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Alte Ölheizungen haben vermutlich bald ausgedient. (Symbolfoto) 

Gas, Hackschnitzel, Pellets, Erdwärme

Alternativen zur Ölheizung: Das rät der Fachmann

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Ab 2026 soll es verboten werden, neue Ölheizungen einzubauen. Andreas Scharli von der Energiewende Oberland, erläutert die Vor- und Nachteile der Alternativen.

Welche Heizmöglichkeiten sind unter Klimaschutzgesichtspunkten tatsächlich empfehlenswert? In Lenggries entbrannte darüber in einer Wohnungseigentümergemeinschaft sogar ein Rechtsstreit. Der Tölzer Kurier fragte bei Andreas Scharli, Energieberater bei der Energiewende Oberland, nach. Beratungen zu diesem Thema seien dort aktuell sehr begehrt, bestätigt er.

Hackschnitzelheizung

Die Hackschnitzelheizung sei derzeit besonders im ländlichen Bereich ein großes Thema, insbesondere weil zuletzt viel ansonsten unbrauchbares Käferholz angefallen sei. Sie werde mit Resthölzern aus der Waldpflege befeuert. Laut Scharli kommt sie vor allem dort in Frage, wo der Waldbauer selbst eine Hofstelle im Ort hat und noch einige Nachbarn mitversorgen kann. „Für eine Eigentümergemeinschaft ist sie wohl nicht das Richtige, weil sie beständig vor Ort gepflegt und befüllt werden muss.“ Etwa alle drei Tage müsse man Hackschnitzel nachlegen.

Pelletsheizung

Deutlich weniger wartungsintensiv sei da eine Pelletsheizung. „Da muss man nur dreimal im Jahr die Asche ausleeren.“ Ein Öltank lasse sich in vielen Fällen vom Platz her durch ein Pelletslager ersetzen – außer wenn sich der Öltank im Erdreich befindet. Die Brennstoffkosten für die Pellets lägen um 30 Prozent niedriger als bei Öl. „Und mit der CO2-Besteuerung wird diese Differenz mit den Jahren immer größer werden“, so Scharli.

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Den ökologischen Einwand, dass Pellets erst gepresst werden müssten und so Energie verloren gehe, lässt Scharli so nicht gelten. „Bei Pellets gehen drei bis fünf Prozent des Energiegehalts für die Herstellung drauf, beim Heizöl gehen mindestend 15 Prozent in der Raffinerie und im Transport verloren.“ Es sei unfair, wenn regenerative Energieträger unter Rechtfertigungsdruck gestellt würden, während für Öl ganze „Kriege angezettelt“ würden.

Solarthermische Anlage

Aus ökologischer Sicht auf alle Fälle sinnvoll sei eine solarthermische Anlage – wobei hier zunächst eine große Investition zu tätigen und zu überprüfen sei, ob das Dach für die Installation von Kollektoren geeignet ist. Dafür seien nachher die Unterhaltskosten gleich null. Die Solaranlage müsse aber in aller Regel mit einer Gasheizung kombiniert werden.

Gasheizung

Eine Gasheizung bedeute gegenüber der Ölheizung „allemal eine CO2-Vermeidung“. Doch auch Gas sei ein „fossiler Energieträger, der endlich ist“ – im Gegensatz zu den nachwachsenden Pellets. Für ein Mehrfamilienhaus sei eine Gasheizung in der Regel die „pragmatischste Lösung“ – und ein „ökologischer Zwischenschritt“, wenn man für die Zukunft auf Gasgewinnung aus regenerativen Quellen wie Wind und Fotovoltaik setze („Power to Gas“).

Erdwärme

Erdwärmesei „eine tolle Geschichte“, jedoch „bei Bestandsgebäuden nur bedingt machbar“ und ebenfalls nur in Kombination mit einer anderen Heizung sinnvoll.

Ölheizung

Neue Ölheizungen einzubauen, werde zwar ab 2026 verboten sein. „Aber die Hintertüren sind scheunentorgroß“, meint Scharli. Jeder müsse wohl für sich selbst entscheiden, für wie zukunftsträchtig und verantwortungsvoll er diese Heizungsform hält.

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ast

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