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Gibt es im Tölzer Krankenhaus auch in Zukunft Hilfe für werdende Mütter? 

Geburtshilfe an der Tölzer Klinik

Landrat will mit Zuschuss Standort sichern

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Bad Tölz - Neue Hoffnung – aber auch viele Unsicherheiten: Das ist das Resümee eines Spitzengesprächs zur Zukunft der Geburtshilfe am Tölzer Krankenhaus. Landrat Josef Niedermaier setzte dabei ein entscheidendes Signal: Er stellte finanzielle Hilfe aus der Kreiskasse in Aussicht.

Es ist ein Hoffnungsschimmer im Kampf um den Erhalt der Geburtshilfe an der Asklepios-Stadtklinik. Bei einem Spitzengespräch am Mittwochnachmittag haben die Teilnehmer zumindest ein Zeitfenster aufgestoßen, um weiter an einer längerfristigen Lösung zu arbeiten. Entscheidend war dabei die Zusage von Landrat Josef Niedermaier, sich für einen finanziellen Zuschuss des Landkreises stark zu machen. Dieser soll dem Ziel dienen, eine gynäkologische Hauptabteilung an dem Krankenhaus aufzubauen.

Wie berichtet hatten sich Vertreter des Landkreises und der Stadt Bad Tölz, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber (CSU), Klinik-Geschäftsführer Joachim Ramming, Mitglieder des Klinikbeirats sowie Ärzte und Hebammen der Wolfratshauser Kreisklinik zusammengesetzt. Die Ergebnisse des Gesprächs gab das Landratsamt erst gestern bekannt. Niedermaier „setzte in Abstimmung mit den politischen Vertretern des Landkreises ein deutliches Signal und kündigte an, dem Kreistag vorzuschlagen, einen Zuschuss zur Sicherstellung der Geburtshilfe am Standort Bad Tölz zu beschließen“, so die Verlautbarung vom Behörden-Sprecherin Marlis Peischer.

Diese „neue Perspektive“ war offenbar ausschlaggebend für den Tölzer Frauenarzt Dr. Stephan Krone, noch vor Ort einen Vertrag zu unterzeichnen, in dem er der Asklepios-Klinik die Verlängerung seiner Tätigkeit als Belegarzt zusichert. Sein bisheriger Vertrag wäre zum Jahresende ausgelaufen. Dann hätte es mit Dr. Florina Rummel nur mehr eine einzige Belegärztin in der Geburtshilfe gegeben – ein untragbarer Zustand. Die Geburtshilfe hätte umgehend geschlossen werden müssen.

Jetzt herrscht erst einmal Erleichterung, dass diese akute Gefahr abgewendet ist. Peischer zufolge ist nun „vorsichtiger Optimismus“ angebracht, dass auch längerfristig Kinder in Bad Tölz zur Welt kommen können. Aber viele Fragen sind offen. Wie genau könnte Geld vom Landkreis helfen, eine neue Geburtshilfeabteilung aufzubauen? Wofür könnte die Klinik den möglichen Zuschuss verwenden? Was ist überhaupt rechtlich möglich? „Darüber sind in nächster Zeit noch ganz viele Gespräche zu führen“, sagt Niedermaier auf Rückfrage.

Wenn ein konkreteres Modell ausgearbeitet ist, dann muss freilich noch der Kreistag zustimmen. Bislang habe er aus der öffentlichen und politischen Diskussion lediglich das Signal wahrgenommen, „dass ein finanzielles Engagement des Landkreises kein Tabu ist“, sagt Niedermaier.

Wie viel Zeit das gestrige Gespräch nun eröffnet hat, um eine Lösung zu finden? „Das erste Quartal 2017“, erklärt Peischer. In dieser Zeit müsse nun „sondiert werden, welches Konzept sich wie realisieren lässt“. Mit der Lösung müssen am Ende auch die Krankenkassen und das bayerische Gesundheitsministerium einverstanden sein.

Und am Ende hilft alles nichts, wenn nicht das notwendige Ärztepersonal gefunden wird. Genau das wird „nach den bisher gemachten Erfahrungen nicht leicht“, räumt Ramming ein. Alle Bemühungen in dieser Richtung sind bis zum heutigen Tag gescheitert.

Klar ist das gemeinsame Ziel des Landkreises und der Klinik: der Aufbau einer Hauptabteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie, und zwar in Kooperation mit einem anderen Krankenhaus. Dass an dem Gespräch am Mittwoch Vertreter der Kreisklinik Wolfratshausen beteiligt waren, ist laut Niedermaier kein Fingerzeig in diese Richtung. „Wir werden das Umfeld komplett abklopfen.“

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