Vorfreude auf den Neustart: „Starnbräu“-Wirt Roland Schlechter polierte am Montag eifrig Besteck und traf weitere Vorbereitungen. An diesem Dienstag begrüßt er erstmals seit sieben Monaten wieder Gäste im Innenraum.
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Vorfreude auf den Neustart: „Starnbräu“-Wirt Roland Schlechter polierte am Montag eifrig Besteck und traf weitere Vorbereitungen. An diesem Dienstag begrüßt er erstmals seit sieben Monaten wieder Gäste im Innenraum.

Aufpolieren für die Gäste

Wirtschaften öffnen nach sieben Monaten die Innenräume - Doch nicht überall klappt es so schnell

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Viele Wirtschaften im Tölzer Land haben am Montag die Chance genutzt, am ersten erlaubten Tag wieder ihre Innenräume zu öffnen. Andernorts ist noch etwas Vorlauf nötig - weil erst noch Bier gebraut wird.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es musste von jetzt auf gleich gehen: Doch schon am Montag – dem ersten Tag, an dem es wieder erlaubt war – haben viele Gaststätten im Landkreis ihre Innenräume wieder in Betrieb genommen. Andere folgen am Dienstag und Mittwoch, weil sie Anfang der Woche ihre regulären Ruhetage haben. In Einzelfällen müssen sich die Gäste aber auch noch etwas gedulden – zum Beispiel beim Tölzer „Binderbräu“.

„Für unser Bier haben wir eine Vorlaufzeit von sechs Wochen“, erklärt Wirt Andreas Binder. Er schenkt ausschließlich Selbstgebrautes aus – „und das reift gerade noch“, sagt er. In guter Hoffnung hatte er Mitte Mai mit dem Brauen begonnen. Doch nicht nur fürs Bier, auch um wieder Personal zu organisieren, brauche er etwas Zeit, sagt Binder. Daher dauert es bis zur Wiedereröffnung des „Binderbräu“ bis 1. Juli.

Biergarten-Öffnung für „Binderbräu“ in Bad Tölz keine Option

Vorher allein den Außenbereich zu öffnen, war und ist für Binder keine Option. „Weil unser Biergarten um den Hauswinkel herum geht, hätten wir mit den nötigen Abständen nur 50 bis 60 von 140 Plätzen belegen können“, erklärt er. Im Verhältnis wären zu hohe Nebenkosten angefallen. Die siebenmonatige Schließung nutzte Binder, um am Museum im Obergeschoß zu arbeiten. Binder rechnet mit einer Eröffnung im Frühjahr 2022.

Für den Verkauf zum Mitnehmen habe sich die bayerische Küche eher als ungeeignet erwiesen, meint Binder, weshalb er den „To go“-Verkauf rasch wieder einstellte. Auch der „Starnbräu“ verzichtete darauf – weil man vor dem Lokal an der Tölzer Marktstraße nicht parken kann, so Wirt Roland Schlechter. Bei ihm und seiner Partnerin Elfi Weißauer kam zeitweise noch ein Problem hinzu. Sie wohnen in Tirol, durften zwei Monate lang nicht ausreisen, weil sich dort die Südafrika-Mutation des Coronavirus ausbreitete. „Ansonsten wären wir schon gerne hergekommen, um zumindest zwischendurch das Wasser laufen zu lassen und die Toilettenspülung zu betätigen“, sagt Schlechter.

Im „Starnbräu“ gibt es auch wieder Live-Musik

Mittlerweile ist das Wirte-Paar aber vollständig geimpft und längst „in den Startlöchern“, sagt Schlechter. Sie freuen sich sehr, seit Donnerstag den Außenbereich und ab diesem Dienstag auch den Innenbereich betreiben zu können – zumal ihnen das erst insgesamt fünf Monate vergönnt war, seit sie den „Starnbräu“ Anfang 2020 übernahmen. „Freitagabend und Sonntagmittag haben wir auch wieder Live-Musik“, sagt der Wirt. „Es ist toll, in dieser Zeit ein bissl Freude zu verbreiten.“ Die schwierige Zeit, betont Schlechter, habe man nur dank der Unterstützung der Verpächter-Familie Hochwind überstanden.

Auch Martina Riesch, seit Frühjahr 2020 Wirtin im „Jachenauer Schützenhaus“, zählt in ihrer Ägide bislang noch immer mehr geschlossene als geöffnete Tage – und hofft, dass sich dieses Verhältnis bald umdreht. Im Biergarten waren alle belegbaren Plätze in den vergangenen Tagen immer voll – selbst bei schlechtem Wetter. Der Innenraum ist seit Montag geöffnet und „ausreserviert“, so Riesch.

Regionaler Einlauf erleichtert schnellen Neustart im „Jachenauer Schützenhaus“

Es seien viele Urlauber in der Jachenau, die froh seien, ein Lokal zu finden, um sich zu verpflegen. Kurzfristig den Betrieb hochzufahren, sei für sie kein Problem gewesen, weil sie ihre Waren regional beziehe. „Beim Großhändler ist kaum so schnell was zu bekommen“, sagt Riesch. „Aber wir können kurzfristig den Jägern sagen, dass wir was brauchen, oder einen Ochsen schlachten.“ Um den regnerischen Sonntag war Martina Riesch dann aber doch froh, um den Wirtssaal für Montag vorzubereiten.

„Noch etwas Zeit“ brauchen unterdessen nach Einschätzung von Wirtin Elena Ene die Gäste der Pizzeria Luna Piena in Lenggries. Am Montag gab es für den Innenraum „fast keine Reservierungen“, sagt sie. Aber der Biergarten und das Geschäft zum Mitnehmen laufe gut – „dank unserer Stammgäste“.

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