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Jubelszenen auf der Isarbrücke gab es nach dem WM-Endspiel 2014. Nach dem ersten EM-Sieg der deutschen Mannschaft gegen die Ukraine fiel der Autokorso dagegen sehr bescheiden aus. 

Fußballfans

EM-Fieberkurve steigt erst langsam

Bad Tölz - Bei der WM gab es in Bad Tölz kein Halten mehr. Die Fans an der Isarbrücke feierten das deutsche Team. Für die EM ist die Begeisterung bisher noch nicht so groß.

Jubelnde Menschenmengen, Autokorsos, ausgelassene Stimmung bis in die tiefe Nacht: So ging es zur Fußball-WM vor zwei Jahren auch in Bad Tölz zu. Speziell nachdem die deutsche Mannschaft den Titel errungen hatte, gab es kein Halten mehr. Bei der laufenden EM ist das Stimmungsbarometer noch nicht ganz so hoch geklettert.

Rund 1000 Menschen feierten vor zwei Jahren auf der Isarbrücke den Weltmeistertitel. Nach dem ersten EM-Sieg der Nationalmannschaft vergangenen Sonntag waren derartige Szenen noch in weiter Ferne: „Es waren vier oder fünf Wagen unterwegs“, berichtet der stellvertretende Chef der Tölzer Polizeiinspektion, Josef Mayr. Dass es sich um eine Art Autokorso von Fans des DFB-Teams handelte, sei lediglich an den Fahnen an den Fahrzeugen erkennbar gewesen. „Gehupt wurde, wenn überhaupt, nur vereinzelt. Wir haben jedenfalls nichts festgestellt.“ Dass es in den Vorrunden noch nicht zum großen Schaulaufen der Fans kommt, ist für Mayr allerdings kaum verwunderlich: „Normalerweise geht es damit immer zu den Achtel- und Viertelfinals los.“

Den kommenden Wochen sieht der Polizist entspannt entgegen: „Wir begleiten das alles natürlich, wollen aber keine Spielverderber sein. Hauptsache ist, dass es mit gesundem Menschenverstand zugeht.“

Den Tölzer Wirt Peter Frech dagegen überrascht die bisherige Korso-Flaute. „Dass die noch gar nicht unterwegs waren, wundert mich schon“, sagt er. In seinem „Jailhouse“ war beim ersten Deutschland-Spiel gegen die Ukraine immerhin schon „volles Haus“, so Frech. Und die Stimmung war ausgelassen – „besonders als Schweinsteiger das Tor geschossen hat“. Einziger Wermutstropfen ist das Wetter: „Public Viewing im Freien hatten wir bis jetzt nur einmal.“ Dabei hatte Frech eigens eine aufwändige Leinwandkonstruktion in der Optik eines alten Röhrenfernsehers errichten lassen: „Man hat halt immer ein gewisses Risiko. Aber die EM dauert ja auch noch ein bisschen.“

Auch Kirstin Haupt vom „Inkognito“ kann sich nicht beschweren: Zwar sei die Stimmung der Fans vor der Großbildleinwand im Bistro im Moraltpark zunächst verhalten gewesen, auch beim gut besuchten deutschen Spiel. Doch hier wurde Schweinsteigers Tor ebenfalls zum Befreiungsschlag. „Der Jubel war dann sehr groß.“ Nachdem die Gäste in den ersten Tagen „noch nicht so drin“ waren, steige nun das Interesse an der EM. Gerade bei Spielen mit deutscher Beteiligung empfiehlt Haupt daher zu reservieren.  mwh

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