+
Klappt die Kooperation mit der Starnberger Klinik, muss in die Wolfratshauser Kreisklinik investiert werden. Ein neuer Kreißsaal und eine Geburtshilfestation dürften notwendig sein. 

Kreisausschuss

Geburtshilfe: CSU will Sachstand wissen

  • schließen

Die CSU-Fraktion möchte wissen, was Sache ist: In einem schriftlichen Antrag wird der Landrat dazu aufgefordert, über den aktuellen Stand der Bemühungen um die Sicherung der Geburtshilfe im Landkreis zu berichten. Möglich wäre das in der Kreisausschuss-Sitzung am Montag, 11. Dezember.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Fraktionschef Martin Bachhuber ruft in seinem Schreiben noch einmal den Beschluss des Kreistags im März in Erinnerung, als sich das Gremium gegen einen Zuschuss für die Tölzer Asklepios-Stadtklinik aussprach und so das Aus der dortigen Belegabteilung besiegelte. Zur Ehrenrettung der Kreisräte muss man allerdings sagen, dass die Tölzer Geburtshilfe nicht am Geld gescheitert ist. Vielmehr ist es der Klinik trotz nachhaltiger Versuche nicht gelungen, auch nur annähernd genügend Personal zu finden.

Gleichzeitig beauftragte das Gremium im März Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler)damit, „Verhandlungen mit geeigneten Klinikbetreibern zu führen – mit dem Ziel, die Geburtshilfe am Standort Wolfratshausen zu unterstützen und auszubauen sowie am Standort Bad Tölz eine Geburtshilfeabteilung zu betreiben“.

Wie berichtet laufen seit Monaten die Verhandlungen mit der Klinik in Starnberg über eine Kooperation. Ziel ist, dass sie an der Wolfratshauser Kreisklinik eine Geburtshilfe-Hauptabteilung einrichtet. „Wir befinden uns bei den Gesprächen schon sehr im Detail“, sagt Niedermaier auf Anfrage. Mehr könne er dazu öffentlich nicht sagen, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen. „Ich habe aber ein gutes Bauchgefühl“, blickt er optimistisch in die Zukunft. Niedermaier macht aber auch noch einmal deutlich, dass es momentan nur um den Standort Wolfrathausen geht. „Wir müssen das jetzt erst einmal auf den Weg bringen. Hier gibt es viele Dinge zu regeln. Es ist nicht möglich, Tölz da jetzt auch noch mit reinzupacken.“ Von staatlicher Seite gebe es bereits grünes Licht für die Kooperation mit Starnberg. Und laufe das Ganze, „werde ich schon mal nachfragen, ob es eine Idee für Tölz gibt“.

Ob es die jemals geben wird, ist fraglich – mangels geeignetem Partner. Dass Starnberg einen weiteren Standort mit betreiben kann, erscheint unwahrscheinlich. Andere Kliniken wie Garmisch oder Agatharied dürften nach den schon einmal gescheiterten Verhandlungen mit Asklepios kaum noch Interesse haben. Als Alternative regt die Grünen-Fraktion unter anderem an, dass der Landkreis die Etablierung eines neuen Geburtshauses in Bad Tölz unterstützt. Auch damit wird sich der Kreisausschuss am 11. Dezember befassen.

Eine größere Investition wird auf den Landkreis zukommen, wenn die Kooperation mit Starnberg tatsächlich klappt. „Es ist ziemlich sicher, dass wir an die Kreisklinik dann einen Kreißsaal und eine Geburtsstation anbauen müssen“, sagt Niedermaier. Auch mit Blick darauf möchte die CSU, dass der Kreistag frühzeitig in das Thema eingebunden wird.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Auf der Schlösslwiese wächst das zweite Wohnhaus in die Höhe
Auf der Schlösslwiese wächst das zweite Wohnhaus in die Höhe
Gemeinde Lenggries tritt Wirtschaftsforum bei
Gemeinde Lenggries tritt Wirtschaftsforum bei
Bad Heilbrunn: So soll die Ortsmitte aussehen
Bad Heilbrunn: So soll die Ortsmitte aussehen
Herzogstandbahn: Alles geht schneller als gedacht
Der Umbau der Herzogstandbahn geht deutlich schneller als gedacht über die Bühne. Im Idealfall können sich sogar noch in diesem Winter Skifahrer auf den Berg …
Herzogstandbahn: Alles geht schneller als gedacht

Kommentare