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Die Hallenkapazitäten könnten an ihre Grenzen kommen, wenn das G9 zurück ist.

Veränderungen durch Schulreform

G9: Nur beim Sport könnte es eng werden

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Sorgt die Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums für Platzprobleme? Schulleiter aus dem Landkreis geben Entwarnung. Aber in einem Fach könnte es eng werden.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Landkreis steckt Millionen in die Sanierung seiner Gymnasien. Doch reicht das aus? Josef Eichner (Bayernpartei) brannte in der Sitzung des Kreis-Schulausschusses eine Frage auf den Nägeln: „Brauchen wir durch die Wiedereinführung des G9 weitere Räume?“ Nein, antwortete Landrat Josef Niedermaier. Und auch die Schulleiter der Gymnasien in Tölz und Geretsried geben Entwarnung.

Zum Schuljahr 2018/19 soll das achtstufige Gymnasium passé sein. Ab den Klassenstufen fünf und sechs werden die Jugendlichen dann wieder neun Jahre bis zum Abitur Zeit haben. Das könnte durchaus dazu führen, dass sich wieder mehr Schüler für das Gymnasium entscheiden. „Wir gehen aber davon aus, dass im gleichen Maß die Zahlen an der Realschule zurückgehen“, sagte Niedermaier. In Geretsried – dort teilen sich Gymnasium und Realschule einen Gebäudekomplex – könne es daher zwar zu Verschiebungen kommen, die Räume müssten aber eigentlich reichen.

Tölzer Schulleiter Vorleuter ist gelassen

„Wir helfen uns schon jetzt gegenseitig aus“, sagt Konrektorin Christine Kolbeck. Die volle Stärke werde das G9 ohnehin erst nach acht Jahren erreichen. „Und bis dahin ist hoffentlich die Generalsanierung abgeschlossen.“ Insgesamt investiert der Landkreis mehr als 37 Millionen Euro in das Projekt. Und sollten die Schülerzahlen doch explodieren, „haben wir dort ja auch ein wunderschönes Interimsgebäude stehen“, merkte Hauptamtsleiter René Beysel an. Dort sollen Klassen in den verschiedenen Umbauphasen unterkommen.

Die millionenschwere Generalsanierung seines Gymnasiums hat Harald Vorleuter, Direktor am Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium, bereits hinter sich. „Das G9 ist kein Problem“, sagt er. Seit Jahren habe das Gymnasium einen Schülerrückgang zu verkraften – wegen des G8, aber auch wegen neu eröffneter Standorte wie beispielsweise in Holzkirchen. Im Zuge der Generalsanierung sei das Raumkonzept zudem optimiert worden, so Vorleuter. „Deshalb sehen wir das ganz gelassen.“

Schülerzahlen noch weitgehend unverändert

Der einzige Knackpunkt für Kolbeck könnte der Sportunterricht sein. Zwar gebe es bislang keine Lehrpläne fürs G9. Sie rechnet aber damit, dass es weniger Nachmittagsunterricht geben wird, sich Sportstunden wieder in den Vormittag verlagern – und mehrere Klassen zeitgleich Platz brauchen. „Der Bedarf an Hallenkapazitäten wird steigen.“

Da ist es vielleicht sogar gut, dass sich der Baubeginn für die neue Turnhalle verzögert. Eigentlich hatte der Kreistag hier eine Zweifachhalle genehmigt. Mit der Rückkehr zum G9 hatte das Landratsamt die Regierung von Oberbayern aber gebeten, erneut zu prüfen, für welche Hallenkapazitäten sie Bedarf sieht. „Eine Antwort liegt noch nicht vor“, sagt Sabine Schmid, Sprecherin am Landratsamt. In Tölz sieht Vorleuter auch beim Sportunterricht keine Probleme. „Wir haben ja eine Dreifachhalle.“

Noch hat das G9 keinen Effekt auf die Schülerzahlen – obwohl die künftigen Fünftklässler auch schon betroffen sein werden. Laut Beysel liegen die Anmeldezahlen in den drei staatlichen Gymnasien in Geretsried (131 Schüler), Tölz (110) und Icking (103) im Bereich des Vorjahrs.

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