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Bei den Auszügen aus dem Erfolgsmusical „Tanz der Vampire“ durfte der „Biss“ von Graf Dracula nicht fehlen.  

Musical-Kritik

Gala mit Biss: „Tanz der Vampire“ im Tölzer Kurhaus

Graf Dracula höchst persönlich stand zuletzt auf der Bühne des Tölzer Kurhauses. 300 Zuschauer erlebten einen ansprechenden Operetten- und Musical-Abend.

Bad Tölz – Als mit dem „Wolgalied“ aus der Operette der Zarewitsch – gefühlvoll interpretiert von Armin Stöckl – am Freitagabend der „offiziell“ letzte Vorhang fiel, waren die meisten der rund 300 Besucher im Tölzer Kurhaus vollends begeistert. Mit ihrem Applaus forderten sie noch einige Zugaben. Und die bekamen sie – bis sie mit „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ endgültig verabschiedet wurden.

Freilich überwog im Publikum die Generation „Silberlocke“ deutlich, doch die genoss die altbekannten Melodien der „Musical- und Operetten-Gala“ sichtlich. Die Moderation übernahm Entertainer Stöckl, der durch seine Fachkunde ebenso überzeugte wie als Sänger. Es gab ein buntes Programm, das mit 15 Highlights aus der Welt von Operette und Musical manch ein Herz aus dem Auditorium höher schlagen ließ. Stöckl zur Seite standen die Sopranistinnen Janel Frazée und Kathrin Duschek.

„Wirklich schön, diese Melodien hört man ja sonst kaum noch“, kommentierte ein Besucher. Nach dem schwungvollen Intro „There’s no Business like Showbusiness“ ging’s dann gleich mit Auszügen aus dem Erfolgsmusical „Tanz der Vampire“ in die Vollen. Da durfte dann natürlich auch der „Biss“ von Graf Dracula nicht fehlen.

Nach „Ich hätt getanzt heut Nacht“ aus „My Fair Lady“ wurde ein Abstecher an den Wolfgangsee gemacht. Dort konnte Stöckl im „Weißen Rössl“ von Ralph Benatzki mit seinem komödiantischen Talent als Oberkellner Leopold glänzen. In dem gleichnamigen Film hatte einst der unvergessene Peter Alexander in dieser Rolle brilliert. Nach der Pause dann der Auftritt von Kaiserin „Sissi“ (Kathrin Duschek), als die Höhepunkte des Musicals „Elisabeth“ auf die Tölzer Kurhaus-Bühne gezaubert wurden.

Etwas irritierend waren allerdings Stöckls Interpretation zu den Auszügen aus dem „Rock’n’Roll-Musical „Elvis“. Auch wenn er sich redlich bemühte, die anzüglichen Posen des berühmten Elvis Presley nachzuahmen, sollte er sich vielleicht doch besser auf das klassische Metier beschränken.

Doch der Fauxpas war schnell wieder vergessen, als es über „Don’t cry for me Argentina“ aus dem Musical „Evita“ zum „Phantom der Oper“, von Sir Andrew Lloyd Webber ging. Mit einem Medley der schönsten Melodien aus dem Erfolgsmusical holten die drei Sänger das Publikum rasch wieder auf ihre Seite.

Und mit dem lang anhaltenden Applaus unterstrich das Tölzer Publikum, dass es einen wirklich ansprechenden Musical- und Operettenabend erlebt hatte.

Ewald Scheitterer

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