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Die übliche Besucheranzahl vermerkte das Freib ad Eichmühle in Bad Tölz. Hätte das Bad nicht Anfang August eine Woche schließen müssen, weil Schmutzpartikel gefunden worden waren, wäre das Ergebnis besser ausgefallen. 

Saisonbilanz 

Für Freibäder war’s (fast) ein Traumsommer

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  • Andreas Steppan
    Andreas Steppan
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War es ein schöner Sommer? Manchen Zeitgenossen sind zwar vor allem die vielen Regentage in Erinnerung geblieben. Doch geht man nach der Saisonbilanz der Freibäder im südlichen Landkreis, dann konnte sich der Sommer 2017 durchaus sehen lassen.

Bad Tölz-WolfratshausenAlles in allem zufrieden ist Georg Willibald vom Freibad Arzbach. Ab Mitte August sei das Wetter nicht mehr so gut gewesen, vor allem an den Wochenenden. Traditionell am meisten Betrieb sei im Arzbacher Freibad aber ohnehin vorher, im Juli – „dann, wenn die Norddeutschen schon Ferien haben und die Bayern noch nicht“, sagt Willibald. Er betreibt das Freibad sowie die Tennisplätze auf dem Gelände zusammen mit seinem Bruder Hans Willibald und seiner Nichte Brigitte Pirchmoser. Im Sommer stoßen auch noch Schwester Rosa Pirchmoser und deren Söhne aus Tirol zum Familienbetrieb. Ein paar Wetterkapriolen bringen die Betreiber nicht aus der Ruhe. „Seit das Bad nach dem Krieg wieder eröffnet hat, also 1948, gab es keinen Betriebstag, an dem ich nicht da war“, sagt Willibald. Da habe er schon viele gute und viele schlechte Sommer miterlebt.

Während er sich mit der Angabe von konkreten Gästezahlen zurückhält, ziehen die Kommunen, die Bäder betreiben, öffentlich Bilanz. So berichtete Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass diesen Sommer 12 500 Badegäste das Bichler Naturfreibad besucht hätten. „Das ist das zweitbeste Ergebnis nach dem Rekordsommer 2015.“ Damals war mit 14 500 Besuchern eine Bestmarke erreicht worden. Heuer war das Bad an 73 Tagen geöffnet. Der Bürgermeister ist rundum zufrieden: „Es ist nichts passiert, und die Wasserqualität war immer einwandfrei.“ Es habe sich gelohnt, dass Bad zum Naturfreibad umzubauen. Außerdem habe man die Empfehlungen eines Sicherheits-Gutachtens umgesetzt und zu Stoßzeiten mehr Aufsichtspersonal eingesetzt.

Auf einen Rekordsommer steuerte lange Zeit das Alpenwarmbad im benachbarten Benediktbeuern zu – wenn da nicht der „grottenschlechte“ September gewesen wäre, wie Bürgermeister Hans Kiefersauer jüngst im Gemeinderat berichtete. Unterm Strich stehe dennoch ein sehr gutes Ergebnis: mit Einnahmen von 200 000 Euro statt der im Haushalt veranschlagten 150 000.

Den Loisachtaler Freibädern hat das neu eröffnete Kristall-Trimini in Kochel am See also offenbar nichts weggenommen – die Zielgruppen seien ja auch ganz unterschiedlich, erklärt der Bichler Rathauschef Pössenbacher. So ist auch Angela Scheinost von der Betriebsleitung „hochzufrieden“ mit dem ersten Sommer des neuen Trimini. „Von Schlechtwetter-Tagen hat der Sauna-Bereich profitiert, von Schönwettertagen der Außenbereich“, konstatiert sie. Unterm Strich stehen ihr zufolge 160 000 Besucher seit der Eröffnung Ende März. Mit durchschnittlich 800 bis 1000 Besuchern pro Tag hätten sich die Erwartungen bislang erfüllt.

„Hervorragend“ lief die Saison nach Aussage von Badeaufsicht Lorenz Demmel im Lenggrieser Naturfreibad. Die Summe der Öffnungstage habe mit 84 über dem Durchschnitt gelegen, die Zahl von rund 210 Gästen pro Tag ebenfalls. „Das war ein richtig schöner Badesommer“, sagt Demmel. Dass manche Menschen das subjektiv anders empfinden, liegt nach seiner Ansicht daran, dass das Ferienende eher verregnet und das Wetter zuvor ausgerechnet an den Wochenenden schlecht gewesen sei. „Dafür hatten wir heuer schon im Mai geöffnet. Das waren seit Langem die ersten Pfingstferien, in denen die Kinder baden gehen konnten.“

Ein Top-Ergebnis wäre im Tölzer Freibad Eichmühle drin gewesen. Pech war allerdings, dass das Bad Anfang August eine Woche schließen musste, weil im Wasser Schmutzpartikel und Bakterien gefunden worden waren. „Da hätten wir sicher noch 3000 bis 4000 Gäste mehr haben können, denn es waren Ferien und das Wetter war schön“, sagt Bäderchef Reinhard Oberleitner. So blieb es bei 13 603 Personen, die zwischen 23. Mai und 8. September in der „Oach“ plantschten – ein Ergebnis in der üblichen Spanne, so Oberleitner. Voriges Jahr waren 14 200 Badegäste registriert worden.

Nach Beschwerden über den angeblichen allmählichen Verfall der Eichmühle soll sich für die kommende Saison einiges ändern: „Bei einem Beachvolleyball-Platz werden wir den Sand komplett austauschen, beim anderen den Sand mit neuem durchmischen“, sagt Oberleitner. Zudem sei der Bau einer bewirteten Dachterrasse geplant, sodass auch einmal Spaziergänger einen Kaffee mit Blick aufs Freibad genießen könnten, ohne Eintritt zu zahlen. Damit sich die Wogen wieder glätten, habe der Kioskbetreiber zudem ein Weißwurstessen für die Eichmühl-Gäste veranstaltet.

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