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Das Frühjahrssingen der Tölzer Bergwacht im Kurhaus begeisterte wieder einmal die Zuhörer.

Frühjahrssingen: Neuer Ansager, altbewährte Qualität

Bad Tölz – Es ist inzwischen ein Selbstläufer und war auch diesmal schnell ausverkauft: Das Frühjahrssingen der Tölzer Bergwacht im Kurhaus fand am Samstagabend ein begeistertes Publikum.

Die besondere Anziehungskraft dieser Veranstaltung ist nicht verwunderlich: Erstens wird Volksmusik in hervorragender Qualität geboten, Zweitens kommt der gesamte Erlös der Tölzer Bergwacht zugute. Und die kann finanzielle Unterstützung gut vertragen, sei es für den laufenden Unterhalt, die Beschaffung notwendiger Geräte oder vor allem für den erforderlichen Bau einer neuen Einsatzwache.

Die zehnte Auflage des musikalischen Stelldicheins brachte zwei Veränderungen mit sich: Die bislang alle Jahre als Organisatoren und Mitwirkende auftretenden Tölzer Sänger hatten just am Ende des Frühjahrssingens 2015 ihren Abschied von den größeren Volksmusikbühnen erklärt. Und Willi Großer, bekannter Altmeister bairischer Ansage-Kunst und ebenfalls von Anfang an mit dabei, hatte es ihnen als damals immerhin schon knapp 81-Jähriger gleichgetan. Aus dem bewährten Sängerquartett blieb ihnen aber Norbert Weinhuber als Organisator erhalten. Weinhuber sorgt nicht zuletzt in seiner Funktion als Bereitschaftsleiter der Tölzer Bergwacht für die Weiterführung des beliebten Benefizkonzerts.

Die Aufgabe, die Zuhörer durchs Programm zu führen und dem großen Saal eine gewisse familiäre Atmosphäre einzuhauchen, hatte Weinhuber wohlbedacht dem Marquartsteiner Siegi Götze aufgetragen. Schon nach wenigen Beiträgen stellten auch einige Besucher, die Götze noch nicht kannten, fest: „Das ist kein Neuling in diesem Metier. Auch der versteht sein Handwerk.“

Das Programm zauberte zumindest in Gedanken den Frühling in all seiner Pracht herbei – auch wenn draußen das Wetter nicht ganz so zauberhaft war. Als kraftvoller Männergesang ließen sich die Reichersdorfer Sänger hören. In diesem Quartett aus der Gemeinde Irschenberg sind die drei Brüder Georg, Hans und Klaus Ellmeier zusammen mit Georg Berwanger bereits seit 1988 dem überlieferten Liedgut verbunden. Nicht anders verhält es sich beim Dreiwinkl Gsang, zu dem sich Michael Scheil aus Piding, Erika Dettendorfer aus Nußdorf und Tamara Kaltenbacher aus Berchtesgaden zusammengefunden haben. Und der „Michi“ meisterte es hervorragend, die beiden feinen Frauenstimmen mit seiner nicht zu dominanten und im ständigen Wechsel zwischen Kopf- und Bruststimme ausgewogenen präzisen 3. Stimme zu unterlegen.

Den Musikanten der Karwendelhüttn-Musi mangelte es nicht an „Rassn“, instrumentaler Fertigkeit und Flexibilität, wobei in der großen sechsköpfigen Besetzung Heinz Stieglmeier mit seiner Ventilposaune das Markenzeichen setzte. Und selbstverständlich erhielten auch die schneidigen Burschen von der Tegernseer Tanzlmusik den verdienten Applaus für ihr temperamentvolles Aufspielen.

Nach gemeinsam gespielter Zugabe wollte Siegi Götze den Musikanten und Sängern auf der Bühne spontan eine klangvolle Anerkennung zukommen lassen und animierte das Publikum zum vielstimmigen „Alperer“-Jodler.

Rosi Bauer

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