sich das im Herbst wieder aufhebt, ist das aber nicht der Grund, warum Fichtner mit der Zeitumstellung hadert. „Jetzt ist es erstmal in der Früh dunkler, das heißt, die ich bekomme die Tiere zum Weidegang nur aus dem Stall, wenn ich alle Hoflichter anmache.“ Ihm wäre es lieber, die Sommerzeit würde vier Wochen später anfangen und nur bis Ende September gehen. „Dann wäre das kein Problem.“

Ursula Fiechtner fordert hingegen, die Zeitumstellung ganz abzuschaffen. „Braucht’s das überhaupt noch?“, fragt sie. Dass sie selbst die Kühe aufscheuchen muss, ist da aber zweitrangig. Ihr tun vor allem die Mütter mit kleinen Kindern leid. „Die sind mühevoll beschäftigt, ihre Kinder morgens in die Gänge zu bringen.“

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