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Im Finanzturm auf der Flinthöhe wurden gestern die Bilanzzahlen für die Raiffeisenbanken im Landkreis vorgelegt.  

Jahresbilanz der Raiffeisenbanken 

„Fusionen sind durchaus denkbar“

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Bad Tölz –  Ein kräftiger Zuwachs bei der Bilanzsumme und eine ordentliche Steigerung bei den Kundengeldern: Die Jahresbilanz 2015 der Raiffeisenbanken im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen kann sich sehen lassen. Aber auch die Genossenschaftsinstitute haben mit großen Herausforderungen zu kämpfen.

Helmuth Lutz ist rundum zufrieden. Ein letztes Mal legte der Kreisverbandsvorsitzende der Raiffeisenbanken im Landkreis am Dienstag die Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vor. Ende dieses Jahres geht er in den Ruhestand, wie Lutz am Rande der Verabschiedung seines langjährigen Weggefährten Georg Peiß deutlich machte.

Lutz ist Sprecher des Kreisverbands, der sich zusammensetzt aus den selbstständigen Raiffeisenbanken Beuerberg-Eurasburg, Isar-Loisachtal (mit Sitz in Wolfratshausen) und Tölzer Land (mit Sitz in Bad Tölz). Geschäftsstellen unterhalten im Landkreis zudem die Raiffeisenbank im Oberland (mit Sitz in Miesbach) und die Münchner Bank (mit einer Geschäftsstelle in Bad Tölz). Fast 20 000 Menschen sind Mitglieder in den Genossenschaftsbanken, die insgesamt über 58 000 Kunden zählen.

Die Banken sind im Landkreis mit 26 Geschäftsstellen präsent, in denen 407 Mitarbeiter beschäftigt sind. 26 junge Menschen absolvieren derzeit ihre Ausbildung. An 38 Automaten können die Kunden Geld abheben.

Das Kundenvolumen ist 2015 laut Lutz um rund 139 Millionen Euro auf über 2,9 Milliarden Euro gestiegen, was einem Zuwachs von 4,9 Prozent entspreche. „Eine ansehnliche Summe“, so Lutz. Die könne sich ebenso sehen lassen wie die Bilanzsumme von 2015. Sie ist um gut 4,7 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Weitere Zuwächse weist die Jahresbilanz 2015 beim Kundenanlagenvolumen aus (Steigerung um 5,1 Prozent auf 46,9 Millionen Euro) sowie beim Kundenkreditvolumen, das um drei Prozent auf über 895 Millionen angewachsen ist.

Dennoch müssen sich Raiffeisenkunden wohl auch auf Einschränkungen einstellen: Die Schließung von Geschäftsstellen mit wenig Kundenfrequenz sei ebenso denkbar wie weitere Zusammenschlüsse. „Wo es Sinn macht, sind Fusionen durchaus denkbar“, so Lutz auf Nachfrage. Das anhaltende Niedrigzinsniveau werde die Frage aufwerfen, welche Außenstellen zur Disposition stehen, so Hansjörg Hegele von der Raiffeisenbank Tölzer Land.

Ein Augenmerk wollen die Raiffeisenbanken auch künftig auf die fundierte Beratung der Kunden legen. „Dafür müssen wir ausreichend Raum zur Verfügung stellen“, so Manfred Klaar von der Raiffeisenbank Oberland.

Erfolgreiche Zahlen haben im vergangenen Jahr zudem die Raiffeisen-Märkte geschrieben. „Unsere Kunden schätzen den regionalen Einkauf“, so Kreisverbandssprecher Lutz. Alle Erwartungen hat der erst vor fünf Jahren neu eröffnete Markt in Lenggries übertroffen. „Der schreibt sehr gute Zahlen“, so Hansjörg Hegele. „Mit diesem Markt können wir nachhaltig Verdienste einfahren.“

Bestand hat auch das freiwillige Engagement der Raiffeisenbanken, die im vergangenen Jahr rund 157 000 Euro an Spenden und für Sponsoring ausgegeben haben. Hier verwies Lutz vor allem auf die Veranstaltung „Sterne des Sports“. Aber auch in Bildung, Brauchtum, Kultur und Umwelt wollen die Banken investieren. Lutz: „Das bleibt für uns Ehrensache.“

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