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Fanmeile in Marseille: Die Vorbereitungen laufen. Auch in Deutschland fiebern viele der Fußball-EM entgegen.

Fußball

EM-Fieber überwindet alle Sportgrenzen

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Bad Tölz-Wolfratshausen –  Sport ist Sport – so sehen es Eishockeyspieler, Volleyballer und Tennis-Cracks im Landkreis und begeistern sich ganz neidlos für die morgen beginnende Europameisterschaft im Volkssport Nummer 1: Fußball. In einem aber gehen die Meinungen auseinander: Nicht alle glauben, dass Deutschland den Titel holt.

Klaus Hanus: Judoka in Arzbach

„Klar schau’ ich mir die Fußballspiele an“, sagt Klaus Hanus von den Arzbacher Judobulls. „Das interessiert mich schon.“ Beim SV Wackersberg-Arzbach bieten die Fußballer an, die Übertragungen gemeinschaftlich zu verfolgen. „Und gegen ein Grillfest haben auch wir nichts“, sagt Hanus lachend. Dass die Aufmerksamkeit nun voll den Kickern gehört, stört Hanus nicht. „Es ist ja das ganze Jahr über so, dass der Fußball höher angesiedelt ist als andere Sportarten.“

Für alle beide Ballsportarten interessiert sich Uli Gilgenreiner von der Handballabteilung des SC Gaißach. „Jedem das Seine“, ist sein Motto, und er meint: „Ich glaube, es gibt keinen Mann, der sich nicht für Fußball interessiert.“ Auch er wird daher die Spiele verfolgen. „Ganz spontan“ will er entscheiden, ob er alleine schaut oder in einer größeren Gruppe. Vor allem bei den Finalspielen könne das gemeinsame Schauen interessant sein.

„Ja natürlich“, antwortet Florian Rasch auf die Frage, ob er die EM verfolgt. Der Vorsitzende des Tennisclubs Rot-Weiß Tölz kann es gar nicht erwarten: „Ich freu’ mich wahnsinnig drauf. Sport ist Sport.“ Vielleicht schauen auch die Tennisspieler gemeinsam Fußball: „Wir haben einen größeren Fernseher im Clubheim für die Mitglieder. Ein Public Viewing können wir aber leider nicht anbieten.“ Konkurrenz zwischen Fußball und Tennis sieht er nicht: „Das sind zwei ganz unterschiedliche Sportarten.“

Klaus Kathan: Eishockeyspieler der Tölzer Löwen

Auch Klaus Kathan, Eishockeyspieler der Tölzer Löwen, interessiert sich für den Ballsport und möchte sich, wenn möglich, ein paar Partien ansehen. „Aber ich werde nur die Spiele ab 21 Uhr anschauen können. Tagsüber muss ich arbeiten und danach ist Sommertraining.“

Im familiären Umfeld möchte sich Thomas Jauernig, Spartenleiter Tischtennis beim SV Kochel, die Spiele ansehen. Bei den Partien mit deutscher Beteiligung ist für ihn auch ein größerer Kreis denkbar. Josefine Meyer von den Lenggrieser Volleyballern wird ebenfalls Fußball verfolgen – „zumindest die Deutschland-Spiele. Bei der Weltmeisterschaft haben wir manchmal mit Freunden geschaut.“ Ob sie es diesmal auch so hält, weiß sie nicht.

Schon seit seiner Kindheit verfolgt Dr. Peter Vogt Spiele der Nationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften. „Für mich ist es nicht denkbar, dass ich etwas anderes mache, wenn ein Deutschland-Spiel läuft“, sagt der Vorsitzende der Tölzer Schachfreunde. Die Termine der nächsten Wochen habe er so gelegt, dass sie nicht mit den Auftritten des DFB-Teams kollidieren. Allerdings könne er seine Emotionen gut zügeln: „Wenn die Mannschaft verliert, nimmt mich das nicht zu sehr her.“

Und wer wird Europameister? „Deutschland“, sagt Klaus Hanus ohne zu zögern. Der gleichen Meinung ist Florian Rasch. „Ich möchte optimistisch bleiben“, sagt er lachend, relativiert aber: „Wenn es jemand anders wird, hat er es sicher auch verdient.“ Josefine Meyer schwankt zwischen Deutschland und Frankreich. Viele Favoriten sieht Thomas Jauernig: Frankreich, Spanien, Geheimtipp Belgien. „Es wäre schön, wenn unsere Mannschaft gewinnen würde. Ich bin jetzt mal positiv.“

Schachspieler Vogt würde Deutschland den Titel wünschen. „Aber Frankreich und Spanien sind auch heiße Favoriten. Es ist auch etwas Glückssache.“

Uli Gilgenreiner tendiert zu England. „Es ist so ein Gefühl. Die haben junge, ehrgeizige Leute, einen guten Torwart.“ Außerdem seien sie irgendwann mal dran. „Seit 1966 werden sie vom Fluch verfolgt“. Obwohl er selbst Deutschland-Fan sei, glaube er nicht, dass das Team von Jogi Löw so weit komme. „Ich denke, es ist ganz schwierig ins Halbfinale zu kommen.“

Für Klaus Kathan ist Gastgeber Frankreich der nächste Europameister. „Die Franzosen wirken auf mich hungriger als die Deutschen, und sie haben den Heimvorteil. Ich denke, dass unser Team es nicht noch einmal packt.“

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